Marcus Ericsson: Rolle als Sauber-Reservist wackelt

Von Adam Cooper
Formel 1
Marcus Ericsson: Erinnerungsfoto mit seinen Sauber-Jungs

Marcus Ericsson: Erinnerungsfoto mit seinen Sauber-Jungs

​Marcus Ericsson hat seinen Platz als Sauber-Stammpilot verloren, die Schweizer Renner werden 2019 von Räikkönen und Giovinazzi bewegt. Ericsson sollte Reservist bleiben. Aber das erscheint sinnlos.

Es wird alles anders bei Sauber: 2018 sind Charles Leclerc und Marcus Ericsson für den viertältesten Formel-1-Rennstall gefahren (nach Ferrari, McLaren und Williams), 2019 steigen Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi ein. Der langjährige Ferrari-Pilot Kimi tauscht mit Leclerc die Plätze, Ferrari-Zögling Antonio Giovinazzi erhält endlich ein Stammcockpit, so wie es der im Sommer 2018 verstorbene Ferrari-Chef Sergio Marchionne geplant hatte. Für Marcus Ericsson ist daher nach 81 WM-Läufen bei Sauber kein Platz mehr. Offiziell bleibt er dem Team als Reservefahrer verbunden, doch der 28jährige Schwede sagt selber, dass er diese Rolle für wenig sinnvoll hält.

Einen Monat nach dem klar war, dass für Ericsson in der Formel 1 die Zeit zu Ende geht, sicherte er sich ein IndyCar-Auto für die Saison 2019, bei Schmidt Peterson Motorsports. Ericsson freut sich auf dieses neue Kapitel seiner Karriere, aber wir finden in den Rennkalendern der kommenden Saison zwischen Formel 1 und IndyCar gleich acht Überschneidungen, vom Hin- und Herfliegen zwischen den Zeitzonen ganz zu schweigen.

Marcus sagte in Abu Dhabi: «Wir müssen uns nun zusammensetzen und reden. Ich habe dem Team klargemacht – ich will mich zu hundert Prozent auf mein Rennprogramm konzentrieren. Wenn ich schon IndyCar fahre, dann will ich mich da komplett reinhängen. Es ist schön, eine Verbindung zu Sauber zu behalten, aber wir müssen klären, was genau meine Rolle sein soll. Wenn ich in den IndyCars nicht alles geben kann, dann muss ich gar nicht erst nach Amerika gehen.»

«Ich kann mir also nicht vorstellen, dass ich zu vielen Grands Prix kommen würde. Ich werde in den USA leben, da pendle ich doch nicht jedes Wochenende rund um die Welt zur Formel 1. Abu Dhabi könnte sehr gut mein letzter WM-Lauf gewesen sein, aber ganz schliessen will ich diese Tür nicht. Ich gehe nach Amerika mit dem Plan, einige Jahre dort zu bleiben, aber wer weiss, wie sich die Dinge entwickeln.»

Ericsson hat 2018 mit Sauber seine beste WM-Schlussplatzierung erreicht, als 17. Der Schwede fuhr elf Mal in die Top-Ten. Aber über Rang 8 (Australien 2015) ist er nie hinausgekommen.

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