FP2 Bahrain: Bestzeit für Ferrari-Ass Kimi Räikkönen!

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen

Die wichtigste freie Trainingssession des GP-Wochenendes in Bahrain schloss Ferrari-Star Kimi Räikkönen als Schnellster ab. Sein Teamkollege Sebastian Vettel blieb nur unwesentlich langsamer.

Das erste freie Training liess die Experten im Fahrerlager von Bahrain relativ kalt, schliesslich fanden die ersten 90 Trainingsminuten noch in der Nachmittagshitze statt. Statt über die Bestzeit von Daniel Ricciardo zu diskutieren, sprachen sie lieber über die Vorschläge der Formel-1-Eigner zur Zukunft des Sports, die eine Einführung einer Budget-Obergrenze vorsehen.

Das zweite freie Training, das unter ähnlichen Bedingungen wie das Qualifying und Rennen über die Bühne ging, zog sehr viel mehr Aufmerksamkeit auf sich, und ein GP-Star fieberte der zweiten Session am Abend ganz besonders entgegen: Max Verstappen hatte am Morgen keine schnelle Runde drehen können, weil beim ersten Versuch ein Elektronik-Problem bei seiner Antriebseinheit aufgetaucht war.

Die Strecke hatte sich auf 32 Grad Celsius abgekühlt und die Aussentemperatur war von 30 auf 27 Grad gefallen, als das entscheidende freie Training seinen Anfang nahm. Gleich zu Beginn gingen die Haas-Piloten Kevin Magnussen und Romain Grosjean aus, und das Duo hatte die Strecke in den ersten beiden Minuten für sich, bis schliesslich auch Sauber-Rookie Charles Leclerc die Box verliess.

Schrecksekunde für Marcus Ericsson

Der Monegasse wählte wie Magnussen die weiche Reifenmischung für seine erste Ausfahrt, während Grosjean auf den mittelharten Gummis unterwegs war. Auf gebrauchten Softs rückte Lance Stroll aus, während Sergey Sirotkin gebrauchte mittelharte Walzen aufziehen liess. Magnussen blieb auf seiner ersten gezeiteten Runde denn auch mehr als sechs Zehntel schneller als sein Stallgefährte aus Genf. Mit 1:33,366 min war er dennoch weit von der FP1-Bestzeit von Daniel Ricciardo entfernt, die bei 1:31,060 min lag.

Entsprechend schnell wurde der Däne durchgereicht. Erst war Leclerc mit 1:33,327 min der Schnellere, dann setzte Kimi Räikkönen im Ferrari mit 1:30,689 min ein klares Zeichen. Der Champion von 2007, der auf gebrauchten Softs Gas gegeben hatte, war damit der Erste, der in diesem Jahr die 1:31er-Grenze knackte.

Während sich Verstappen zum ersten Mal nach seiner Enttäuschung vom Morgen wieder auf die Strecke wagte, sorgte Marcus Ericsson im zweiten Sauber für Unterhaltung. Der Schwede legte in der dritten Kurve einen halben Dreher hin. Obwohl er dabei ins Kies geriet, konnte er hinterher weiterfahren. «Man sieht auf den Randsteinen noch die Spuren seiner Reifen», berichtete Sky-Experte und Ex-GP-Star Martin Brundle. «Er hat schlicht zu viel Gas gegeben», erklärte er weiter.

Kimi Räikkönen schnell

Während der Schwede für viel Staub und Aufregung sorgte, setzte sich Verstappen mit 1:32,134 min auf die zweite Position, die er wenige Augenblicke später allerdings seinem Teamkollegen Ricciardo überlassen musste, der mehr als eine Sekunde schneller als der Niederländer war. Max liess sich davon nicht entmutigen und verkürzte den Abstand kurz darauf auf etwas mehr als sechs Zehntel, während Stoffel Vandoorne im McLaren die bis dato viertschnellste Runde drehte.

In der Folge sorgten die Mercedes- und Ferrari-Piloten für Wechsel auf der Spitzenposition: Erst setzte sich Valtteri Bottas auf P1, nur um gleich darauf von Sebastian Vettel mit 1:30,041 min verdrängt zu werden. Der Deutsche war damit vier Zehntel schneller als der Finne im Silberpfeil. Lewis Hamilton im zweiten Mercedes musste sich vorerst mit dem fünften Platz begnügen.

Kaum waren die ersten 20 Minuten durch, wurde die gelbe Flagge gezeigt. Ausgelöst wurde sie vom vierfachen Champion in Silber, der sich beim Versuch, Vettels Bestmarke zu unterbieten, in der ersten Kurve vertat. Mehr Erfolg hatte Räikkönen, der auf superweichen Reifen einen Angriff wagte und mit 1:29,817 min die 1:30er-Grenze durchbrach.

Dreher von Sergey Sirotkin

Auch das Mercedes-Duo ging auf der weichsten Reifenmischung auf Zeitenjagd, doch Bottas kam nicht über die drittschnellste Zeit hinaus und Hamilton musste seinen ersten schnellen Versuch abbrechen, weil er im Verkehr stecken blieb. Nach der ersten halben Stunde sorgte ein Scharmützel zwischen Bottas und Ricciardo für Action. Der Finne beklagte sich, nicht informiert worden zu sein, nachdem er dem Australier im Weg gewesen war. Ricciardo machte seinem Unmut darüber natürlich auch über Funk Luft.

Williams-Rookie Sirotkin kämpfte hingegen mit ganz anderen Sorgen. Der Russe legte in der elften Kurve einen Dreher hin und ruinierte sich dabei die Reifen. In der ganzen Aufregung schaffte es Vettel, seinen Rückstand auf seinen Stallgefährten auf elf Tausendstel zu verringern. Das Mercedes-Duo Bottas und Hamilton blieb hingegen eine halbe Sekunde langsamer als die Bestmarke des Iceman.

Eine beachtliche Vorstellung lieferte hingegen Toro Rosso-Hoffnung Pierre Gasly ab, der schon im ersten Training schnell unterwegs gewesen war. Der Franzose schaffte es, sich zur Halbzeit locker in den Top-10 zu halten, während sein Teamkollege Brendon Hartley 1,7 sec langsamer blieb. Nach der Hälfte des zweiten Trainings konzentrierte sich das Feld auf die Rennsimulationen.

Räikkönen mit losem Vorderrad!

Deshalb blieb Räikkönen mit 1:29,817 min vorerst an der Spitze vor Vettel, Bottas, Hamilton, Verstappen, Ricciardo, Nico Hülkenberg, Gasly, Fernando Alonso und Stoffel Vandoorned. Hinter den Top-10-Piloten reihten sich Grosjean, Carlos Sainz, Esteban Ocon, Sergio Pérez, Magnussen, Leclerc, Stroll, Sirotkin, Ericsson und Hartley ein.

30 Minuten vor dem Ende des Trainingsfreitags konnten die Experten im Fahrerlager feststellen, dass Ferrari im Flutlicht des Wüstenkurses eine gute Figur machte. Die Silberpfeile sorgten hingegen für Diskussionen: Während die einen Beobachter überzeugt waren, dass die Mercedes-Fahrer Hamilton und Bottas echte Probleme hatten, die superweichen Reifen zum Arbeiten zu bringen, warnten andere davor, dass die Sternmarke-Verantwortlichen vielleicht auch nur tiefstapeln könnten. Schliesslich hatte Hamilton im Qualifying von Melbourne gezeigt, wie stark der diesjährige Silberpfeil im Vergleich ist.

Räikkönen kämpfte mit ganz anderen Sorgen, der Finne musste seinen roten Renner nach einem Reifenwechsel in der drittem Kurve am Streckenrand abstellen, weil offenbar das rechte Vorderrad nicht richtig montiert worden war. Sein Team wies ihn deshalb gleich an, auf der Strecke zu stoppen und nicht mehr zu versuchen, in die Box zurückzukommen. Während das Training für Räikkönen damit gelaufen war, nutzten etliche GP-Piloten die Gelbphase, um einen Boxenstopp zu üben.

In den letzten Minuten unterhielten Pérez und Grosjean die Zuschauer mit einem sinnlosen Rad-an-Rad-Duell, während die Rennkommissare ankündigten, die Szene von Räikkönen genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Scuderia droht eine schmerzliche Strafversetzung, weil sie das Auto nicht in sicherem Zustand auf die Strecke zurückgeschickt hatte.

An der Spitzenzeit änderte das nichts mehr, Räikkönen durfte sich mit seiner Bestzeit über 1:29,817 min trösten, während Vettel, Bottas, Hamilton, Verstappen, Ricciardo, Hülkenberg, Gasly, Alonso und Vandoorne die restlichen Top-10-Plätze belegten. Hülkenberg beschwerte sich kurz vor Schluss über fehlenden Grip – und war mit dieser Sorge nicht alleine. Auch Leclerc machte sich angesichts des starken Abbaus Sorgen, dass seine Walzen explodieren könnten, wie er über Boxenfunk verriet.

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