Bernie Ecclestone: «Kanada-Strafe war das Schlimmste»

Von Vanessa Georgoulas
F1-Oberhaupt Bernie Ecclestone

F1-Oberhaupt Bernie Ecclestone

Der frühere Formel-1-Zirkusdirektor Bernie Ecclestone ist sich sicher, dass die umstrittene Kanada-Strafe, die Sebastian Vettel den Sieg gekostet hatte, den Glauben des Deutschen an den Sport erschüttert hat.

Kritiker mögen einwenden, dass Sebastian Vettels Krise schon seit dem Hockenheim-Schnitzer von 2018 andauert, doch für Bernie Ecclestone steht fest, dass die umstrittene Strafe, die Sebastian Vettel in Montreal den Sieg gekostet hat, die aktuelle Fehler-Serie des vierfachen Weltmeisters zumindest mitverursacht hat. Im Interview mit den Kollegen von «Auto, Motor und Sport», sagt der Baumeister der modernen Formel 1 über den Ferrari-Star: «Er scheint etwas verloren zu haben.»

«Das Schlimmste, was man ihm antun konnte, war die Strafe in Montreal», betont Ecclestone, der auch gleich klarstellt, dass diese «komplett falsch und überflüssig» gewesen sei. «Sie hat irgendwie Sebastians Glaube an den Sport beschädigt. Seine Aktion war nicht gefährlich. Jeder andere hätte so reagiert wie er. Lewis war clever, es gefährlich aussehen zu lassen.»

Den fünffachen Weltmeister würde der 88-Jährige gerne im gleichen Auto wie Max Verstappen erleben, verrät er weiter. «Das sind zwei unterschiedliche Fahrer, zwei komplett unterschiedliche Typen – sie gewinnen ihre Rennen auch auf unterschiedliche Weisen», sagt er über den 21-jährigen Niederländer und den Mercedes-Star.

Lob gibt es von Ecclestone auch für die neue Vorgehensweise der Sportkommissare. «Je weniger Strafen, desto besser die Rennen. Strafen sollten nur dafür da sein, wenn einer etwas wirklich Gefährliches oder Dummes tut», ist er überzeugt. Und er fordert: «Da sind 20 Rennfahrer unterwegs. Lasst sie Rennen fahren!» Gleichzeitig stellt er fest: «Die Sportkommissare sind zuletzt lockerer geworden. Sie könnten aber noch entspannter sein.»

Natürlich nutzt der geschäftstüchtige Brite das Gespräch auch für ein paar Seitenhiebe gegen seine Nachfolger von Liberty Media. Auf die Frage, ob das F1-Management einen guten Plan B brauche, erklärte er spitz: «Ich sehe keinen Grund, warum sie sich über einen Plan B Gedanken machen sollte. Es wäre besser, wenn sie einen guten Plan A hätten und den auch zum Funktionieren bringen.»

Er sehe keinen Grund für grosse Veränderungen, kritisierte Ecclestone ausserdem. «Wenn, dann müsste man schon etwas dramatisch verändern, zum Beispiel zurück zu den Saugmotoren. Doch da fehlt der Mut dazu», kommentierte er trocken. Auch den immer länger werdenden WM-Kalender lässt er nicht unkommentiert: 24 Rennen seien «eindeutig zu viel.» 16 Rennen pro Saison seien genug. «Je mehr Rennen es sind, desto mehr wird das Produkt entwertet. Diese Übersättigung haben wir schon beim Tennis erlebt. Da gibt es 100 Turniere, aber wahrgenommen werden nicht einmal zehn davon.»

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