Wünsche für die Saison 2026: Was den Bahnsport voranbringen würde
Mit dem Jahreswechsel blicke ich auf die Saison 2026 und bringe im Zuge der Neujahrswünsche meine persönlichen für die Entwicklung auf Eis sowie der Speedway- und Langbahn zum Ausdruck.
Los geht’s schon bald, denn die Eisspeedwaysaison 2026 ist in den Startlöchern. Zwei mehr oder minder große Veränderungen stehen uns in diesem Winter ins Haus: Anstelle von Polen tritt Finnland als EM-Veranstalter auf und das Eisspeedway der Nationen kehrt auf Kosten eines Grand Prix zurück. Gewonnen hat der Sport dadurch nichts, denn ein Plus an Events ist nicht zu verzeichnen und die Kalender gleichen sich seit Jahren.
Ein großer Wunsch ist aus internationaler Sicht den Kalender auszuweiten, möglicherweise mit einer Ein-Tages-Team-WM im Rahmen von Natureisrennen im Januar oder Februar in Schweden, gekoppelt mit einem Trainingslager für den Nachwuchs und einer U23- oder B-WM für die Fahrer der zweiten Garde. Stefan Svensson sagte bereits vor zwei Jahren im Gespräch mit SPEEDWEEK.com, dass die Schweden auf Natureis keine Zwei-Tages-Events mit Trainings auf die Beine stellen können, da hierzu die Temperaturen stimmen müssen, aber Tagesevents an mehreren Orten machbar sind. Vielleicht wäre das ein Ansatz, solange sich keine Möglichkeiten in unseren Breitengraden oder auf Kunsteis auftun.
Ein kluger Schachzug
Im Speedway geht es mit dem Grand Prix und der Europameisterschaft wie gehabt weiter und der Sport hat funktionierende Zugpferde mit entsprechender Vermarktung. Dem neuen Promoter des Speedway-GP ist zu wünschen, dass das neue Konzept mit Doppel-Events aufgehen und das Interesse der Zuschauer vor Ort wecken wird. Es ist ein kluger Schachzug, die Halbfinals des World-Cups in kleinere Märkte wie Deutschland und Lettland zu vergeben, da dort die Stars nicht oft zu sehen sind.
Aus nationaler Sicht war es vielversprechend, die Deutsche Meisterschaft auf mehrere Termine zu verteilen und es wird spannend zu sehen, wie sich das 2026 entwickelt.
Kurz vor Ende der Saison 2025 lieferten uns Norick Blödorn und Mario Häusl bei der U21-Team-WM einen großartigen Erfolg. Beide äußerten, dass sie sich mehr Einsätze in der deutschen Bundesliga wünschen würden. Diesem Wunsch schließe ich mich an: Bringen wir unsere Goldjungs und auch die jungen Wilden, die uns bei den Rennen zur Deutschen Meisterschaft begeistert haben, auch in unserer höchsten Liga ans Startband. Fördern wir den Nachwuchs im eigenen Land stärker und geben den Fans die Chance, die eigenen Fahrer zu sehen.
Kompromiss muss gefunden werden
Lange warten mussten wir auf den endgültigen Kalender in der Langbahn-Weltmeisterschaft, der weiter geschrumpft ist. Im Gegensatz zum Eisspeedway gibt es – vor allem in Deutschland – Top-Veranstalter, die in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie einen WM-Lauf ausrichten können. Mehr und mehr Clubs verabschiedeten sich zuletzt aus der WM, da sie mit den Vorgaben zur Ausrichtung nicht einverstanden sind.
Ich kann beide Seiten verstehen: Ein WM-Lauf nur mit Solo-Rennen ist für einen Veranstalter uninteressant, ein Rahmenprogramm stört aber die kurzweilige Übertragung im Livestream, da dadurch das Hauptprogramm in die Länge gezogen wird, und unabwägbare Verzögerungen durch Stürze etc. auftreten können.
Die FIM sollte ihre Regeln lockern, was mehr Möglichkeiten für ein Rahmenprogramm vor den Hauptrennen ermöglicht; aber man sollte auch sehen, dass ein WM-Finale in unserer schnelllebigen Zeit nicht mehr von 9 bis 18 Uhr dauert. Theoretisch ist beides möglich, jedoch sollte auch klar sein, dass bei einem Grand Prix die WM klar im Vordergrund stehen muss. In diesem Punkt wünsche ich mir für 2026 mehr Dialog zwischen der FIM und den Clubs im Hinblick auf 2027. Ein erster Schritt ist gemacht, da wir dieses Jahr wieder 20 Fahrer im Line-up haben und damit auch mehr Läufe geboten bekommen.
Mein letzter Wunsch: Ein Sieg sollte sich mehr lohnen. Gebt den Gewinnern eines Grand Prix mehr Punkte als bisher und kehrt zum Modus 25-20-18-16 usw. zurück. Denn wenn ein Sieg nur zwei mickrige Zähler mehr bringt als ein zweiter Platz, lässt sich mit einem Triumph kaum Boden gutmachen.
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