Kimi Räikkönen (Ferrari): Von Reifensorgen überrascht

Von Rob La Salle
Formel 1
Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen

Kein Formel-1-Fahrer steht in dieser Saison so oft auf dem Siegerpodest wie Kimi Räikkönen. Die Pole von Monza zeigte: Der Speed stimmt. Im Abschlusstraining von Singapur musste er sich dennoch mit dem 5. Platz begnügen.

«Es passt in diesem Jahr endlich», sagt GP-Sieger Johnny Herbert über «Iceman» Kimi Räikkönen. «Der 2018er Ferrari passt so gut zum Fahrstil von Kimi, dass er sich im Cockpit voll entfalten kann. Räikkönen braucht eine Lenkung, die viel Gefühl vermittelt, eine Vorderachse, die sehr knackiges Einlenken erlaubt. Wenn dabei das Heck ein wenig unruhig wird, kann er dank seiner grandiosen Fahrzeugbeherrschung gut damit leben. Früher hatte er mit dem Lotus oder bei Ferrari gegen Alonso und zeitweise auch gegen Vettel Mühe, weil das Auto eben nicht tat, was er davon spüren wollte.»

In Singapur jagte Kimi seine 19. Formel-1-Pole, die zweite in Folge nach Monza. Doch am Ende wurde es nur der fünfte Platz. Hinterher seufzte der Iceman: «Es lag nicht wirklich am Verkehr auf meiner schnellen Runde, den hatte ich viel mehr auf der Outlap. Und es lag auch kaum am Timing, auch wenn das etwas besser hätte ausfallen können. Ich denke, das grösste Problem war, dass es schwieriger wurde, die Reifen ins richtige Arbeitsfenster zu bringen. Das hat uns wirklich überrascht. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir keine Probleme damit gehabt.»

«Es war kniffliger als erwartet», fasste der Finne zusammen, und klagte: «Und dieser kleine Unterschied mit den Reifen reichte, um auf einer Strecke wie dieser einen grossen Unterschied zu machen. Natürlich hatten wir uns mehr erhofft als den fünften Platz. Aber das kommt im Qualifying schon mal vor, denn die Trainings sind eine ganz andere Geschichte. Deshalb macht es auch überhaupt keinen Sinn, die Rundenzeiten der Trainings zu interpretieren, denn die Dinge können sich schnell ändern, speziell auf Pisten wie dieser!»

Auf die Frage, in welchem Bereich ein Auto denn zu wünschen übrig liess, winkte Räikkönen ab: «Es war in keinem Bereich ausserordentlich schlecht, nur die Reifen bereiteten uns wie gesagt Probleme. Auf meiner zweiten Q1-Runde lief es noch etwas besser als im ersten Umlauf, aber wes war immer noch deutlich zu wenig, um nach vorne zu kommen.» Und mit Blick aufs Rennen prophezeite er: «Die Zeitabstände liegen im Renntrimm nahe beieinander, wir dürfen also ein ziemlich hektisches Rennen erwarten. Auf dieser Piste passiert für gewöhnlich auch viel, deshalb müssen wir schauen, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen. Alles Mögliche kann passieren, deshalb ist das sehr wichtig.»

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