Nico Hülkenberg: Was er Renault 2018 alles zutraut

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Der Emmericher Nico Hülkenberg (30) platzt vor Tatendrang: Der Renault-Werksfahrer kann es nicht erwarten, mit dem neuen Renner vom Typ R.S.18 in Barcelona auf die Testbahn zu gehen.

Renault-Sport-Geschäftsleiter Cyril Abiteboul weiss, dass Renault in manchen Belangen noch viel aufzuholen hat. Ein Bereich, der ihm wenig Sorgen macht, sind die Fahrer. «Mit Nico Hülkenberg und Carlos Sainz haben wir zwei aussergewöhnlich talentierte, überaus hungrige Piloten», sagt der Pariser. «Nico Hülkenberg hat für uns genau das gebracht, was wir uns von seinem Engagement versprochen hatten. Mit seiner Erfahrung und seinem Speed hat er sich auf und abseits der Rennpiste als echter Leader-Typ erwiesen.»

«Carlos Sainz ist im Laufe der Saison zu uns gestossen, und wir haben uns lange überlegt, ob wir das machen sollen. Ein Wechsel mitten in der Saison ist aus menschlicher und technischer Sicht nie einfach. Aber ich glaube, der Wechsel kam zur richtigen Zeit. Der Madrilene hat frischen Wind ins Team gebracht, und ohne ihn hätten wir den sechsten Schlussrang nicht erobern können.»

Nico Hülkenberg fiebert der neuen Saison entgegen. Der Emmericher sagt: «Es kommt mir so vor, als wäre ich schon viel zu lange nicht mehr im Rennwagen gesessen. Ich war oft im Werk von Enstone und konnte beobachten, wie der neue Wagen entstanden ist. Daher bin ich extrem begeistert, was die kommende Saison angeht, und auch von der Motorenabteilung in Viry gibt es viele positive Signale. Wir stehen vor aufregenden Zeiten!»

«Wir wissen genau, was wir erreichen wollen. Aber wir leben in einem hart umkämpften Umfeld, und unsere direkten Gegner haben ähnliche Ziele. Wir gut wir unseren Job wirklich gemacht haben, das werden wir erst bei den Wintertestfahrte erahnen können. Das ist ja der Grund, warum auch wir selber die Tests so spannend finden.»

«Ich selber will mich in jedem Jahr verbessern. 2017 war meine erste Saison mit Renault. Gewisse Abläufe musste ich mir erst verinnerlichen, es gab viele Mitarbeiter kennenzulernen. Nun kann ich auf einer guten Ausgangslage aufbauen. 2017 haben wir uns quasi warmgelaufen, jetzt wollen wir so richtig Gas geben. Wir haben in den vergangenen Monaten sehr viel gearbeitet, und harte Arbeit macht sich in der Regel bezahlt. Ich bin wirklich heiss aufs Fahren, schickt mich endlich raus! Ich habe ein gutes Gefühl.»

«Ich erwarte, dass wir um bessere Platzierungen kämpfen. Ich erwarte auch, dass die Rennen abwechslungsreicher werden. Wir fahren mit weicheren Mischungen, das sollte mehr Boxenstopps erzeugen und das wiederum mehr Chancen eröffnen.»

«Und da ist noch Carlos Sainz auf der anderen Seite der Box, ein junger, erfolgshungriger, guter Fahrer, der mich in Atem halten wird. Hoffentlich habe ich noch ein paar Tricks auf Lager!»

Besagter Sainz hat sich geschworen: «Ich werde jeden Tag noch härter arbeiten, um den positiven Trend bei uns weiterzuführen. Ich weiss, dass wir einen Schritt nach vorne machen können. Die Frage wird sein, wie gross dieser Schritt ist. Ich bin überzeugt, dass wir bei Renault vor einer aufregenden Saison stehen.»

«Als ich im Oktober ins Renault-Werk von Enstone kam und nun im Januar, waren die Unterschiede offensichtlich. Neue Mitarbeiter, neue Maschinen, neue Gebäude, andere befinden sich im Bau, da ist sehr viel in Bewegung, und für einen Rennfahrer ist das überaus motivierend.»

«Ich konnte im vergangenen Jahr vier Rennwochenenden für Renault fahren, und wir haben am Ende noch Rang 6 im Konstrukteurs-Pokal erobert. Diese vier Rennen waren wichtig, um mich besser auf die Saison 2018 vorzubereiten. Wenn es nun wieder auf die Testbahn geht, dann kenne ich schon alle. Ich kann mich sofort auf eine starke Basis verlassen und die Saison auf dem richtigen Fuss beginnen.»

Fahrer wie Max Verstappen schimpfen über den Kopfschutz Halo, Carlos Sainz ist da ganz Pragmatiker: «Nach zwanzig Runden oder so werden wir uns daran gewöhnt haben. Wir kennen die Zahlen aus dem Windkanal, nun bin ich gespannt darauf zu erleben, wie sich der Halo auf der Rennbahn bemerkbar macht. Aber ich glaube, die Aufregung um den Halo wird sich bald legen, und dann wird er für alle ganz normal sein.»

«Der neue Renault sieht sehr vielversprechend aus. Ich konnte erkennen, wie viel Arbeit in dieses Auto geflossen ist. Nun kann ich es kaum erwarten, damit zum ersten Mal zu fahren.»

Die wichtigsten Termine 2018

Team-Präsentationen
22. Februar: Ferrari (Maranello)
22. Februar: Mercedes (Silverstone)
23. Februar: McLaren (Internet)
26. Februar: Toro Rosso (Barcelona)

Wintertests
26. Februar bis 1. März: Circuit de Barcelona-Catalunya
6. bis 9. März: Circuit de Barcelona-Catalunya

Testfahrten innerhalb der Saison
15./16. Mai: Circuit de Barcelona-Catalunya
31. Juli/1. August: Hungaroring

Formel-1-WM
25. März: Australien (Melbourne)
8. April: Bahrain (Sakhir)
15. April: China (Shanghai)
29. April: Aserbaidschan (Baku)
13. Mai: Spanien (Barcelona)
27. Mai: Monaco (Monte Carlo)
10. Juni: Kanada (Montreal)
24. Juni: Frankreich (Le Castellet)
1. Juli: Österreich (Spielberg)
8. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
22. Juli: Deutschland (Hockenheim)
29. Juli: Ungarn (Budapest)
26. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
2. September: Italien (Monza)
16. September: Singapur
30. September: Russland (Sotschi)
7. Oktober: Japan (Suzuka)
21. Oktober: USA (Austin)
28. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
11. November: Brasilien (São Paulo)
25. November: Abu Dhabi (Insel Yas)

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