Martin Brundle: «Charles Leclerc hatte grosses Glück»

Von Rob La Salle
Martin Brundle und Charles Leclerc

Martin Brundle und Charles Leclerc

​Der 158fache GP-Teilnehmer Martin Brundle sagt nach dem spannenden Italien-GP: «Charles Leclerc hat das in Monza ausgebufft wie ein Routinier gemacht. Aber er hatte auch grosses Glück.»

Seit dem Kleinen Preis von Frankreich, der bei den Fans Dauergähnen auslöste, haben wir nur noch Knallerrennen erlebt – Österreich, England, Deutschland, Ungarn, Belgien, Italien. Auch Sky-GP-Experte Martin Brundle freut sich. «Wir bekommen wirklich einen Leckerbissen nach dem anderen serviert, die Rennen halten uns kaum auf den Sitzen. Monza war wieder ein Krimi, mit einem Happy-End für die Tifosi obendrein.»

Der Langstrecken-Weltmeister von 1988 findet in seiner Nachbetrachtung des Rennens: «Charles Leclerc sieht ein wenig aus wie der jüngere, höfliche Bruder von Harry Potter – aber im Rennwagen wachsen ihm aus den Ellbogen Rasierklingen, und sein Kopf ist so widerstandsfähig wie die Karbonschale seines Autos. Er hielt jeden Druck aus, zuerst von Hamilton, dann von Bottas, um diesen umjubelten Sieg einzufahren, der erste von Ferrari in Monza seit neun Jahren.»

«Von der Pole-Position konnte er beim Start Platz 1 verteidigen. Dann warf ihm das starke Mercedes-Team alles entgegen, was die Silbernen aufbieten konnten. Zunächst machte Lewis mächtig Druck auf den Kessel. Einige Male hat sich Charles in einer Weise gewehrt, die wir mal robust nennen wollen. Leclerc hat das in Monza ausgebufft wie ein Routinier gemacht. Aber er hatte auch grosses Glück. Denn die Kommissare hätten ihm statt der Verwarnung in Form der schwarz-weissen Flagge leicht auch eine Fünfsekunden-Zeitstrafe geben können. Jedenfalls hat die Max Verstappen vor einem Jahr in Monza erhalten, als er sich damals ähnlich widerspenstig zeigte, gegen Valtteri Bottas.»

«Es ist ein feiner Grat zwischen Rennen lassen und bestrafen. Ich bin durchaus dafür, dass man den Piloten eine längere Leine gönnt – freilich unter der Bedingungen, dass die für alle gilt und dass sich die Fahrer keine Freiheiten erlauben.»

«Mercedes hat in der Folge versucht, Leader Leclerc zu unterschneiden, aber das hat mit Hamilton nicht geklappt. Ferrari reagierte nur eine Runde später, und so konnte Charles seine Führung verteidigen. Lewis gab nicht auf, aber in den Luftwirbeln hinter dem Ferrari ruinierte er seine Reifen, machte dann in der ersten Kurve einen Fehler, so konnte Bottas vorbeischlüpfen.»

«Nun war es Bottas, der sich an Leclerc die Zähne ausbiss, trotz frischerer Reifen. Aber das Szenario blieb das Gleiche: Leclerc positionierte seinen Wagen in der Parabolica perfekt, um auf der anschliessenden Start/Ziel-Geraden nicht angreifbar zu sein.»

«Lewis eroberte dann mit einem späten Stopp den Extrapunkt für die beste Rennrunde. Wir haben noch sieben Rennen zu fahren, sein Vorsprung auf Valtteri Bottas beträgt 63 Punkte, also mehr als zwei Rennsiege. Natürlich rückt sein sechster Titel in greifbare Nähe.»

«Ich schätze, Ferrari und Red Bull Racing-Honda werden sich in den kommenden WM-Läufen abwechseln, was die Rolle des Mercedes-Jägers angeht, immer abhängig vom Pistenlayout. Aber mit einem Rennwagen, der auf jeder Art Strecke schnell ist und vor dem Hintergrund hoher Standfestigkeit sehe ich niemanden, der Lewis und Mercedes von der erfolgreichen Titelverteidigung abhalten sollte.»

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