Lewis Hamilton und Mercedes: Poker um neuen Vertrag

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mercedes-Teamchef Toto Wolff und Lewis Hamilton

Mercedes-Teamchef Toto Wolff und Lewis Hamilton

​Nachdem die Scuderia Toro Rosso für 2018 Pierre Gasly und Brendon Hartley bestätigt hat, gibt es nur noch bei zwei Rennställen freie Cockpits: bei Sauber sowie beim Traditions-Team Williams.

Am Donnerstag hat die Scuderia Toro Rosso bestätigt, dass der Franzose Pierre Gasly und der Neuseeländer Brendon Hartley 2018 eine komplette Saison für den Rennstall aus Faenza bestreiten werden. Damit sind noch drei Plätze unbestätigt für die Saison 2018 – zwei bei Sauber und einer bei Williams. Hier der jüngste Stand der Dinge für 2018 und darüber hinaus.

Mercedes-Benz
Lewis Hamilton ist bis Ende 2018 an Mercedes-Benz gebunden. Der Engländer und Teamchef Toto Wolff wollen die kommende Winterpause nutzen, um in Ruhe einen neuen Mehrjahresvertrag auszuhandeln. In England kursiert, dass Hamilton 40 Millionen Pfund pro Jahr fordere, das würde ihm zum bestbezahlten Rennfahrer aller Zeiten machen. Valtteri Bottas ist für 2018 bestätigt, mit einer Option für 2019. Sollte der Finne im kommenden Jahr nicht restlos überzeugen, würden die Weltmeister den starken Esteban Ocon von Force India holen. Der junge Franzose ist weiterhin Mercedes-Junior.

Red Bull Racing
Max Verstappen hat seinen Vertrag im Oktober vorzeitig um zwei Jahre verlängert, bleibt also bis Ende 2020. Red Bull-Rennchef Dr. Helmut Marko und Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner betonen, dass auch Daniel Ricciardo bleiben soll. Das Abkommen mit dem Australier läuft 2018 aus. Alternative für Ricciardo und die Saison 2019: Carlos Sainz, derzeit als Leihgabe bei Renault.

Ferrari
Nach Kimi Räikkönen ist im August auch Sebastian Vettel bestätigt worden – der Finne für ein Jahr, der Deutsche für drei Saisons, also bis Ende 2020. Die Beförderung eines Ferrari-Juniors wird frühestens für 2019 ein Thema. Ganz oben auf der Liste möglicher Kandidaten: Charles Leclerc, der 2018 bei Sauber in die Formel-1-Lehre gehen wird.

Force India
Esteban Ocon hat 2016 einen Mehrjahresvertrag bei Force India unterzeichnet, bleibt aber Leihgabe von Mercedes-Benz. Der Franzose entwickelt sich zur Freude von Mercedes-Teamchef Toto Wolff prachtvoll. Force India hat bereits bestätigt: Falls Mercedes den Franzosen holen wolle, werde man Ocon nicht im Weg stehen. Mitte September hat der Mexikaner Sergio Pérez um ein Jahr verlängert. Er hofft noch immer, Ende 2018 bei einem Top-Team unterzukommen. Die Chancen dazu sind gering.

Williams
Lance Stroll ist auf Jahre hinaus an Williams gebunden, die exakte Vertragsdauer ist nie kommuniziert worden. Felipe Massas Rücktritt öffnet eine Lücke. Jüngster Trend im Rahmen des Brasilien-GP: Wenn Robert Kubica beim Test nach dem WM-Finale von Abu Dhabi überzeugen kann, wird der Pole wieder Stammfahrer.

McLaren
Stoffel Vandoorne ist im August für 2018 bestätigt worden. McLaren-Direktor Zak Brown und McLaren-Geschäftsleiter Jonathan Neale wollten auf diese Weise verhindern, dass sich andere Teams den vielversprechenden Belgier krallen. Fernando Alonso konnte zu einem neuen Vertrag überzeugt werden, weil McLaren sich von Honda trennt und von 2018 bis Ende 2020 mit Renault-Motoren ausrückt. McLaren und Alonso haben die exakte Vertragsdauer nicht verraten, beteuern jedoch, das Abkommen gehe über 2018 hinaus.

Toro Rosso
Alles neu bei Toro Rosso: Daniil Kvyat fiel durch schwankende Leistungen und undiplomatische Äusserungen in Ungnade. Carlos Sainz ist an Renault ausgeliehen worden. Daher rückt Red-Bull-Testfahrer Pierre Gasly ins GP-Feld. Langstrecken-Weltmeister Brendon Hartley hat gezeigt: Es gibt auch in der Formel 1 eine zweite Chance. Der Neuseeländer gehörte schon als Teenager zum Juniorenprogramm von Dr. Helmut Marko, wurde aber als 20-Jähriger aussortiert. Brendon: «Ich war damals für die Formel 1 einfach noch nicht weit genug.»

HaasF1
Romain Grosjean hatte einen Zweijahresvertrag mit Option für 2018 unterzeichnet. Der Genfer hofft noch immer, sich mit guten Leistungen für einen Platz bei Ferrari oder Renault zu empfehlen. Kevin Magnussen hat bis Ende 2018 unterschrieben.

Renault
Nico Hülkenberg hat sich auf Jahre hinaus gebunden. Die Rede ist von einem Zweijahresvertrag bis Ende 2018 mit Option auf 2019. Der glücklose Jolyon Palmer ist entsorgt und durch Carlos Sainz ersetzt worden. Vorderhand bis Ende 2018.

Sauber
Teamchef Fred Vasseur lässt sich nicht in die Karten schauen. Wahrscheinlichstes Fahrerduo 2018: Der Schwede Marcus Ericsson und der monegassische Ferrari-Zögling Charles Leclerc. Wochenlang hat Ferrari versucht, auch seinen zweiten Nachwuchsmann bei Sauber unterzubringen, Antonio Giovinazzi.

Damit dürften von den 2017er Piloten aussen vor bleiben: Pascal Wehrlein (bei Sauber überflüssig, bei Williams nicht erste Wahl), Daniil Kvyat, Felipe Massa (Rücktritt), Jolyon Palmer (zu wenig überzeugend im zweiten Jahr bei Renault) und Paul Di Resta.

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