Sophia Flörsch: Knochensplitter nah am Rückenmark

Von Andreas Reiners
Formel 1
Sophia Flörsch

Sophia Flörsch

Sophia Flörschs Team Van Amersfoort Racing gab am Dienst ein Update zu der Operation der Deutschen. Der Teamchef hat die Hoffnung, dass Flörsch wieder Rennen fahren kann.

Der schwere Unfall von Sophia Flörsch hat die Motorsport-Welt schockiert. Die Bilder des Crashs ließen Schlimmes vermuten, doch die Operation am Montag ist gut verlaufen. Am Montag wurde Flörsch im Conde S. Januário-Krankenhaus von Macau elf Stunden lang operiert. Der Eingriff dauerte deshalb so lange, weil die Spezialisten sehr behutsam vorgehen mussten, um keine Nervenbahnen zu verletzen.

Flörsch hat sich einen Bruch des siebten Halswirbels zugezogen, glücklicherweise ist das Rückenmark unversehrt. Es gab zu keiner Zeit Lähmungserscheinungen. Die Ärzte in Macau teilen mit, dass die Rennfahrerin noch gut zwei Wochen in Spitalpflege bleiben muss. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen.

Ihr Team Van Amersfoort Racing gab am Dienstag noch einmal ein Update zu der OP.

Zunächst bedankte sich der Rennstall für die zahlreiche Unterstützung, die Flörsch nach dem Unfall erfahren hatte, auch aus der Formel 1. «Wir möchten unsere Wertschätzung für die weltweiten Unterstützungsbotschaften aussprechen, die wir erhalten haben», schrieb das Team auf der Facebook-Seite.

«Ein Team von Spezialisten hat über neun Stunden benötigt, um ihren gebrochenen Wirbel zu reparieren und einen Knochensplitter zu entfernen, der gefährlich nah an ihrem Rückenmark saß», hieß es weiter: «Das Nervenmonitoring zeigt, dass ihre vitalen Nervenfunktionen gut reagieren. Die ersten Anzeichen geben deshalb einen positiven Ausblick auf ihre Genesung.»

Bei Sport1 erklärte Teamchef Frits van Amersfoort, dass eine Lähmung die größte Angst gewesen sei. Er glaubt an ein Comeback seiner Pilotin: «Sophia hat einen Schutzengel auf ihrer Schulter gehabt. Ich bin sicher, dass sie zurückkehren wird. Zum Glück steht der Winter bevor, da hat sie genug Zeit zur Genesung.»

Unklar ist allerdings noch, wie sich der Unfall zugetragen hat. «So wie sich uns der Unfall darstellt, hatte sie noch Glück, dass sie mit dem Auto rückwärts eingeschlagen ist. Motor und Getriebe haben sie etwas geschützt. Auch der Fangzaun hat wohl etwas Energie aufgefangen», sagte van Amersfoort.

Wenige Meter vor der Anbremszone war Flörsch mit 276,2 Stundenkilometern unterwegs gewesen. Die Deutsche war nach einer frühen Safety-Car-Phase auf Position 16 unterwegs, als sie auf der Geraden vor der Lisboa-Kurve ins Heck von Jehan Daruvala prallte, auf den Randsteinen abhob und nach einem weiteren Zusammenprall mit dem japanischen Formel-3-Champion Sho Tsuboi ungebremst rückwärts durch einen Fangzaun in ein Kamera-Podest segelte.

Interessant ist dabei eine Beobachtung von Mick Schumachers chinesischem Teamkollegen Guan Yu Zhou: «Ich denke, das war ein Organisationsfehler. Sophia war sehr nahe an Jehan Daruvala dran, und als der früh bremste, hatte sie keine Zeit zu reagieren. Sie hat mit ihrem Auto den rechten Hinterreifen von Jehans Auto getroffen, und wurde in die Luft geschleudert - bis in den Fangzaun der Lisboa-Kurve.»

Der Automobilweltverband FIA hat sich inzwischen eingeschaltet. Präsident Jean Todt: «Die FIA ist mobilisiert, den Involvierten zu helfen und zu analysieren, was passiert ist. Wir werden die Situation überwachen und die nötigen Schlussfolgerungen ziehen. All meine Gedanken sind bei Sophia Flörsch und den anderen Verletzten. Ich wünsche ihnen eine sichere Genesung.»


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