Ralf Schumacher zu Vettel: «Keine Fehler erlaubt»

Von Rob La Salle
Formel 1
Sebastian Vettel steht unter Druck

Sebastian Vettel steht unter Druck

Der frühere GP-Pilot Ralf Schumacher ist sich sicher: «Sebastian Vettel steht von zwei Seiten unter Druck: Zum einen durch die Fehler, die er gemacht hat, zum anderen durch seinen Teamkollegen Charles Leclerc.»

Ralf Schumacher kennt den hohen Erfolgsdruck, der in der Formel 1 auf den Schultern der Piloten und aller weiteren Teammitglieder lastet, aus erster Hand. Der frühere GP-Star und heutige F1-Experte für den TV-Sender Sky bestritt zwischen 1997 und 2007 insgesamt 180 Rennen, von denen er sechs für sich entschied und 21 weitere auf dem Podest beendete. Mittlerweile analysiert er als Experte für den deutschen Sky-TV-Sender das Geschehen der Königsklasse.

Der heute 43-Jährige erklärt in seiner Kolumne: «Vor dem Spanien-GP ist der Druck für Ferrari natürlich enorm.Nicht nur weil man in der WM bereits einen ordentlichen Rückstand auf Mercedes hat, sondern auch weil die Erwartungen speziell in Barcelona besonders hoch sind. Denn der Catalunya-Rundkurs ist die Strecke, auf der der SF90 bei den Testfahrten im März der Konkurrenz noch davongefahren war.»

«Das Potential bei Ferrari ist also da. Aber viele Fehlentscheidungen, ein technischer Defekt und teilweise auch Fahrfehler haben dazu geführt, dass dieses Potenzial bisher nicht ganz ausgeschöpft wurde. Eigentlich bleibt der Scuderia fast nichts anderes übrig als ein Sieg in Barcelona, um die WM offen zu halten. Sonst wird es nämlich dünn», ist sich der jüngere der beiden Schumacher-Brüder sicher.

Vor allem sein Landsmann Sebastian Vettel sei gefordert. «Sebastian Vettel steht sogar von zwei Seiten unter Druck. Zum einen durch die Fehler, die er gemacht hat, und die ausbleibenden Ergebnisse – vor allem in Hinblick auf die WM. Zum anderen durch seinen Teamkollegen Charles Leclerc, der ihm das Leben ganz schön schwer macht», erklärt der sechsfache GP-Sieger, der erneut ein enges teaminternes Duell bei den Roten erwartet.

«Leclerc hat aufgrund seiner starken Performance aktuell Rückenwind und bekommt von Rennen zu Rennen mehr Vertrauen vom Team und umgekehrt. Da muss sich Vettel ganz schön strecken, dass er in Barcelona am Ende die Nase vorne hat», warnt Ralf, der aber auch beteuert: «Insgesamt glaube ich, dass Ferrari sogar das beste Paket hat.»

Allerdings habe Mercedes das komplettere Team mit den vielleicht kompletteren Fahrern, fügt er an. «Fakt ist aber auch, wenn bei Mercedes mal was schief geht, dann ist das eben so. Ferrari kann sich dagegen eigentlich keine Fehler mehr leisten.»

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