Stoffel Vandoorne: «Sergey Sirotkin ist sehr stark»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1

Die Williams-Entscheidung für Sergey Sirotkin und gegen Robert Kubica wird von vielen Fans kritisiert. t Stoffel Vandoorne, der den Russen aus früheren Tagen kennt, verteidigt die Wahl des britischen Privatrennstalls.

Sergey Sirotkins Williams-Verpflichtung kam bei so manchem Formel-1-Fan nicht so gut an. Viele Kritiker klagen: Dass sich der unerfahrene Russe im Rennen um das zweite Cockpit neben Lance Stroll gegen Comeback-Kandidat und Publikumsliebling Robert Kubica durchgesetzt hat, liege wohl eher an der dicken Mitgift von Geldgeber SMP als an den Fahrkünsten des 22-jährigen Moskauers.

Allerdings werden im Fahrerlager immer mehr Stimmen laut, die sich gegen diesen Vorwurf stellen. So erklärte etwa McLaren-Talent Stoffel Vandoorne im Gespräch mit den Kollegen der belgischen «La Derniere Heure»: «Ich bin in den Nachwuchsserien gegen Sergey gefahren und ich kann euch sagen, dass er sehr stark ist. Er ist schnell und arbeitet hart, um noch besser zu werden. Ganz ehrlich, Sergey ist sehr viel schneller als viele Leute glauben.»

Der Blick in die Statistikbücher zeigt allerdings, dass Vandoorne sowohl in der 3.5-Liter-Klasse der Formel Renault als auch in der GP2 (heutige Formel 2) erfolgreicher als der Williams-Neuling unterwegs war: 2013 traten beide in der Renault World Series an und Vandoorne sicherte sich gleich in seinem ersten Jahr in der 3.5-Liter-Klasse den zweiten Gesamtrang. Dabei holte de Belgier vier Siege und zehn Podestplätze. Sirotkin schaffte es hingegen nur zwei Mal aufs Treppchen und musste sich deshalb mit dem neunten Tabellenrang begnügen.

Weniger deutlich fiel sein Rückstand auf das heutige McLaren-Talent zwei Jahre später im sogenannten Vorzimmer der Königsklasse aus: Während Vandoorne sich mit sieben Siegen und 16 Podestplätzen zum GP2-Meister krönen liess, schaffte es Sirotkin mit einem Sieg und fünf Podestplätzen auf den dritten Gesamtrang.

Dennoch bleibt der Formel-1-Aufsteiger angesichts des Vorwurfs, ein Pay Driver zu sein, gelassen. Im Gespräch mit dem russischen Radiosender Sport FM erklärt er: «Diese Begriffe sind mir egal, wenn jemand Fakten dazu liefern kann, dann soll er das bitte tun.»

Auch das Grid-Girl-Verbot, das in der vergangenen Woche für viel Aufregung gesorgt hat, lässt Sirotkin kalt: «Wenn du in der Startaufstellung stehst, dann denkst du nicht an die Mädchen. Hätte man mir das nicht gesagt, wäre mir das wahrscheinlich nicht einmal aufgefallen. Ich kann sowohl die Gegner als auch die Befürworter dieser Entscheidung verstehen. Aber ich sehe das von einem professionellen Standpunkt. Und so gesehen sind wir Fahrer von dieser Entscheidung gar nicht betroffen.»

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