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Formel-1-Chef Chase Carey: «Da sind sich alle einig»

Formel-1-CEO Chase Carey spricht im SPEEDWEEK.com-Interview über die Verhandlungen zum Regelwerk ab 2021, die PayTV-Verträge und die Zukunft des Österreich-GP auf dem Red Bull Ring.

Formel 1

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Chase Carey hat 2017 einen schwierigen Job übernommen: Den des Dompteurs im Haifischbecken Formel 1. Im dritten Jahr als Vorstandschef der Formula One Group steht dem irisch-stämmigen New Yorker die grösste Herausforderung bevor: Nämlich als "Commercial Rights Holder" (Vermarkter) den Automobilverband FIA und die Formel-1-Teams auf eine Linie für das neue Regelwerk ab 2021 zu bringen.

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Vor den nächsten Rennen in Le Castellet am Wochenende und sieben Tage später in Spielberg war der 65-Jährige zu Gast in Salzburg bei "Sport & Talk aus dem Hangar-7" und stand danach SPEEDWEEK.com Rede und Antwort.

Was ist der schwierigste Punkt bei der Festlegung des neuen Regelwerks: Die technische Seite, die sportliche oder die kommerzielle, also der neue Basisvertrag mit den Teams, der die Ausschüttungen regelt?

Ich würde die kommerzielle Frage als praktisch gelöst sehen, auch wenn noch Details zu formulieren sind. Am Schwierigsten ist es wohl bei der Technik, deswegen verschoben wir die Bekanntgabe auch vom geplanten Juni-Termin auf Oktober, um etwas Zeit für weitere Diskussionen und Evaluierungen zu gewinnen. Auch wenn wir versuchen, die Regeln einfacher und verständlicher zu machen, sind sie noch immer diffizil genug.

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Wie stehen die Chancen auf eine einstimmig befürwortete Lösung?

Wir wollten Stellungnahmen der Teams und haben sie gehört.

Prinzipiell gibt es eine Einigung, aber realistisch betrachtet muss man sagen: Irgendwer ist immer unglücklich damit. Unsere Maxime ist: Was herauskommt, muss gut für den Sport sein. Wir müssen die Wünsche von grossen und kleinen, unabhängigen und Hersteller-Teams unter einen Hut bringen. Da wird es wohl nie Übereinstimmung, sondern eher bei zehn Teams zehn Meinungen geben. Schliesslich sollten aber alle anerkennen, dass es die bestmögliche Lösung ist.

Sind die Teams kooperativ oder ist die Stimmung eher angespannt?

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Wir müssen alle davon ausgehen, was Vorrang hat: Den Konkurrenzkampf, die Show besser zu machen. Und das gesamte Businessmodell zu verbessern – da sind sich alle einig. Bei den Details kommen dann die Sonderwünsche jedes Teams zu Tage.

Aber jeder weiß, dass wir gemeinsam den Sport attraktiver machen müssen. Grundsätzlich würde ich sagen, die Gespräche sind konstruktiv und positiv.

Die Zuschauerquoten der deutschsprachigen Sender sind sehr unterschiedlich: Beim ORF gibt es durchwegs Steigerungen zum Vorjahr, RTL verliert in Deutschland pro Rennen fast immer ein Million Seher und bekam mit Sky eine Bezahl-Konkurrenz dazu. Wie läuft es global in dieser Mercedes-dominierten Saison?

Es ist schwierig, Länder zu vergleichen, denn es gibt da mehr Free-TV und dort mehr Bezahlsender. Grundsätzlich würde ich sagen, die Quoten sind im Grossen und Ganzen konstant. Ich muss aber zugeben, dass es 2019 keine Dramen gibt, die Zuschauer anziehen, wenn ein Team alle sieben bisherigen Rennen gewinnt. Und einige Rennen waren nicht gerade so, dass es bis zur Schlussrunde hart auf hart ging. In Monaco und Montréal hatten wir immerhin Zweikämpfe an der Spitze bis zum Ziel.

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Wollen Sie weiter verstärkt Verträge mit Bezahlsendern machen oder eher ausgeglichen zum Free-TV abschliessen?

Ich denke, da kann man nicht generalisieren, das ist sehr Länder-spezifisch. Wenn man auf die grossen anderen Sportarten schaut, Football, die europäischen Fussballligen usw., geht die Tendenz schon stark zu privaten Pay-Kanälen. Aber wir schätzen unsere Free-TV-Partner genauso. Um mehr und neue Fans zu gewinnen, dürfen wir auch die anderen Plattformen nicht vergessen, Streaming wird immer wichtiger. Teenager oder Twens schauen ja fast nicht mehr Fernsehen, sondern auf Smartphones.

Wie steht es um den Kalender 2020? Der Vertrag des Grand Prix von Österreich läuft nächste Saison aus. Werden wir die Formel 1 auch 2021 und später in Spielberg sehen? Haben Sie mit Herrn Mateschitz schon verhandelt?

Wir haben vieles diskutiert, aber nicht spezifisch verhandelt.

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Natürlich wollen wir weiter nach Österreich kommen, das ist eines der beliebtesten Rennen im Kalender.

Für 2020 haben wir die neuen Schauplätze Hanoi und Zandvoort bestätigt. Der Kalender wird demnächst bekanntgegeben. Unser Ziel ist, die Formel 1 in bisher nicht versorgte Märkte zu bringen, wie Afrika oder in eine zweite Region der USA.

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