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Australien-GP Melbourne: So geht Attacke ohne die Überhol-Krücke DRS

Die Überhol-Krücke DRS (drag reduction system) ist in der Formel 1 endlich passé. Nun zeigt die Formel 1 anhand einer Skizze der Albert Park-Rennstrecke in Melbourne, wo die Fahrer attackieren können.

Formel 1

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Die Formel-1-Autos bis Ende 2021 waren Wunderwerke aerodynamischer Effizienz. Leider führte dies dazu, dass ein GP-Rennwagen hochkomplexe Luftwirbel erzeugte – womit das Leben des Verfolgers schwierig wurde.

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Ich weiss noch, wie Formel-1-Superstar Lewis Hamilton stöhnte: "Wenn dein Auto nicht um mindestens eine Sekunde schneller ist als der Rennwagen deines Gegners, dann ist ein Überholversuch fast nicht möglich."

Der damalige F1-Sportchef Ross Brawn entschied daher vor einigen Jahren: "Wir müssen wieder Rennwagen haben, mit welchen es den Piloten leichter fällt, sich auf den Rivalen zu werfen. Meine Hoffnung besteht darin, dass sich die Rennwagen in den kommenden Jahren so entwickeln, dass wir eines Tages auf das ‘drag reduction system’, also den verstellbaren Heckflügel, verzichten können."

Zur Erinnerung punkto DRS: An gewissen Stellen der Strecke durften die Piloten ihren Heckflügel flachstellen, um den Vordermann besser angreifen zu können. Das funktionierte je nach Piste auch nicht immer, oder die Überholmanöver waren zu einfach.

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Nun ist DRS Geschichte. Die neue Rennwagen-Generation 2026 bietet dem Piloten erheblich mehr Werkzeuge, um zu attackieren oder sich zu verteidigen – einerseits mit der elektrischen Energie, die er klug einsetzen muss, oder mit Flügeln, die er selber verstellen kann und zwar immer.

Formel 1 zeigt neue Skizze

Auf der eigenen Internet-Seite zeigt die Formel 1 eine Skizze vom Albert Park Circuit in Melbourne (Australien). Darauf sind die DRS-Zonen verschwunden, ersetzt sind sie durch fünf «Straight Mode Zones», Bereich also, in welchen die Fahrer den Überhol-Modus aktivieren können.

Dieser Overtake-Modus wird es Fahrern ermöglichen, zusätzliche elektrische Energie zu sammeln und einzusetzen, wenn sie sich in der Nähe eines Konkurrenten befinden.

GP-Sport wird zu Blitz-Schach

Aber wird nun der Sport wirklich attraktiver? Mercedes-Pilot Kimi Antonelli glaubt: «2026 wird die Kreativität eines Piloten belohnt. Denn du kannst so vielfältig mit der Energie spielen, besonders im Kampf gegen andere Fahrer. Das ist für mich ein wenig wie Schach spielen, aber bei Tempo 300, also Blitzschach. Du wist nicht viel Zeit haben, über jeden Zug nachzudenken.»

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«Wenn man ein Überholmanöver plant oder verteidigt, muss man immer versuchen, dem Anderen zwei Schritte voraus zu sein. Du musst vorhersagen können, was er machen wird, oder du musst ihn zwingen, etwas Bestimmtes zu tun. Es gibt also viel Spielraum, und das wird hoch interessant.»

«Und hier haben Fahrer die besten Chancen, die auch früh lernen, mit all diesen Werkzeugen umzugehen. Das kann besonders im ersten Teil der Saison einen grossen Unterschied ausmachen.»

Mercedes-Technikchef James Allison ergänzt: «Formel-1-Autos werden auch 2026 verstellbare Heckspoiler einsetzen, und auch die Frontflügel werden beweglich sein. Fahrer können diese nun jedoch jederzeit innerhalb festgelegter Zonen nutzen, unabhängig davon, ob sie sich innerhalb einer Sekunde Abstand zu einem anderen Fahrzeug befinden.»

Allison erwartet jedoch, dass dieser weniger wirkungsvoll sein wird als das DRS und dass er auch davon abhängt, ob ein Auto in der Lage ist, die zusätzliche Energie zu erzeugen.

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"Der Unterschied besteht darin, dass dies nichts mit Aerodynamik zu tun hat, sondern alles mit dem Hybridsystem und dem Energiemanagement innerhalb des Hybridsystems. Es bietet dir also die Möglichkeit, wenn dein Auto dazu in der Lage ist, pro Runde mehr elektrische Energie zu gewinnen. Und weil diese elektrische Energie dann gesammelt wird, kann sie genutzt werden, und zwar auf den Geraden, um dir dabei zu helfen, jemanden vor dir einzuholen. Das ist wirklich nützlich zum Überholen. Aber ich glaube, es ist nicht ganz so stark wie das DRS früher war.»

James Allison: «Der Fahrer muss höllisch aufpassen»

«Und dann haben die Piloten auch einen so genannten Boost-Knopf, der die gesamte automatische elektrische Energieplanung im Auto ausser Kraft setzt und einfach volle Power freigibt. Solange die Batterie dazu in der Lage ist, erhält man die volle Kraft des 350-Kilowatt-Elektromotors zusammen mit allem, was die Benzinseite des Verbrennungsmotors liefern kann.»

«Das ist eine ziemlich beeindruckende Menge an Leistung, solange sie bereitgestellt werden kann. Natürlich muss man dafür vielleicht später in der Runde einen Preis zahlen, weil man möglicherweise die Batterien geleert und jemanden überholt hat, nur um festzustellen, dass dieser sich etwas Energie aufgehoben hat, um einen vielleicht später noch zu überholen. Der Fahrer muss also höllisch aufpassen. Aber es wird definitiv für Abwechslung sorgen, während die Fahrer lernen, mit diesen Möglichkeiten zu jonglieren, die die Planung von Leistung und Energie im Rundenvorlauf unter diesen neuen Regeln bietet.»

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