Charles Leclerc (Ferrari): Das kam nicht zur Sprache

Von Mathias Brunner
Charles Leclerc

Charles Leclerc

​Es gab viel Gesprächsbedarf nach diesem Singapur-GP: Zwischen den Medienvertretern und Charles Leclerc, vor allem jedoch zwischen dem Monegassen und seinem Ferrari-Teamchef Mattia Binotto.

«Ich werde nichts Dummes anstellen, aber ihr sollt wissen – das ist nicht fair.» Das waren einige der Worte, die ein grimmiger Charles Leclerc während des Singapur-GP für den Ferrari-Kommandostand fand. Der Sieger von Belgien und Italien war überzeugt davon, dass ihm ein dritter Sieg in Serie vereitelt worden war; durch einen frühen Stopp von Sebastian Vettel, der den Heppenheimer vor den bis dahin führenden Leclerc katapultierte.

«Da will man von seinem Team schon ein paar Erklärungen», meinte Leclerc nach seinem zweiten Platz hinter Vettel. «Ich weiss nur, dass diese Entscheidung gewiss nicht für mich gelaufen ist. Es ist in einem Rennen sehr schwierig, eine solche Entwicklung zu verkraften. Ich frage mich noch immer, ob wir nicht auch dann einen Doppelsieg eingefahren hätten, wenn ich als Erster hereingeholt worden wäre.»

«Jetzt, mit etwas kühlerem Gemüt, kann ich die Denke am Kommandostand nachvollziehen, aber klar war ich im Rennen sehr enttäuscht. Mit der Zeit aber ist die Ernüchterung verflogen und hat der Freude Platz gemacht. Wir sind nach Singapur gereist mit dem Gedanken – wenn wir ein wenig Glück haben, können wir vielleicht einen Podestplatz erringen. Nun haben wir einen Doppelsieg erzielt. Das stellt der ganzen Ferrari-Mannschaft ein tolles Zeugnis aus. Ich kann mich auch für Sebastian freuen, vor allem wegen seines entgangenen Sieges von Kanada.»

Wie überrascht war Charles vom frühen Stopp Vettels? «Ich wurde komplett überrascht, weil mich niemand davon in Kenntnis gesetzt hatte. Aber ich schätze, am Kommandostand war sehr sorgfältig abgewogen worden, wie am besten vorzugehen ist.»

«Was mich angeht, so hätte ich fast nichts anders machen können, um ein besseres Ergebnis einzufahren. Vielleicht hätte ich mich ein wenig intensiver erkundigen müssen, was in Sachen Strategie so um mich herum passiert. Wenn ich geahnt hätte, was auf mich zukommt, dann hätte ich zum Schluss des ersten Rennteils mehr Tempo gemacht und mir einen grösseren Vorsprung herausgefahren.»

War vor dem Rennen bei Ferrari die Rede davon, dass der hinten liegende Wagen die Möglichkeit zum Unterschneiden bekommt? «Nein, das kam nicht zur Sprache. Aber es ist bei aller Gründlichkeit fast nicht möglich, alle Szenarien vorzubereiten.»

«Als ich endlich zum Stopp hereinkam, waren meine Reifen ziemlich am Ende. Aber vorher wäre es mir gewiss möglich gewesen, ein bequemes Polster zu erzeugen. Zu Beginn machten wir in voller Absicht eher langsam. Wir wollten es den Gegnern nicht ermöglichen, eine Lücke für einen Stopp zu finden.»

Fand es Charles schwierig, die Nerven zu behalten? «Nun, als wir hinter dem Safety-Car herfuhren, war die Diskussion am Funk schon intensiv. Aber als wir wieder grün hatten, habe ich mich auf meine Arbeit konzentriert. Ich gebe zu: Im Rennen war ich sehr frustriert. Aber wenn du die ganze Sache später in Ruhe anschaust, dann siehst du die Dinge ein wenig anders.»

Wurde mit Charles am Funk darüber diskutiert, mit Vettel den Platz zu tauschen? «Nein, darüber haben wir nicht geredet. Ich habe auf ihre Entscheidung gewartet, ob eine solche Anordnung kommt. Aber das ist nicht passiert. Ich dachte mir, sie werden es mich dann schon wissen lassen, wenn sie das tun wollen.»


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