Damon Hill spricht über schlimme Drohungen von Schumi-Fans
Ex-Formel-1-Weltmeister Damon Hill verrät, dass er nach einer Entscheidung gegen Michael Schumacher in der Saison 2010 schlimme Drohungen aus dem Fanlager des Deutschen erhalten habe.
Nachdem Damon Hill 2010 an einer Steward-Entscheidung gegen Michael Schumacher beteiligt war, bekam der britische Ex-Pilot Morddrohungen, wie er jetzt verriet. Im Podcast «The Undercut» diskutieren 1996er-Weltmeister Damon Hill und Reporter Mark Hughes über die feine Linie zwischen dem Aufspüren von Lücken im Reglement auf der einen und auf der anderen Seite gezieltem Betrug und Regelbruch. Thema sind die großen Skandale und Dramen der Formel 1: Spy Gate, Crash Gate, der Ferrari-Motor von 2019 und, und, und. Aktueller Anlass sind Diskussionen um den Mercedes-Motor. Oft gehe es auch darum, ob man wisse, wie eine Regel gemeint sei – auch wenn eine Formulierung im Reglement vielleicht nicht komplett eindeutig ist und andere Interpretationen zuließe.
Um den Gedankengang näher zu erklären, erzählt Damon Hill von einem für ihn besonderen Rennwochenende in der Saison 2010. Hill, der 1999 seine Karriere beendet hatte, war damals zum Monaco-GP als Ex-Fahrer im Einsatz, um die Rennkommissare an dem Wochenende zu unterstützen. Hill bereitete sich vor – und entdeckte ein Schlupfloch im Reglement. Dabei ging es um Überholmanöver, wenn ein Rennen unter Safety-Car endet – das Safety-Car ja aber die Rennstrecke vor der Ziellinie in Richtung Boxengasse verlässt (sieht im TV besser aus). Und zu so einer Situation kam es dann, wie das Schicksal wollte, im Rennen – und ausgerechnet Michael Schumacher überholte noch Fernando Alonso auf den wenigen Metern zwischen Boxeneinfahrt und Ziellinie. Schumi musste zu den Stewards. Und damit zu Hill.
Mit Damon Hill und Michael Schumacher standen sich 2010 als Hilfs-Steward und Fahrer zwei alte Rivalen gegenüber
Hill erinnert sich: «Dann waren da ich und Michael Schumacher. Er saß da also, schaute mich an, lächelte. Und ich war dann natürlich in einer Situation, wo die Leute denken würden, ich sei massiv gegenüber Michael voreingenommen, also würde es keine faire Entscheidung geben.» Ausgerechnet Schumi und Damon Hill. Die beiden waren ja bekanntermaßen 1994 zu Ungunsten von Hill kollidiert und nicht die besten Freunde.
Hill: «Ich habe ihm in die Augen geschaut und gesagt: Michael, du weißt, was die Absicht der Regelung war, oder? Und er sagte, was in den Vorschriften steht. Und ich sagte: Die Vorschriften sind nicht klar genug formuliert, aber wir wissen, was die Absicht dahinter war.» Nämlich, dass nicht mehr überholt wird, wenn ein Rennen unter Safety-Car endet – auch wenn das eigentliche Safety-Car für einige Meter nicht mehr auf der Strecke ist. Was zwischen den zwei Linien gilt, ist zwar nicht klar niedergeschrieben – aber gemeint ist: kein Überholen. Hill zu Schumi: «Du wusstest also, dass du etwas Falsches tust, also werden wir dich deshalb bestrafen.» Schumi bekam eine Durchfahrtsstrafe, die nach Rennende eine Zeitstrafe bedeutete. Hill: «Na ja, danach habe ich Morddrohungen aus Deutschland bekommen.»
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