Sirotkin: Knallt es bei Williams wegen Kubica?

Von Andreas Reiners
Formel 1
Sergey Sirotkin

Sergey Sirotkin

Sergey Sirotkin weiß, dass er im Grunde doppelt abliefern muss. Dass er seine Kritiker überzeugen muss. Von denen gibt es schon sehr viele, obwohl der Russe noch kein einziges Formel-1-Rennen gefahren ist.

Vielleicht würde es gar nicht so viel Gegenwind geben, wenn nicht der beliebte Robert Kubica gegen Sirotkin den Kürzeren gezogen hätte beim Fahrer-Casting von Williams. Dann würde man vielleicht erstmal abwarten und nicht die Karte «Paydriver» ziehen, die bei Sirotkin aber durchaus auch angebracht ist.

Er ist allerdings selbstbewusst genug, um nicht nur gegen seine Konkurrenten auf der Strecke, sondern auch gegen seine Kritiker anzutreten. «Ich kenne mein Level, ich kenne meine Schwächen, ich muss einfach sicherstellen, dass ich es nicht übertreibe. Ich kenne die Bereiche, in denen ich mich verbessern muss», sagte Sirotkin: «Ich werde nichts beschönigen. Ich werde der erste sein, der sagt: „Ihr hattet Recht, ich habe es nicht verdient, hier zu sein.“», sagte er, meinte aber auch: «Ich bin mir sicher, dass ich meine Kritiker widerlegen werde.»

Dann gibt es aber auch noch die Konkurrenz im eigenen Team, speziell aus der zweiten Reihe. Denn Williams hat bekanntlich Kubica als Testfahrer unter Vertrag genommen. Heißt: Der Pole sitzt Sirotkin unmittelbar im Nacken.

«Ich habe mit Robert eine sehr gute Beziehung. Wir sind keine Kinder mehr und wissen, wie die Geschichte läuft. Es ist ein gutes Arbeitsverhältnis. Er hat viel Erfahrung und teilt sie auch gerne», sagte Sirotkin.

Alles prima also, nach außen hin, was auch sonst? Doch klar: Wenn es um 2019 und die eigene Zukunft geht, könnte sich das schnell ändern, droht womöglich Zoff innerhalb des Teams. Teamchefin Claire Williams blockt bei dem Thema Zukunft wenig überraschend ab. «Wir werden uns mit unseren aktuellen Fahrern Lance und Sergey auf dieses Jahr konzentrieren. Aber für 2019 werden wir sehen», so Williams.

Sirotkin sieht die Situation gelassen. «Hier herrscht schon viel Druck, da kommt es nicht mehr darauf an, welcher Fahrer da noch ist.» Er weiß aber auch: «Wenn er nicht bereit wäre, wäre er nicht hier.»

Dass Kubica bei seinem Einsatz rund drei Zehntel schneller war als Sirotkin, spielt den Kubica-Fans natürlich in die Karten. Der Pole spielt die Tatsache herunter. «Das ist völlig unwichtig. Es geht hier nicht um Rundenzeiten. Es geht darum, dem Team zu helfen. Das bedeutet auch, dass ich vorsichtig bin. Es wäre leicht, ein gehöriges Stück schneller zu fahren. Aber damit würde das Risiko steigen, dass ich den Wagen in ein Kiesbett setze – was würde das Williams helfen? Für mich ist es wichtig zu wissen: Ich stieg gestern ein, war nach einem Dutzend Runden auf Speed und fühlte sich wohl.»

Wie wird Williams mit Kubica an den Rennwochenenden arbeiten? «Ich werde einige Freitagtrainings fahren, aber da geht es darum einzuschätzen, was die jüngsten Verbesserungen bringen. Das genaue Programm ist noch nicht definiert. Auch dort wird es nicht um Rundenzeit gehen. Es geht darum, was ich über den Wagen sagen kann.»

Barcelona-Test, kombinierte Zeitenliste (1. Woche)

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W09 EQ Power+, 1:19,333 (Do) Mittelhart
2. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF71H, 1:19,673 (Di) Weich
3. Stoffel Vandoorne (B), McLaren MCL33-Renault, 1:19,854 (Do) Hyperweich
4. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W09 EQ Power+, 1:19,976 (Di) Mittelhart
5. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB14-TAG Heuer, 1:20,179 (Mo) Mittelhart
6. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-18-Ferrari, 1:20,317 (Do) Superweich
7. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB14-TAG Heuer, 1:20,326 (Di) Mittelhart
8. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari SF71H, 1:20,506 (Mo) Weich
9. Nico Hülkenberg (D), Renault R.S.18, 1:20,547 (Mo) Weich
10. Fernando Alonso (E), McLaren MCL33-Renault, 1:20,929 (Do) Superweich
11. Carlos Sainz (E), Renault R.S.18, 1:20,940 (Do) Mittelhart
12. Lance Stroll (CDN), Williams FW41-Mercedes, 1:21,142 (Do) Weich
13. Pierre Gasly (F), Toro Rosso STR13-Honda, 1:21,318 (Di) Weich
14. Robert Kubica (PL), Williams FW41-Mercedes, 1:21,495 (Di) Weich
15. Sergey Sirotkin (RUS), Williams FW41-Mercedes, 1:21,822 (Di) Weich
16. Esteban Ocon (F), Force India VJM11-Mercedes, 1:21,841 (Di) Weich
17. Sergio Pérez (MEX), Force India VJM11-Mercedes, 1:21,973 (Do) Weich
18, Brendon Hartley (NZ), Toro Rosso STR13-Honda, 1:22,371 (Mo) Weich
19. Romain Grosjean (F), Haas VF-18-Ferrari, 1:22,578 (Mo) Weich
20. Charles Leclerc (MC), Sauber C37-Ferrari, 1:22,721 (Di) Weich
21. Marcus Ericsson (S), Sauber C37-Ferrari, 1:23,408 (Mo) Weich
22. Nikita Mazepin (RU), Force India VJM11-Mercedes, 1:25,628 (Mo) Mittelhart

Barcelona-Test, Tag 4 (Donnerstag)

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W09 EQ Power+, 1:19,333 (69)
2. Stoffel Vandoorne (B), McLaren MCL33-Renault, 1:19,854 (110)
3. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF71H, 1:20,241 (120)
4. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-18-Ferrari, 1:20,317 (96)
5. Fernando Alonso (E), McLaren MCL33-Renault, 1:20,929 (51)
6. Carlos Sainz (E), Renault R.S.18, 1:20,940 (60)
7. Lance Stroll (CDN), Williams FW41-Mercedes, 1:21,142 (54)
8. Sergio Pérez (MEX), Force India VJM11-Mercedes, 1:21,973 (65)
9. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB14-TAG Heuer, 1:22,058 (35)
10. Pierre Gasly (F), Toro Rosso STR13-Honda, 1:22,134 (147)
11. Nico Hülkenberg (D), Renault R.S.18, 1:22,507 (49)
12. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W09 EQ Power+, 1:22,789 (60)
13. Charles Leclerc (MC), Sauber C37-Ferrari, 1:22,808 (59)
14. Marcus Ericsson (S), Sauber C37-Ferrari, 1:23,825 (79)
15. Sergey Sirotkin (RUS), Williams FW41-Mercedes, 1:31,979 (47)

Barcelona-Test, Tag 3 (Mittwoch)

1. Fernando Alonso (E), McLaren MCL33-Renault, 2:18,545 min (11)
2. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB14-TAG Heuer, keine Zeit (2)
3. Brendon Hartley (NZ), Toro Rosso STR13-Honda, keine Zeit (2)
4. Marcus Ericsson (S), Sauber C37-Ferrari, keine Zeit (1)
5. Robert Kubica (PL), Williams FW41-Mercedes, keine Zeit (1)

Barcelona-Test, Tag 2 (Dienstag)

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF71H, 1:19,673 (98)
2. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W09 EQ Power+, 1:19,976 (94)
3. Stoffel Vandoorne (B), McLaren MCL33-Renault, 1:20,325 (37)
4. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB14-TAG Heuer, 1:20,326 (67)
5. Carlos Sainz (E), Renault R.S.18, 1:21,212 (65)
6. Pierre Gasly (F), Toro Rosso STR13-Honda, 1:21,318 (82)
7. Robert Kubica (PL), Williams FW41-Mercedes, 1:21,495 (47)
8. Sergey Sirotkin (RUS), Williams FW41-Mercedes, 1:21,822 (52)
9. Esteban Ocon (F), Force India VJM11-Mercedes, 1:21,841 (79)
10. Charles Leclerc (MC), Sauber C37-Ferrari, 1:22,721 (81)
11. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-18-Ferrari, 1:22,727 (36)

Barcelona-Test, Tag 1 (Montag)

1. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing RB14-TAG Heuer, 1:20,179 (103 Runden)
2. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W09 EQ Power+, 1:20,349 (58)
3. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari SF71H, 1:20,506 (80)
4. Nico Hülkenberg (D), Renault R.S.18, 1:20,547 (73)
5. Fernando Alonso (E), McLaren MCL33-Renault, 1:21,339 (47)
6. Carlos Sainz (E), Renault R.S.18, 1:22,168 (26)
7. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W09 EQ Power+, 1:22,327 (25)
8. Brendon Hartley (NZ), Toro Rosso STR13-Honda, 1:22,371 (93)
9. Lance Stroll (CDN), Williams FW41-Mercedes, 1:22,452 (46)
10. Romain Grosjean (F), Haas VF-18-Ferrari, 1:22,578 (55)
11. Marcus Ericsson (S), Sauber C37-Ferrari, 1:23,408 (63)
12. Nikita Mazepin (RU), Force India VJM11-Mercedes, 1:25,628 (22)
13. Sergey Sirotkin (RU), Williams FW41-Mercedes, 1:44,148 (23)

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