Pechvogel Max Verstappen: Wie Renault jetzt reagiert

Von Rob La Salle
​Immer wieder wird Red Bull Racing-Pilot Max Verstappen von seinem Renault-Motor im Stich gelassen. Auch in Sachen Motorleistung sind die Franzosen nicht auf der Höhe. Renault verspricht Besserung.

Max Verstappen ist gefragt worden, wann im Sommer die nächste Ausbaustufe von Renault käme, um die Lücke zu Mercedes und Ferrari weiter zu verringern: «Ich glaube nicht, dass noch etwa Grösseres kommt», gab der Niederländer zur Antwort. Und Cyril Abiteboul, Geschäftsleiter von Renault Sport, bestätigte kurz darauf: «Wir verbessern unser Triebwerk ständig, aber wenn wir von einer grossen Ausbaustufe sprechen, dann wird das erst für 2018 passieren.»

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner ist nicht angetan. Der französische V6-Motor hinkt noch immer den Antriebseinheiten der Konkurrenz hinterher, nicht nur in Sachen Leistung, auch punkto Standfestigkeit – wie die Ausfallserie von Max Verstappen schmerzlich beweist.

Ausgerechnet vor vielen Zehntausend niederländischen Fans musste Max in Spa-Francorchamps den Wagen nach wenigen Runden zur Seite stellen, weil ein Sensor dem Motor den Befehl gegeben hatte, sich auszuschalten. Die Software hatte ein Sicherheitsprotokoll aktiviert. Fälschlich, wie sich später herausstellte, denn als die Mechaniker nach dem Rennen in der RBR-Box den Motor abliessen, lief das Triebwerk klaglos. Max Verstappen stöhnte: «Das macht den Ausfall noch ärgerlicher. Da wäre es mir ja fast lieber, es hätte den Motor zerrissen.»

In Monza musste Verstappen seinen tollen zweiten Quali-Platz hergeben, weil er wegen des Einbaus neuer Motorteile wie Daniel Ricciardo in der Startaufstellung nach hinten rückte. Eine taktische Massnahme, um für die kommenden Rennen in Asien gerüstet zu sein – denn das Red Bull Racing-Chassis sollte in Singapur, Malaysia und Suzuka sehr konkurrenzfähig sein.

Renault-Sonderbotschafter Alain Prost hat sich persönlich bei Verstappen und Red Bull Racing für die ungenügende Leistung der Franzosen entschuldigt. Und Renault reagiert, wie Cyril Abiteboul bei unseren Kollegen von Autosport bestätigt. Die Software ist angepasst worden, um einen Sensordefekt wie in Belgien zu verhindern. Der Pariser sagt: «Das darf aber keine Ausrede sein. Wir hätten das von Anfang an so machen müssen. Wir stehen bei Red Bull Racing so tief in der Schuld, dass wir gewisse Teile zuerst diesem Rennstall zugänglich machen, bevor sie in die eigenen Werkswagen kommen. Wir sind das Verstappen und RBR schuldig. Und wir haben personell weiter ausgebaut, mit mehr Fachkräften, die sich bei Red Bull Racing um den Einsatz der Motoren kümmern. Das greift ab Singapur.»

In Sachen Verbesserungen meint Abiteboul: «Es gibt weitere Optimierungen, die auch die Leistung verbessern werden. Ich will hier nicht ins Detail gehen, aber wir werden mehr Power bieten können.»

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