Mercedes-Teamchef Toto Wolff: Fragezeichen Russland

Von Rob La Salle
Formel 1
Toto Wolff und Lewis Hamilton in Singapur

Toto Wolff und Lewis Hamilton in Singapur

​Lewis Hamilton führt die Fahrer-WM 2017 mit 40 Punkten Vorsprung an, Mercedes-Benz liegt in der Markenwertung vorne. Für Teamchef Toto Wolff gibt es kein Ausruhen. Das fängt mit dem Fragezeichen Russland an.

Auf dem Papier ist Sotschi Mercedes-Land: Seit dem ersten Grossen Preis von Russland 2014 sind die Silberpfeile auf dieser Rennstrecke ungeschlagen. Zudem liegen Lewis Hamilton und Mercedes in beiden Weltmeisterschaften vorne. Aber für Teamchef Toto Wolff gibt es kein Ausruhen: «Wir haben in Singapur eine ausgezeichnete Leistung gezeigt, und der Sieg war eine fantastische Belohnung für all die harte Arbeit, die das Team geleistet hat. Gleichzeitig hat Singapur aber auch einen anderen Aspekt bekräftigt: In dieser Saison gibt es keine einfachen Siege. Wir müssen um jedes Quäntchen Performance hart kämpfen, um die Chance zu haben, um Siege mitzufahren.»

«Dieser Kampf geht in Russland in die nächste Runde. Das Autodrom von Sotschi besitzt einige interessante Charakteristiken, besonders die lange Gerade vor Kurve 2, die den Start des Rennens umso spannender macht. Da das Rennen nun Ende September ausgetragen wird, haben wir wieder ähnliche Wetterbedingungen wie 2014 und 2015, als der Grosse Preis von Russland Anfang Oktober stattgefunden hat. Wir besitzen keine Daten über die aktuelle Fahrzeuggeneration bei diesen Bedingungen in Sotschi, was eine weitere Herausforderung bei diesem Rennen darstellt.»

«Wir haben eine gute Bilanz in Sotschi, aber wir wissen, dass Ferrari und Red Bull Racing alles geben werden, um unsere Siegesserie zu durchbrechen. Deshalb müssen wir härter denn je kämpfen, um sicherzustellen, dass wir so viele Punkte wie möglich einfahren können.»

Was ändern 37 Punkte Vorsprung im Konstrukteurs-Pokal und 40 bei den Piloten? Der 46jährige Wiener Wolff meint: «Natürlich ist es immer besser, in Führung zu liegen als aufholen zu müssen. Aber es stehen noch sechs Rennen aus. Wir werden uns weiterhin auf jeden einzelnen Einsatz konzentrieren, um das Auto in jedem Bereich zu optimieren – und wir setzen uns immer den Sieg zum Ziel. In unserem Team gibt es mit Blick auf unsere Situation keinen naiven Optimismus: Wir haben eine sehr positive Einstellung, sind frisch, die Werke laufen auf Hochtouren und wir sind gespannt auf den Kampf, der uns in den nächsten sechs Rennen garantiert erwartet.»

Alles läuft auf eine Titelentscheidung zwischen Hamilton und Sebastian Vettel hinaus, Valtteri Bottas liegt zu weit zurück. Was bedeutet das für den Finnen? Toto Wolff: «Das ist für jeden Rennfahrer eine sehr schwierige Situation, weil er immer davon träumt und darauf hinarbeitet, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Wenn du merkst, dass du nicht mehr im Titelkampf dabei bist, ist es sehr schwer, damit richtig umzugehen. Aber Valtteri hat gezeigt, dass er den Speed, das Talent und die Arbeitseinstellung besitzt, um in einem Mercedes Rennen zu gewinnen. Er war schon immer ein Teamplayer, und das zählt ganz sicher mit zu seinen besten Charaktereigenschaften. Valtteri hätte in diesem Jahr schon Rennen gewinnen können, aber leider hat es bislang nicht sollen sein. Aber Glück ist nicht nur eine Einbahnstrasse. Ich weiss, dass Valtteri alle Zutaten besitzt, um auf diesem Niveau zu gewinnen. Er muss nur weiter hart arbeiten, um sich zu verbessern und darauf vertrauen, dass sich das Blatt zu seinen Gunsten wenden wird.»

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