Martin Brundle über Lewis Hamilton: «Das war Karma»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1

Der frühere GP-Pilot und heutige TV-Experte Martin Brundle lobt Melbourne-Sieger Sebastian Vettel für sein Verhalten nach dem ersten Rennen der Saison: «Seb hatte die Grösse einzugestehen, dass er Glück hatte.»

Als Martin Brundle nach dem ersten GP-Wochenende in Melbourne die Heimreise antrat, traf er im Flugzeug auf viele niedergeschlagene Gesichter. Dies verrät der frühere GP-Pilot, der heute als TV-Experte im Fahrerlager unterwegs ist, in seiner jüngsten Kolumne auf Skysports.com. Er traf etwa auf Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff, der beim ersten WM-Lauf des Jahres zuschauen musste, wie sein Schützling Lewis Hamilton den sicher geglaubten Sieg verlor – obwohl er alles richtig machte.

«Hamilton war in den vergangenen drei Jahren in Melbourne immer der Schnellste in den Trainings und im Qualifying, dennoch konnte er das Rennen nie für sich entscheiden. Doch diesmal schaffte er es trotz starker Qualifying-Runde und perfektem Start nicht, und das ist erstaunlich», erzählt Brundle, und fügt an: «Ferrari holte den auf Position 2 liegenden Kimi Räikkönen bereits in Runde 18 an die Box, und wahrscheinlich hätte er es an Lewis vorbei geschafft, wenn dieser nicht eine Runde später auch zum Stopp abgebogen wäre. Mercedes musste ja mit einem Auto strategisch beide Ferraris im Griff behalten.»

Was sich dann entwickelte, sei für Vettel ein Riesenglück gewesen, denn durch die virtuelle Safety-Car-Phase, die der gestrandete Haas-Renner von Romain Grosjean in der 24. Runde ausgelöst hatte, konnte der Heppenheimer die Führung behalten. Diese hatte er dank der frühen Stopps der vor ihm fahrenden Konkurrenten übernehmen können. «Es ist purer Zufall, wo du dich auf der Strecke gerade befindest, wenn die VSC-Anzeige am Streckenrand und auf dem Lenkrad-Display aufleuchtet. Du verlierst etwa mehr Zeit, wenn du dich in einer Highspeed-Passage befindest und stark in die Eisen steigen musst, als wenn du beispielsweise in einer Haarnadel-Kurve unterwegs ist», erklärt Brundle.

Und der Brite fährt fort: «Ausserdem kannst du auf dem Weg zur Box noch einmal Gas geben, und zwar zwischen der ersten Safety-Car-Linie und der Markierung, ab der das Tempolimit der Boxengasse gilt. Das Gleiche geht auch beim Verlassen der Box.» Und weil Hamilton und Räikkönen während des Stopps im Schleichmodus um die Strecke fahren mussten, konnte Vettel schliesslich vorne bleiben.

«Zu allem Unglück zeigte die Computer-Software von Mercedes an, dass Hamiltons Rückstand von 11 Sekunden auf Vettel nicht besorgniserregend sei und der Silberpfeil-Pilot genug nah dran war, um nach Vettels Stopp wieder in Führung zu liegen. Wie wir wissen, war das aber nicht der Fall und Vettel überraschte alle, als er nach seinem Reifenwechsel wieder vor einem sehr verdutzten Hamilton auf die Piste kam», schildert der 58-Jährige, der auch einige lobende Worte für Rennsieger Vettel hat.

«Vettel hatte die Grösse nach dem Rennen einzugestehen, dass er Glück hatte», erklärt der 158-fache GP-Pilot, der sich sicher ist: «Das war aber auch Karma, nachdem Hamilton nach dem Qualifying noch gescherzt hatte, er werde ihm das Lächeln aus dem Gesicht wischen – auch wenn er das natürlich nicht ernst gemeint hat. Seb hat es sich verkniffen, nach dem Rennen darauf zu antworten.»

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