Nico Rosberg zu Mick Schumacher: Was nun wichtig ist

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nico Rosberg (links) mit Mick Schumacher und Mika Häkkinen in Hockenheim 2016

Nico Rosberg (links) mit Mick Schumacher und Mika Häkkinen in Hockenheim 2016

​Für Mick Schumacher (19) ist der Name Bürde und Karriere-Turbo zugleich. Nico Rosberg, Formel-1-Champion des Jahres 2016, warnt: «Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu grossen Druck aufbauen.»

Mick Schumacher war in der Formel-3-EM 2017 Gesamtzwölfter geworden. Jetzt mal ehrlich: Wer hätte von ihm geredet, hätte er Meyer oder Müller geheissen? Hätten Sie gewusst, wer damals vor ihm Gesamtelfter wurde? (Es war Harrison, der Sohn von Red-Bull-Technikgenie Adrian Newey.) Oder wer weiss schon, wer damals Champion wurde? (Lando Norris.) Kein Zweifel: Der Name Schumacher hat Mick viel Aufmerksamkeit eingetragen. Aber letztlich müssen die Leistungen stimmen, um es bis in die Königsklasse zu schaffen. Und während der Name Schumacher ein Karriere-Turbo sein kann, so ist er gleichzeitig auch Bürde, wie Nico Rosberg der Deutschen Presse-Agentur gegenüber sagt.

Der Weltmeister von 2016 gibt zu bedenken: «Wir sollten alle aufpassen, dass wir nicht zu grossen Druck aufbauen und nicht zu viele Erwartungen an Mick stellen. Es ist schwierig, wenn ganz Deutschland auf ihn schaut. Es ist ganz wichtig für ihn, dass er nicht die Freude am Fahren verliert.»

Immer wieder haben es Söhne von Grand-Prix-Fahrern in die Formel 1 geschafft. Nicht alle von ihnen hatten Erfolg, wie unsere Story zeigte. Nico Rosberg wurde zum zweiten Sohn eines Formel-1-Champions, der ebenfalls Weltmeister werden konnte – Keke Rosberg schaffte das 1982, Nico dann 2016. Vor Papa und Sohn Rosberg schafften das Graham Hill (1962 und 1968) und Damon Hill (1996). Nico über Mick: «Ich wünsche ihm, dass er schafft, was er erreichen möchte und wenn das eines Tages die Formel 1 sein wollte, dann wäre das sehr schön.»

Nico und seine Gattin Vivian haben zwei Töchter geschenkt bekommen: Alaïa (3) und Naïla (1). Damit stellt sich derzeit das Thema vom rennfahrenden Nachwuchs nicht. Für Nico Rosberg wäre eine Rennfahrerkarriere seiner Kinder ohnehin «der grösste Alptraum». «Das würde ich nicht erlauben», meinte er gegenüber der «Bunten». Nicos Grand-Prix-Laufbahn sei eine enorme Nervenbelastung gewesen, fügte seine Frau Vivian hinzu. «Wir sind seit 15 Jahren zusammen, und all die Jahre war die Angst mein ständiger Begleiter.» Sie sei oft bei Nicos Rennen dabeigewesen, bei seinem letzten in Abu Dhabi 2016 habe sie jedoch nicht zusehen können. «Ich lag in Nicos Raum und habe zitternd gehofft, dass er es schafft.»

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