Schumacher, Alonso, Hamilton, Vettel: Top-3 von Massa

Von Rob La Salle
Formel 1
Felipe Massa

Felipe Massa

​Abu Dhabi wird für Felipe Massa zum 269. und letzten Grand Prix seiner Karriere. Der Brasilianer blickt zurück und sagt, wer von den Stars Schumacher, Alonso, Hamilton und Vettel für ihn der Beste ist.

Finale für Felipe Massa: Am kommenden 26. November bestreitet der 36jährige Felipe Massa den letzten Grand Prix seiner Rennkarriere, dann sattelt der WM-Zweite von 2008 mit grosser Wahrscheinlichkeit in die Formel E um.

Der elffache GP-Sieger hat einen überaus emotionalen Grossen Preis von Brasilien hinter sich, zum Schluss des Rennens durfte er mit seinem Sohn Felipinho sogar aufs Podest, um sich von den Fans aus seiner Heimatstadt São Paulo feiern zu lassen.

Massa blickt ohne Zorn zurück. Auch wenn es vor neun Jahren nicht sein sollte, dass er Weltmeister wird, so ist der frühere Ferrari-Werksfahrer mit sich im Reinen.

Seine Ehrenrunde in der Formel 1 war nicht einfach. An sich wollte Massa die GP-Bühne ja schon Ende 2016 verlassen, dann hat der überraschende Rücktritt von Weltmeister Nico Rosberg alles verändert. Mercedes brauchte einen Rosberg-Ersatz, die Wahl von Valtteri Bottas war naheliegend, aber Claire Williams liess den Finnen nur unter der Bedingung ziehen, dass der erfahrene Felipe Massa ein Jahr anhängt. Der Brasilianer liess sich breitschlagen.

«Das Jahr war mittelprächtig», blickt Massa zurück. «Wir hatten kein so konkurrenzfähiges Auto wie etwa Force India, daher lag für das Team nicht mehr drin als WM-Schlussrang 5. Wir haben viele WM-Punkte wegen technischer Gebrechen verloren. Das grösste Problem war die Aerodynamik, aber auch das Chassis war nicht optimal.»

Welche Schulnote würde sich der Südamerikaner selber geben, wenn er auf seine Karriere zurückblickt? Massa lacht: «Klar würde ich am liebsten sagen – eine 1. Aber das würde ich nur, wenn mir damals der Titelgewinn gelungen wäre. Ich finde, ich durfte eine aufregende Karriere erleben», fährt Felipe in der spanischen As fort, «für mich war es immer ein Traum, in die Formel 1 zu kommen, das habe ich geschafft, ich konnte elf Rennen gewinnen, dazu bin ich der Fahrer, der vielleicht am knappsten am Titel vorbeigeschrammt ist. Aber eine Note ist gar nicht so wichtig. Wichtig ist, dass ich mir den Respekt der Menschen verdient habe, die ich im Lauf der Jahre kennenlernte. Ich gehe erhobenen Hauptes, das zählt für mich.»

Ein Wechsel in die Formel E ist für Felipe Massa naheliegend, denn «das scheint mir jene Rennkategorie zu sein, die derzeit am interessantesten ist und wo ich auch gewinnen kann. Elektrischer Antrieb, das ist die Zukunft unserer Fahrzeuge.»

Für die Formel 1 sieht Massa «eine schöne Zukunft. Die neue Führung hat viele Ideen, um mehr Menschen anzuziehen, das finde ich gut.»

Die Frage liegt auf der Hand: Wen erlebte Massa im Laufe seiner sechzehn Jahre Formel 1 als den stärksten Gegner? Felipe: «Fernando Alonso und Michael Schumacher sind auf vergleichbarem Niveau. Hamilton fährt auch in dieser Liga. Sebastian Vettel sehe ich ein klein wenig darunter. Und danach, vielleicht eines Tages Max Verstappen, dem noch ein wenig die Konstanz fehlt. Am Grundspeed und am Talent mangelt es bestimmt nicht.»

Apropos Alonso – wo sieht Massa seinen früheren Ferrari-Stallgefährten 2018, wenn McLaren mit Renault-Motoren antritt und nicht mehr mit Antriebseinheiten von Honda? Felipe: «Ohne jeden Zweifel wird McLaren weiter vorne auftauchen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie ein Wörtchen um den Titel mitreden werden.»

Auch die folgende Frage drängt sich für den früheren Ferrari-Piloten auf: Wieso will es seit 2007 und Kimi Räikkönen nicht mit einem weiteren WM-Titel für einen Ferrari-Fahrer klappen?

Massa meint: «Weil letztlich das Auto nicht gut genug gewesen ist. Fernando Alonso hat zwei Mal um einen Titel gekämpft mit einem Rennwagen, der eigentlich nicht titelfähig war. Ich bleibe in meinem Herzen immer ein Ferrarista, und klar wünsche auch ich mir, dass sie früher oder später wieder den Titel holen. Das grösste Problem von Ferrari bleibt dieser enorme Erfolgsdruck.»

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