Ross Brawn über Felipe Massa: «Ein Abschied mit Stil»

Von Rob La Salle
Formel 1
​Jahrelang hat Ross Brawn als Technikchef von Ferrari mit Felipe Massa gearbeitet. Der Engländer sagt: «Ich habe mich sehr über Felipes Auftritt in Brasilien gefreut, das nenne ich einen Abschied mit Stil.»

Der Engländer Ross Brawn (62), Weltmeistermacher von Michael Schumacher bei Benetton und Ferrari, arbeitet heute bei der Formel 1 als Verantwortlicher für Technik und Reglement. Am vergangenen Wochenende hat er genau beobachtet, was mit Felipe Massa bei dessen letztem Grand Prix vor heimischem Publikum in Interlagos passiert.

Ross Brawn sagt: «Das war für Felipe ein ganz besonderes Wochenende. Der Williams-Fahrer tritt ja nach Abu Dhabi von der Formel-1-Bühne ab. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass er beim letzten Grand Prix vor seinem Heimpublikum in São Paulo diesen siebten Rang herausgefahren hat – das war angesichts der wachsenden Lücke zwischen den drei Top-Teams Mercedes, Ferrari und Red Bull Racing das bestmögliche Ergebnis, das er erringen konnte.»

«Es hat mein Herz erwärmt zu sehen, wie er mit Mumm und Entschlossenheit kämpfte, besonders in der Schlussphase des Rennens gegen seinen langjährigen Stallgefährten Fernando Alonso. Ich bin sicher, er war überglücklich, vor dem starken Spanier ins Ziel zu kommen.»

«Ich kenne Felipe, seit er von Ferrari als einer der vielversprechendsten jungen Piloten unter Vertrag genommen wurde. Ich habe ihn dann an der Seite von Michael Schumacher wachsen sehen, und er hat seinen Platz als einer der schnellsten Fahrer seiner Generation verdient.»

«Unvergessen die Szenen, nachdem er in Interlagos 2006 sein Heimrennen gewinnen konnte, in einem Rennoverall in den Landesfarben von Brasilien. Unvergessen auch 2008, da kreuzte er erneut als Sieger die Ziellinie, davon überzeugt, der neue Weltmeister zu sein, nur um Sekunden später erfahren zu müssen, dass Hamilton in der letzten Runde noch den einen, alles entscheidenden Platz gutgemacht hatte. Die Würde, wie Massa mit dieser gewaltigen Enttäuschung umging, die hat nicht nur mich tief beeindruckt.»

«Ich erinnere mich auch an die grosse Angst, die wir alle um Felipe hatten, als er in Ungarn 2009 schwer verletzt wurde. Es war schön zu sehen, wie er zurückkehrte und bis heute nichts von seinen Fähigkeiten eingebüsst hat.»

«Felipe ist ein fabelhafter Mensch, ehrlich und sich selber gegenüber immer treu, er hat eine wunderbare Familie um sich herum. Ich bin sicher: Die Momente auf dem Siegerpodest von Brasilien, als er sich mit seinem Felipinho an der Seite von den brasilianischen Fans feiern liess, diese Momente wird er ein Leben lang wie einen Schatz bewahren.»

«Natürlich haben wir noch das Rennen von Abu Dhabi. Aber für mich war Brasilien symbolisch der Abschied von Massa. Ich wünsche ihm aus tiefsten Herzen für die Zukunft nur das Beste.»

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