Formel 1

Brawn: Formel 1 braucht einen Fahrer wie Alonso

Von - 04.07.2018 11:07

Was macht Fernando Alonso im kommenden Jahr? Es ist gut möglich, dass der Spanier die Formel 1 verlässt. Sportchef Ross Brawn weiß aber, dass die Königsklasse auf Fahrer wie Alonso angewiesen ist.

Wochenende für Wochenende sitzt Fernando Alonso im Auto. Mit McLaren müht sich der Spanier im Moment mal wieder mehr schlecht als recht ab, dafür feierte er den Sieg in Le Mans.

Alonso ist seinem Ziel damit ein Stück nähergekommen: Sieg in Monaco, Sieg in Le Mans, Sieg beim Indy 500. Monaco hatte der 32fache GP-Sieger schon längst abgehakt, nun hat er mit Toyota auch in Le Mans triumphiert.

Fehlt also nur noch das 500. Alonso hatte schon nach seinem Indy-Abenteuer 2017 festgehalten: «Eines Tages kehre ich nach Indianapolis zurück. 2018 habe ich andere Prioritäten. Aber der Tag wird kommen.» Vielleicht kommt der Tag früher als viele von uns glauben – wenn McLaren 2019 mit einem eigenen Team in der IndyCar-Serie antritt; mit Fernando Alonso als Fahrer!

Zufrieden wird er mit dem Status Quo bei McLaren nicht sein, nach einem passablen Start in die Ehe mit Renault sind Alonso und Co. aktuell wenig konkurrenzfähig.

Die Verantwortlichen wissen: Geht Alonso, wäre das für die Formel 1 ein herber Verlust. Sowohl sportlich als auch menschlich. Sportchef Ross Brawn sagte nach dem Österreich-GP: «Österreich war das vierten Rennwochenende in Folge, aber es gab kein Anzeichen von Müdigkeit, der wie immer bis zur letzten Runde gekämpft hat. Kurz gesagt: Er ist mal wieder ein majestätisches Rennen gefahren», sagte Brawn.

Alonso war in Spielberg aus der Boxengasse gestartet und am Ende auf Platz acht gelandet. Alonso profitierte von einigen Ausfällen, gewiss, aber er nutzte auch geschickt, als einige Gegner Mühe mit den Reifen bekamen.

«Ich hoffe wirklich, dass er seine Erfüllung nicht außerhalb der Formel 1 sucht. Er ist immer noch unfassbar schnell und die Formel 1 braucht Fahrer mit seinem Charisma und Talent», so Brawn.
Lewis Hamilton würde einen Abschied Alonsos nachvollziehen können, als Reaktion auf das generelle Problem des Sports.

«Ich würde es verstehen. Denke ich, dass es im Sport nicht richtig läuft? Ja. Wir haben große und kleine Teams, und zwischen den ersten drei Teams und dem vierten liegen zwei Sekunden», sagte er der spanischen «AS». Hamilton hofft, dass es mit den neuen Regeln und dem neuen Concorde Agreement ab 2021 besser wird. «Ich hoffe, dass es dann für die kleinen Teams besser wird, damit sie eine bessere Plattform für jüngere Fahrer haben.»

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