Massimo Rivola (Aprilia) enttäuscht: «Werden die Sprint-Punkte vermissen»
Der Chef der Aprilia-Rennabteilung war nach dem Auftakt-GP stolz auf alle vier Piloten der RS-GP. Und schmerzte auch am Sonntag noch die verpasste Chance eines Doppelschlags durch Marco Bezzecchi.
Eins, drei, vier und fünf. So das Ergebnis aus Aprilia-Sicht beim Großen Preis von Thailand, dem Auftakt zur MotoGP-Saison. Auch der Blick auf die WM-Tabelle nach den ersten beiden Wettfahrten des neuen Jahres sagt alles: KTM-Youngster Acosta, der in Thailand zweimal glänzen konnte, folgen dich auf GP-Sieger Marco Bezzecchi, Raul Fernandez, Jorge Martin und Ai Ogura. Der Begriff «furios« beschreibt den Auftritt des Herstellers aus Noale beim Saisonauftakt 2026.
Noch gewichtiger erscheint die Leistung der vier RS-GP auch durch den Absturz des Bollwerks aus Bologna. Zwar vereitelten auch Technik und Sturzpech im Falle der Marquez-Brüder einen glanzvolleren Ducati-Auftritt, doch die Aprilia-Überlegenheit konnte in Thailand nicht übersehen werden.
Anerkennung für alle vier Aprilia-Piloten
Durch die Abwesenheit von Marc Marquez fehlte am Ende der Saison 2025 die wahre Referenz. War der Auftritt von Bezzecchi und Fernandez im Finale der letzten Saison nur ein Zufallstreffer? Die Antwort in Anwesenheit des Weltmeisters fiel eindeutig aus. Während sich Marco Bezzecchi beim GP-Rennen keine Sekunde mit der Nummer 93 aufhielt, filetierte Trackhouse-Privatfahrer Fernandez den Champion ohne zu zögern in Kurve 7 – eine Situation, die vor nicht langer Zeit undenkbar erschien.
Als dann auch noch Jorge Martin nachzog und Aprilia kurzzeitig alle Podestplätze innehatte, war auch dem letzten Zweifler klar: In Thailand gelang es Aprilia erstmals, den Rivalen aus Bologna vollformatig auszubeschleunigen.
Nach dem Riesenerfolg war Aprilia-Racing-Boss ein gefragter Gesprächspartner. Der besonnene und zugleich schlagfertige Chef der Rennabteilung in Buriram: «Ich möchte an diesem Tag allen Piloten gratulieren. Alle vier haben beim Auftakt-GP einen herausragenden Job gemacht.
Rivola weiter: «Ohne Frage, nach diesem Tag können wir sehr zufrieden sein, denn es schaut so aus, dass wir es geschafft haben, die Stärken des Motorrads, gemeint ist vor allem der Speed in schnellen Kurven, beizubehalten und uns damit angepasst haben an das Anforderungsprofil von Strecken wie Buriram.»
Unterstütung statt Schimpfe für Bezzecchi
Angesprochen wurde der Rennsportchef auch auf die verpasste Chance eines Doppelsiegs von Marco Bezzecchi. Der Trainingsschnellste war nach einem harmlosen Ausrutscher in Runde 2 ausgeschieden. Die Konsequenz: Trotz ungefährdetem GP-Sieg heißt der WM-Spitzenreiter nach Runde 1 Pedro Acosta.
Rivola mit ernstem Gesicht: «Ich bin sehr enttäuscht, was den Sprint angeht. Wenn man die Möglichkeiten hat, dann muss man jede Chance ausnutzen Wir werden eindeutig nicht dominant sein dieses Jahr. Marc und auch Pedro, sie werden bei jedem Rennen da sein. Sicher werden wir diese Punkte noch vermissen.»
Gab es Vorwürfe in Richtung Marco Bezzecchi? Rivola verneint: «Marco ist ein überaus intelligenter Typ, er kann diese Situation für sich richtig einschätzen. Natürlich gibt es manchmal auch Fälle, in denen Marco eine Ansage, aber in diesem Fall hat er Unterstützung gebraucht – und die hat er von mir und dem ganzen Team bekommen.»
Die Dankesgeste war nicht zu übersehen. Marco Bezzecchi glänzte mit einer fehlerfreien Demonstrationsfahrt und der schnellsten Rennrunde und holte nach dem letzten Sieg 2025, nun auch den ersten GP-Sieg 2026.
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