Irres Transfer-Karussell – Robert Kubica ist bereit

Von Mathias Brunner
McLaren, Ferrari, Sauber, Mercedes – wer 2019 am Start stehen wird

McLaren, Ferrari, Sauber, Mercedes – wer 2019 am Start stehen wird

​Selten verlief eine Formel-1-Sommerpause so turbulent, mit reichlich Veränderungen im Startfeld. Wir halten den Stand der Dinge für 2019 fest: Wer fährt, wer zittert, wer zwischen Stuhl und Bank fallen wird.

Die letzten Wochen fühlten sich nicht an wie eine Formel-1-Sommerpause. Das Startfeld befindet sich in ständigem Wandel. Der Formel-1-Rücktritt von Fernando Alonso und Daniel Ricciardo, der zu Renault zieht, der Verkauf von Force India, das sind nur drei Raketenstufen, wie am Transferkarussell gezündet worden sind.

Begleiten Sie uns bei einem virtuellen Rundgang durchs Fahrerfeld. Erfahren Sie, was sich noch in diesem Sommer ändern wird, wer für 2019 ruhig schlafen kann, wer sich Sorgen machen sollte und wer seine Zukunft bereits hinter sich hat. Wir behalten uns freilich vor festzuhalten: Das ist eine Momentaufnahme, schon bald kann Vieles wieder ganz anders aussehen. Für die Formel 1 gilt derzeit – im Wechsel alleine liegt das Beständige.

Mercedes-Benz

Sicher: Lewis Hamilton (GB)
Sicher: Valtteri Bottas (FIN)
Mercedes-Benz setzt auf Konstanz. Hamilton hat für zwei weitere Jahre unterschrieben (also bis Ende 2020), Bottas hat einen Einjahresvertrag mit Option für 2020 erhalten.

Ferrari

Sicher: Sebastian Vettel (D)
Wahrscheinlich: Kimi Räikkönen (FIN)
Möglich: Charles Leclerc (MC)
Vettel ist bis Ende 2020 an Ferrari gebunden. Vor einem Jahr erhielt Kimi Räikkönen einen frischen Einjahresvertrag, dann wurden die drei Jahre für Vettel verkündet. Mit dem 2018er Speed von Kimi wäre es unverständlich, Räikkönen einen weiteren Vertrag zu verweigern. Teamchef Maurizio Arrivabene setzt auf Konstanz. Das schmälert die Chancen von Charles Leclerc.

Red Bull Racing

Sicher: Max Verstappen (NL)
Sicher: Pierre Gasly (F)
Der Niederländer ist bis Ende 2020 gesetzt. Pierre Gasly wird Nachfolger von Daniel Ricciardo. Wie lange der junge Franzose für die vierfachen Weltmeister fahren darf, wird von seinen Leistungen abhängen.

Force India

Wahrscheinlich: Sergio Pérez (FIN)
Wahrscheinlich: Lance Stroll (CDN)
Möglich: Esteban Ocon (F)
Möglich: George Russell (GB)
Der Unternehmer Lawrence Stroll hat mit einer Gruppe von Geschäftsleuten den Force-India-Rennstall übernommen. Logisch, will der steinreiche Kanadier seinen Sohn Lance so bald als möglich von Williams zu Force India ziehen. Ob das noch in der laufenden Saison 2018 möglich ist, wird sich zeigen. Das geht nur, wenn für Ocon ein Platz woanders gefunden wird. Sergio Pérez gilt für 2019 aufgrund seiner mexikanischen Sponsoren als gesetzt. Nur wenn hier im letzten Moment und unerwarteterweise etwas schiefgeht, werden Esteban Ocon und Mercedes-Zögling George Russell erwogen.

Williams

Sicher: Sergey Sirotkin (RUS)
Wahrscheinlich: Robert Kubica (PL)
Möglich: George Russell (GB)
Wenn der Kanadier Lawrence Stroll seine Millionen zu Force India abzieht, hängt Williams noch stärker am Tropf der Sponsoren von Sergey Sirotkin. Rückt Papa Stroll den Filius noch während der Saison zu Force India, würde Robert Kubica seinen ersten Grand Prix seit Abu Dhabi 2010 fahren. Der Pole sagt: «Wenn ich nicht daran glauben würde, dass ich wieder GP-Pilot sein kann, dann hätte ich nicht unterzeichnet. Und dann hätte mich Williams auch nicht unter Vertrag genommen.» Für 2019 ist Mercedes-Zögling und Formel-2-Fahrer George Russell ein heisser Aussenseiter. Mercedes könnte ihn dank einer vertieften Partnerschaft zu Williams als Gegenleistung unterbringen. Dünger-Kaiser Dmitry Mazepin könnte als Sponsor einsteigen, um seinen Sohn Nikita für 2019 als Testfahrer und für 2020 als GP-Pilot zu platzieren.

Renault

Sicher: Nico Hülkenberg (D)
Sicher: Daniel Ricciardo (AUS)
Der Australier Daniel Ricciardo hat bei Renault einen Zweijahresvertrag unterzeichnet (2019 und 2020). Das Abkommen von Nico Hülkenberg endet 2019, mit einer Option zur Verlängerung.

Toro Rosso

Möglich: Lando Norris (GB)
Möglich: Brendon Hartley (NZ)
Teamchef Franz Tost sagt im Fahrerlager des Circuit de Spa-Francorchamps: «Wir haben verschiedene Möglichkeiten, die wir in Ruhe beleuchten. Wenn Red Bull eine Entscheidung getroffen hat, werden wir die kommunizieren.» Viel ist davon die Rede, dass Toro Rosso von McLaren den jungen Lando Norris übernehmen könnte, wenn McLaren dafür Technikchef James Key früher einsetzen darf. Aber Red Bull ist nur dann an Norris interessiert, wenn der junge Engländer das Band zu McLaren komplett kappt. Der vielversprechende junge Brite Dan Ticktum darf noch nicht Formel 1 fahren. Stoffel Vandoorne wurde von Fernando Alonso bei McLaren so gedemütigt, dass er sich nicht aufdrängt. Red Bull ist nicht dafür bekannt, Problemfälle anderer Rennställe zu übernehmen.

Haas

Wahrscheinlich: Kevin Magnussen (DK)
Wahrscheinlich: Charles Leclerc (MC)
Möglich: Romain Grosjean (F)
Der Däne Kevin Magnussen fährt 2018 in beneidenswerter Form, natürlich wird er von Haas eine Offerte erhalten. Ferrari möchte den jungen Leclerc in einem anderen Team als Sauber ausbilden. Logische Anlaufstation ist Ferrari-Partner Haas. Für Romain Grosjean wird’s eng.

McLaren

Sicher: Carlos Sainz (E)
Wahrscheinlich: Esteban Ocon (F)
Wahrscheinlich: Lando Norris (GB)
Möglich: Stoffel Vandoorne (B)
Carlos Sainz ist als Alonso-Nachfolger gesetzt. Esteban Ocon soll im McLaren-Werk bereits eine Sitzprobe gemacht haben. Keiner zweifelt am gewaltigen Talent von Lando Norris, aber ein Duo aus Sainz und Ocon würde aufgrund der grösseren Erfahrung mehr Potenzial bieten. Englische Insider glauben: Wenn Norris für 2019 von McLaren kein Renncockpit erhält, dann ist er ein freier Mann – um etwa Red-Bull-Fahrer zu werden. Die Aktien von Stoffel Vandoorne sind im freien Fall.

Sauber

Wahrscheinlich: Marcus Ericsson (S)
Wahrscheinlich: Antonio Giovinazzi (I)
Möglich: Charles Leclerc (MC)
Möglich: Stoffel Vandoorne (B)
Es heisst immer wieder, dass Marcus Ericsson bei Sauber nicht gesetzt sei, schwedische Investoren im Hintergrund hin oder her. Allein uns fehlt der Glaube. Ferrari will als Leclerc-Nachfolger den anderen Formel-1-Zögling Antonio Giovinazzi in einen Sauber setzen. Das würde gut zu Sauber-Sponsor Alfa Romeo passen. Sauber könnte aber auch zum Auffangnetz für Stoffel Vandoorne werden, mit dem Sauber-Teamchef Fred Vasseur 2015 den GP2-Titel geholt hat.

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