Mario Isola (Pirelli): Fragezeichen bei Regenrennen

Von Adam Cooper
Formel 1
Pirelli-Motorsportdirektor Mario Isola

Pirelli-Motorsportdirektor Mario Isola

Der Regen beschert den F1-Ingenieuren und Pirelli-Verantwortlichen vor dem Deutschland-GP auf dem Hockenheimring Sorgenfalten, denn die Teams haben die entsprechenden Reifen in diesem Jahr noch nicht eingesetzt.

Das Rennen des Porsche Supercups auf dem Hockenheimring musste bereits wegen des Regens abgebrochen werden, und auch für den Deutschland-GP steigt die Regenwahrscheinlichkeit – die Fahrerparade fand bereits im strömenden Regen statt, der seither etwas nachgelassen, aber nicht aufgehört hat.

Das beschert den schlauen Köpfen der Teams und auch den Verantwortlichen von Reifenausrüster Pirelli Sorgenfalten, schliesslich wurden weder die Intermediate- noch die Regenreifen, die auf dieses Jahr hin angepasst wurden, in diesem Jahr ausprobiert. Entwickelt wurden sie in drei Tests, in denen die Strecken jeweils künstlich bewässert wurden. Ferrari absolvierte den ersten davon im April 2018 in Fiorano, Mercedes folgte im Mai mit einem Test auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet, auf dem im September auch McLaren und Red Bull Racing die Reifen für gemischte und Regen-Bedingungen ausprobieren durften.

Pirelli-Motorsportchef Mario Isola gesteht: «Wenn die Piste nass bleibt, dann wird es interessant, denn keiner hat die Regenreifen und Intermediates vorher ausprobiert. Wir haben einzig die Daten aus den Tests, aber keine Erfahrungswerte an einem Rennwochenende. Es wurden einige Runden auf den Intermediates gefahren, aber wir verfügen über keine repräsentativen Daten von den Regenreifen.»

«Im vergangenen Jahr hatten wir zwei Mischungen für die Intermediates und zwei für die Regenreifen. Eine war für kältere Bedingungen und Kurse mit einem tieferen Schwierigkeitsgrad, die andere war für rauere Asphaltoberflächen und schwierigere Kurse. In diesem Jahr haben wir nunmehr je eine Mischung», fügte der Italiener an.

«Bei den Regenreifen haben wir nicht nur die Mischung, sondern auch das Profil verändert, bei den Intermediates wurde nur die Mischung angepasst. Beide funktionieren unter unterschiedlichen Bedingungen», erklärte Isola weiter. «Das macht den Teams das Leben einfacher, denn es ist wirklich knifflig ohne grosse Testmöglichkeiten und mit zwei neuen Mischungen die Performance der beiden Reifensorten einzuschätzen. Sollte die Piste nass bleiben, dann ist das eine Unbekannte, weil die Teams diese Reifen noch nicht wirklich eingesetzt haben.»

Von den aktuellen GP-Piloten haben bloss Max Verstappen, Charles Leclerc und Sebastian Vettel die neuen Mischungen mit ihren 2019er-Renner im Rahmen der Vorjahrestests ausprobieren dürfen. Allerdings wurden sie damals nicht darüber informiert, welche Reifen genau aufgezogen wurden, um ihnen durch die Tests keinen Vorteil zu verschaffen.

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