Ross Brawn: «Passende Antwort auf giftige Kritik»

Von Mathias Brunner
​Nach dem Frankreich-GP wurde geschimpft: Langweilig, diese Formel 1. Dann folgten Thriller in Österreich, England und Deutschland. F1-Sportchef Ross Brawn: «Die passende Antwort auf giftige Kritik.»

Das konnte keiner schönreden: Der Grosse Preis von Frankreich in Le Castellet war eine Schlaftablette. Was danach passierte, das hat Formel-1-Sportchef Ross Brawn überrascht. Der 64jährige Wegbegleiter von Michael Schumacher bei Benetton, Ferrari und Mercedes sagt: «Die Reaktionen auf das Rennen in Frankreich waren für mich überraschend giftig. Jetzt aber haben wir drei atemraubende WM-Läufe erlebt, in Österreich, England und Deutschland – die passende Antwort auf giftige Kritik.»

«Ich behaupte nicht, dass alles perfekt ist. Wenn ich daran denke, dass Daniil Kvyat in Hockenheim den ersten Podestplatz eines Nicht-Top-Teams erkämpft hat seit Pérez in Baku 2018, dann zeigt das – die Kluft zwischen den drei besten Rennställen und den anderen sieben Team ist zu gross. Nicht jeder der kommenden Grands Prix kann so unterhaltsam verlaufen wie die jüngsten WM-Läufe auf dem Red Bull Ring, in Silverstone oder in Hockenheim. Aber in der Summe dürfen wir sagen – die Formel 1 bleibt das grösste Motorsport-Spektakel der Welt.»

«Hockenheim war wirklich eine Schau, das Rennen war von der ersten bis zur letzten Runde unfassbar aufregend. Dieser WM-Lauf hatte alles – tolle Überholmanöver, Fahrfehler, verpatzte Strategien, mutige Piloten, Unfälle und am Ende drei Fahrer auf dem Podest, die vor dem Rennen gewiss keiner so gesetzt hätte. Wir hatten am Ende Piloten aus acht verschiedenen Teams auf den ersten zehn Rängen.»

«Klar gab der unterschiedlich stark fallende Regen den Steilpass zu diesem grandiosen Grand Prix. Interessanterweise haben wir nun drei Rennen gehabt, die aus unterschiedlichen Gründen so unterhaltsam waren.»

Österreich wegen der Hitze, Deutschland wegen des Regens, Silverstone aufgrund des Pistenlayouts, des neuen Asphalts und der Vorgabe an die Rennkommissare, den Piloten eine längere Leine zu lassen.

Brawn weiter: «Max Verstappen hat nun zwei der vergangenen drei Rennen gewonnen. Ich habe am Sonntag bei ihm nur zwei Fehler gesehen – da war ein schlechter Start, der ihn auf Rang 4 zurückfallen liess, dann sein Dreher zur Rennmitte. Aber wie in Österreich zeigte er sich von Missgeschicken komplett ungerührt, schon auf dem Red Bull Ring war er ja beim Start zurückgefallen. Er konzentrierte sich schlicht auf seine Aufgabe und fuhr meisterlich seinen siebten GP-Erfolg ein.»

«Durch seinen Sieg ist er im WM-Klassement dichter an Valtteri Bottas herangerückt. Wäre es nicht fabelhaft, wenn es ihm gelänge, sich zwischen die beiden Mercedes-Fahrer zu schieben? Wo doch Mercedes im ersten Teil der Meisterschaft unantastbar zu sein schien.»

Die besten Fünf in der Fahrer-WM: Lewis Hamilton mit 225 Punkten weit vor Valtteri Bottas (184), dann schon der verblüffende Max Verstappen (162), Sebastian Vettel (141) und Charles Leclerc (120).

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