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3. Autos in Formel 1: Guter Plan, viel Widerstand

​Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting fände es gut, wenn die GP-Rennställe drei Autos einsetzen dürften. Aber der Engländer glaubt, der Plan werde am Widerstand einiger Teilnehmer scheitern.

Formel 1

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Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat ein Süppchen aufgewärmt, das wir alle paar Jahre serviert bekommen in der Formel 1: Dritte Autos. Auslöser ist dieses Mal der Fall Esteban Ocon: Wenn es für den Franzosen schlecht läuft, wird er für 2019 zwischen Stuhl und Bank fallen und keinen Rennwagen mehr haben – ein schlechter Witz, denn der französische Mercedes-Junior ist ein potenzieller Grand-Prix-Sieger. Mercedes-Teamchef Toto Wolff weiss auch noch nicht, wo er einen anderen seiner Jungs, den Engländer George Russell, 2019 unterbringen soll. Er verhandelt mit Williams. "Doch es gibt für all das eine einfache Lösung", bot der Wiener Wolff im Fahrerlager von Monza an. "Gebt uns die Möglichkeit, einen dritten Mercedes einzusetzen. Schreibt im Reglement vor, dass in einem dritten Wagen ein junger Fahrer sitzen muss, der nicht mehr als zwei Jahre Formel-1-Erfahrung haben darf. Die Kosten wären überschaubar. Wir hätten wieder ein volles Feld, wir hätten all diese Kids, die sich mit den Lewis und Valtteris dieser Welt messen könnten. Ich finde, wir sollten den 18- und 19-Jährigen diese Chance geben."

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In Singapur ist auch Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting mit dem alten-neuen Vorschlag der dritten Autos konfrontiert worden. Der Engländer sagt: "Meine persönliche Meinung? Es wäre nett, einige zusätzliche Autos im Feld zu haben. Aber ich glaube nicht, dass es so weit kommen wird. Denn es ist recht einfach. Das stärkste Argument gegen dritte Fahrzeuge: Wenn du ein überlegendes Team hast, dann belegt das die ersten drei Ränge im Rennen, die Gegner haben nicht mal die Chance auf einen Podestplatz. Wenn du drei dominante Teams hat zu je drei Autos, dann wird der Nächstbeste lediglich Zehnter. Ich kann verstehen, dass sich vor diesem Hintergrund Widerstand regt."

"Mir wäre lieber, es würden die Weichen gestellt zu einer ausgeglicheneren Formel 1. Wenn das sichergestellt ist, wie etwa in der GP3-Serie, dann machen drei Autos auch aus wirtschaftlicher Sicht durchaus Sinn. Im kommenden Jahr werden wir auch in der Formel 3 zehn Rennställe zu je drei Autos haben."

"Für die Formel 1 müssten wir zudem eine Lösung finden, wie wir das im Reglement umsetzen. Denn wir haben derzeit eine Obergrenze von 60 Fachkräften, die für den operativen Einsatz der Autos zuständig sein dürfen. Wir müssten festhalten, wie viel mehr Personal erlaubt wäre. Die Teams würden sicher sagen: dreissig Leute mehr. Das ist natürlich zu viel. Realistisch sind vielleicht zehn."

"Was die Unterbringung der dritten Autos anginge: Das wäre kein Problem. Dann hätten die Rennställe einfach etwas weniger Platz ind er Box."

Whiting hofft, dass mit einer neuen Formel 1 ab 2021, einer Formel 1, die in Sachen Geldverteilung und Technik mehr Gleichmässigkeit ermöglicht, neue Rennställe in den GP-Sport kommen. "Heute ist das fast unmöglich. Wir arbeiten an Lösungen wie einer gerechteren Geldvergabe und dem Kostendeckel. Standardisierte Teile werden vermehrt. Als Faustregel soll gelten: Ein Teil, das die Leistungsfähigkeit nicht direkt verbessert, kann vereinheitlicht werden."

Es ist schon eine ganze Weile her, dass wir einen Formel-1-Rennstall mit drei Fahrzeugen am Start erlebt haben. Wir müssen bis zum 4. August 1985 zurückblättern, also um mehr als 33 Jahre, bis wir zum Grossen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring kommen. Dort setzte Renault neben seinen beiden Stammfahrern Derek Warwick und Patrick Tambay ein drittes Auto ein, für den Franzosen François Hesnault.

Eine interessante Fussnote: Hesnaults Wagen war der erste in der Formel 1 mit einer Bordkamera im Renneinsatz! Der Wagen, so wurde damals ausgemacht, hätte keine WM-Punkte erzielen dürfen. Die Gefahr bestand nicht: Nach acht Runden rollte der als 23. gestartete Hesnault wegen Kupplungsdefekts aus.

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