Jorge «Aspar» Martinez: So entstand sein Rennsport-Universum
Vom 80er- und 125er-Weltmeister zu einer der wichtigsten Figuren in der Motorrad-WM: Jorge «Aspar» Martinez hat ein eigenes Universum aus Teams, Schulen und Rennprojekten geschaffen.
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Jorge «Aspar» Martinez hat die Motorrad-Weltmeisterschaft nicht nur als Fahrer geprägt, sondern als Teamchef ein einzigartiges Motorsport-Universum aufgebaut. Sein Team, 1992 gegründet, noch während Martinez selbst in der Weltmeisterschaft aktiv war, ist heute ein globales Projekt mit mehreren Säulen. In der abgelaufenen Saison ging Aspar in der Moto2-WM, der Moto3-WM und der MotoE an den Start. Zudem gibt es Ausbildungsstätten für Fahrer und Mechaniker, eine eigene Rennstrecke und internationale Kooperationen.
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Das Aspar Team – zwischen 2018 und 2019 als Angel Nieto Team bekannt – hat zahlreiche Weltmeister hervorgebracht. Alvaro Bautista, Gabor Talmacsi, Julian Simon, Nicolas Terol, Albert Arenas, Izan Guevara und David Alonso gehören zu den Fahrern, die auf die Erfolge von Aspars Strukturen bauen konnten. Zudem konnten Randy de Puniet, Sebastian Porto, Mattia Pasini, Hector Faubel, Sergio Gadea, Jonas Folger und Francesco Bagnaia Siege für das Team eingefahren. Weniger erfolgreich verlief das MotoGP-Engagement zwischen 2010 und 2018, in dem Aspar mit Ducati, Aprilia und Honda keinen Podestplatz erreichen konnte.
Neustart nach dem Aus des MotoGP-Teams Im Interview mit SPEEDWEEK.com beschrieb Martinez, was ihn antreibt: «Mein Traum war es, ein globales Projekt zu schaffen. Vor fast acht Jahren habe ich damit begonnen. Damals war es sehr schwer, die Entscheidung zu treffen, unser MotoGP-Projekt aufzugeben. Ich hätte drei Wege wählen können: nur in der Moto3 bleiben, das Team schließen oder mich ins kalte Wasser stürzen. Ich habe mich für Letzteres entschieden und an ein Zukunftsprojekt gedacht.»
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Dieses Zukunftsprojekt umfasst mittlerweile ein komplettes Paket: eine eigene Ausbildungsstätte für Fahrer, eine Schule für Rennmechaniker, sechs Rennteams, eine Rennstrecke sowie die neue Partnerschaft für den Mir Aspar Cup. Auch international expandiert das Team, etwa mit einer Schule in China in Zusammenarbeit mit CFMoto.
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Martinez betonte: «Wir haben ein Projekt, das uns von anderen unterscheidet und einen wirklich sehr starken Zukunftsplan hat.» Dass das Aspar-Universum funktioniert, ist auch der Größe und Organisation des Teams zu verdanken: Über hundert Mitarbeitende kümmern sich um alles – von den Schulen über die Rennstrecke, Juniorenmeisterschaften, die Weltmeisterschaft bis hin zur Hospitality. Martinez selbst behält dabei die Gesamtleitung: «Ich bin der Eigentümer, wir haben drei Gesellschaften: eine für die Rennstrecke, eine für die Schulen und eine für die Weltmeisterschaft.»
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Der Fokus liegt klar auf der Förderung junger Fahrer. Martinez erklärt: «Die Dorna richtet den Blick auf die Zukunft: neue Moto3 ab 2028, neue Moto2 ab 2030, gleiche Motorräder, Reifen, Kraftstoffe. Das wird den Unterschied vor allem am Fahrer zeigen. Deshalb konzentrieren wir uns sehr auf die Förderung der Fahrer.» Für die Saison 2026 tritt Aspar in der Moto2-Klasse mit Daniel Holgado und David Alonso auf Kalex und in der Moto3-Klasse mit Maximo Quiles und Marco Morelli auf KTM an. Das Aspar-Universum, so Martinez, ist Realität – kein Traum: «Wir haben alle Strukturen, um Rennfahrer optimal auszubilden. Es ist real, es ist kein Traum.»
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