Mehr Geld: Mercedes mit Tommy Hilfiger, BP im Renault

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Die Formel 1 nimmt nach Jahren der Stagnation wieder Fahrt auf. Was die Leitung des Sports angeht, aber auch was Geldgeber betrifft: Tommy Hilfiger bei Mercedes, BP bei Renault, Jack & Jones bei Haas.

Die Formel 1 wird wieder attraktiver für Geldgeber. Alfa Romeo ist ab 2018 Titelsponsor des Sauber-Rennstalls, vor kurzem gab Renault eine Fünfjahresverlängerung mit dem madrilenischen Versicherer Mapfre bekannt, nun bestätigt Formel-1-Weltmeister Mercedes-Benz eine mehrjährige, strategische Partnerschaft mit dem bekannten Bekleidungshersteller Tommy Hilfiger.

Ab sofort wird das vom US-amerikanischen Modedesigner Tommy Hilfiger 1985 gegründete Unternehmen mit Sitz in Amsterdam offizieller Bekleidungs-Partner des Teams und damit auf der langen Tradition des Unternehmens im Sportsponsoring aufbauen, die seit der Gründung der Marke durch Tommy Hilfiger besteht.

Tommy Hilfiger beschäftigt heute weltweit 30.00 Mitarbeiter und setzt im Jahr fast sieben Milliarden Dollar um. Seit 2010 ist das Unternehmen im Besitz der New Yorker Phillipps-Van Heusen Corporation (PVH), zu der seit 2003 auch die Modemarke Calvin Klein gehört. Tommy Hilfiger erwirtschaftet rund die Hälfte des Umsatzes von PVH.

Im Rahmen der neuen Partnerschaft wird Tommy Hilfiger Mercedes-AMG Petronas Motorsport mit Renn- und Reisebekleidung ausstatten sowie Kleidung für Factory, Büro und Hospitality zur Verfügung stellen. Das unverwechselbare Logo von Tommy Hilfiger wird Ende Februar bei der Vorstellung des neuen Mercedes-AMG F1 W09 EQ Power+ in Silverstone (Grossbritannien) zum ersten Mal auf dem Auto sowie in der Box und an der Rennstrecke zu sehen sein.
 
«Wir sind hocherfreut, Tommy Hilfiger bei Mercedes-AMG Petronas Motorsport willkommen zu heissen und sie wieder in der Formel 1-Welt zu begrüssen», sagt Toto Wolff, Teamchef und Geschäftsführer von Mercedes-AMG Petronas Motorsport. «Es ist immer aufregend, eine neue Partnerschaft zu beginnen – besonders dann, wenn sie einen solchen Schlüsselbereich für das Image unseres Teams betrifft. Ich bin überzeugt, dass sie unsere Marke mit frischem Schwung versehen und ihre Wahrnehmung ab dieser Saison verändern wird.»
 
Die Geschichte der Marke Tommy Hilfiger ist eng verbunden mit der Zusammenarbeit mit Ikonen aus Sport und Popkultur. Tommy Hilfigers Verbindung zur Formel 1 begann mit einem Sponsoring bei Lotus im Jahr 1991 und setzte sich über das Jahrzehnt hinweg fort. «Seit meinem ersten Besuch bei einem Formel-1-Rennen war ich von der Welt des Motorsports absolut fasziniert», sagt Tommy Hilfiger. «Diese Arena nun gemeinsam mit den Weltmeistern von Mercedes-AMG Petronas Motorsport und ihrem Nummer 1-Team wieder zu betreten, ist eine unglaubliche Art, um Fashion und Formel 1 zu verschmelzen.»
 
Exklusive Video-Teaser, Print-, Online- und Media-Platzierungen der Zusammenarbeit werden weltweit im Frühjahr 2018 anlaufen. Mehr zu dem Thema gibt es in den kommenden Wochen auf Social Media mit #WhatsYourDrive unter @TommyHilfiger und @MercedesAMGF1.

Haas mit Jack & Jones

Auch der US-amerikanische Haas-Rennstall hat sich einen Bekleidungshersteller angelacht: Jack & Jones (Herrenbekleidung), Marke aus dem Haus Bestseller. Die dänische Firma, 1975 gegründet, beschäftigt mehr als 15.000 Fachkräfte und setzt im Jahr rund 2,6 Milliarden Euro um. In der Formel 1 wird vor allem für Herren-Jeans geworben, die in mehr als 1000 Läden in 38 europäischen Ländern verkauft werden.

Jack & Jones wird auf den Heckflügeln der Rennwagen von Kevin Magnussen und Romain Grosjean sowie auf den Overalls der Piloten zu sehen sein. Dazu wird das Team mit Bekleidung ausgerüstet. Jack & Jones begleitet den Dänen Magnussen seit vielen Jahren. Hinter Bestseller steht der Unternehmer Anders Holch Povlsen, der auch drittgrösster Teilhaber des Online-Kleiderversands «Zalando» ist.

Renault mit BP und Mapfre

Der Werksrennstall von Renault vertieft die Partnerschaft mit BP (ehemals British Petroleum), dem 1924 gegründeten Mineralölunternehmen aus London. BP ist der drittgrösste private Mineralölkonzern der Welt nach ExxonMobil (USA) und der Royal Dutch Shell (Niederlande). BP gibt mehr als 80.000 Menschen arbeit und erreichte 2016 einen Umsatz von 183 Milliarden Dollar. Das Unternehmen besitzt 27.000 Tankstellen mit täglich 13 Millionen Kunden.

BP verspricht sich von der Rückkehr auf die Formel-1-Bühne Anfang 2017 mehr Marktanteile beim umkämpften Tankstellengeschäft. Die 1906 als «British Petroleum Company» gegründete Firma mit Sitz in London ist ein absolutes Schwergewicht – 85.000 Mitarbeiter, Umsatz 2015 222,9 Milliarden US-Dollar. Damit ist BP nach Umsatz die Nummer 8 der Welt (hinter Saudi Aramco, den chinesischen Firmen Sinopec, China National und PetroChina, ExxonMobil, Shell und Kuwait Petroleum).

Zur BP-Gruppe gehört auch Castrol (Öl- und Schmierstoffe), die zuletzt mit BMW-Williams in der Formel 1 tätig waren, vor mehr als zehn Jahren.

Nun haben Renault und BP verkündet: Die Kooperation läuft mindestens fünf weitere Jahre und wird weit über die Formel 1 hinaus ausgebaut.

Ende Januar wurde bestätigt: Der Formel-1-Rennstall von Renault wird bis Ende 2022 von der spanischen Versicherungsgesellschaft Mapfre unterstützt. Das 2017 begonnene Abkommen wird in den kommenden Jahren erweitert.

Die spanische Versicherungsgesellschaft Mapfre ist 2017 erstmals auf den Renault-Boliden aufgetaucht. Die madrilenischen Versicherer haben in den vergangenen zwölf Monaten so gute Erfahrungen gemacht, dass Mapfre-CEO Antonio Huertas den Vertrag mit Renault-Chef Carlos Ghosn um satte fünf Jahre verlängert hat!

Es handelt sich nicht um das erste Sponsoring von Mapfre im Grand-Prix-Sport: 2009 fuhren Jenson Button und Rubens Barrichello mit Geld von Mapfre Brasilien in Interlagos. Das Timing war perfekt: Button sicherte sich im BrawnGP-Renner den WM-Titel. Die Bilder seines Renners, mit Mapfre-Schriftzügen, gingen um die Welt. Und schon 1976 rückte der spanische Privatfahrer Emilio Zapico mit einem Williams FW04-Ford aus, auf dem Mapfre stand. Für den Heim-GP in Jarama konnte er sich aber nicht qualifizieren.

Mapfre ist ein diversifizierter Finanzdienstleister, Sitz der 1933 als Mutualidad de Seguros de la Agrupación de Propietarios de Fincas Rústicas de España (sinngemäss: Unfallversicherungskasse der spanischen Landbesitzer) gegründeten Firma ist bis heute Madrid. Die Holding besteht aus 240 Einzelunternehmen, die in 38 Ländern angesiedelt sind. Mapfre beschäftigt mehr als 37.000 Fachkräfte, setzte 2016 mehr als 27 Milliarden Euro um und erwirtschaftete dabei einen Nettogewinn von 775 Millionen Euro. Mapfre zählt weltweit 37 Millionen Kunden und ist die europäische Nummer 8 im Versicherungswesen (hinter der Allianz aus Deutschland, Lloyd’s aus Grossbritannien, der Axa aus Frankreich, der Zürich und der Chubb aus der Schweiz, der Generali aus Italien sowie der niederländischen Achmea).

Mapfre-Aufschriften werden auf der Fahrzeugnase und den Seitenkästen der Rennwagen zu sehen sein, dazu auf den Overalls und Helmen von Nico Hülkenberg und Carlos Sainz.

Auch McLaren mit neuen Sponsoren

McLaren-Direktor Zak Brown hat angekündigt, dass es auch von seinem Team bald gute Nachrichten geben werde. «Wir führen ernsthafte Gespräche mit vielen grossartigen Unternehmen, deren Marken sehr bekannt sind», sagte der Kalifonier gegenüber Racer. «Es handelt sich um jene Art von Partnern, die man bei einem Team wie McLaren vermuten würde. Wir haben einige Deals abgeschlossen und beginnen bald damit, diese zu verkünden», verspricht der ehrgeizige Amerikaner.

Gemäss Brown wird McLaren allerdings auch 2018 keinen Titelsponsor haben. Der Kalifornier zerstreut Bedenken, wonach der zweiterfolgreichste Formel-1-Rennstall (nach Ferrari) finanzielle Sorgen hätte. «Wenn wir uns in der Formel 1 umschauen, dann nennt eigentlich niemand den Namen des Titelsponsors. Also glaube ich, das hat wenig Wert. Wir sind McLaren, wir sind nicht ABC McLaren. Wir werden tolle Marken vorzeigen können, aber wir wollen keine Markenbezeichnung vor dem Firmennamen.»

«Im NASCAR-Sport haben wir Fahrer, die darauf trainiert sind, aus ihren Autos zu steigen und zu sagen – mein Chandon-Ford lief fabeblhaft heute. Aber das passiert in der Formel 1 nicht. Also schützen wir unsere eigene Marke.»

Brown erklärt, die Veränderungen in der Formel 1 im Allgemeinen und der McLaren-Wechsel von Honda- zu Renault-Motoren im Besonderen hätten das Interesse am Rennstall angefacht. «Das sind aufregende Zeiten. Die Formel 1 macht wieder Schlagzeilen, die Zuschauerzahlen steigen, die Mächtigen im Sport bringen frische strategische Visionen, das ist ein toller Schwung. Und auch McLaren kommt in Schwung. Wir haben weiterhin Fernando Alonso, mit haben mit Stoffel Vandoorne und Lando Norris zwei tolle junge Fahrer, wir haben einen neuen Motorpartner – wir spüren Rückenwind.»

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