Rätsel Racing-Raritäten: Unverwechselbares Licht

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Das neue Rätsel «Racing-Raritäten» zeigt in dieser Woche einen Rennwagen in unverwechselbarem Licht. Wer ist hier zu sehen? Auf welcher Rennstrecke und wann ist das Bild aufgenommen worden?

Meist aus dem Archiv unserer Partner der britischen Foto-Agentur LAT stellen wir bekanntlich jede Woche ein kleines Stück Motorsporthistorie vor. Das Vorgehen ist kinderleicht – sagen Sie uns, wer zu erkennen ist, wo und wann das Bild entstand (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und gewinnen Sie mit etwas Glück einen kleinen Preis. Bitte Namen, Adresse, Geburtsjahr und Telefonnummer nicht vergessen. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist jeweils Sonntag der laufenden Woche, 24.00 Uhr.

Die Lösung vom letzten Mal: Der Engländer Ken Miles in jenem Ford GT40, mit welchem er an der Seite von Denny Hulme Zweiter bei den 24 Stunden von Le Mans 1966 geworden ist.

Natürlich war es kein Zufall, dass wir beim Rätsel getitelt haben «ganz grosses Kino». Das war ein nicht zu übersehender Hinweis auf den Film «Le Mans 1966 – Gegen jede Chance», welcher derzeit gezeigt wird und der den Le-Mans-Kampf zwischen Ford und Ferrari thematisiert, mit Christian Bale als Racer Ken Miles und mit Matt Damon als Teambesitzer Carroll Shelby.

Der Skandal von Le Mans 1966 in wenigen Sätzen: Ken Miles wurde von Ford nichts weniger als um den Gesamtsieg in Le Mans gebracht. Firmenchef Henry Ford II wollte unbedingt ein Fotofinish seiner tollen GT40-Rennwagen sehen, doch die französischen Organisatoren schenkten Bruce McLaren und Chris Amon den Sieg, weil die das Rennen von weiter hinten aufgenommen hatten. Natürlich hatte Henry Ford keine Ahnung gehabt vom Reglement der Franzosen. Ken Miles und sein neuseeländischer Stallgefährte Hulme gingen also leer aus. Miles hat das Ford nie verziehen.

Miles war einer der besten Sportwagenfahrer der Welt, der es mit jedem Gegner aufnehmen konnte. Der in Birmingham geborene Brite war ausgebildeter Ingenieur, nach dem Krieg begann er eine Rennkarriere, zunächst auf zwei, dann auf vier Rädern. Nach Klub- und Bergrennen und mässigen Ergebnissen in der Formel 3 nahm sein Leben die entscheidende Wende: 1952 wurde er von seinem Arbeitgeber MG nach Kalifornien geschickt – als Service-Manager.

Der Mann mit dem markanten Kinn und der Hakennase baute MG-Modelle nach eigenem Gutdünken um und begann, Rennen zu gewinnen. Porsche wurde auf Miles aufmerksam. Um den Verkauf anzukurbeln, mischte Porsche mit dem flinken Spyder die Gegner auf, nicht selten mit Miles am Steuer. Ken fuhr knallhart, aber fair, sein technisches Know-how war makellos.

Von Porsche ging es zum Rennstall von Carroll Shelby. Miles war wesentlich an der Entwicklung des Ford GT40 zum Siegerauto beteiligt, so wie er zuvor für Shelby die Cobra siegfähig getrimmt hatte. 1966 war er bereits 47 Jahre alt und hatte nichts von seinem Speed und Ehrgeiz verloren. An der Seite von IndyCar-Haudegen Lloyd Ruby gewann er in Daytona und Sebring. Dann kam der Ford-Sieg von Le Mans, der für Ken so bitter endete.

Miles warf sich wütend in die Arbeit mit dem neuen Prototypen J-Car, Vorläufer des 1967er Ford GT40 Mk IV. Bei Testfahrten in Riverside überschlug sich der Wagen mehrfach, Miles erlag an der Unfallstelle seinen Kopfverletzungen. Die genaue Unfallursache wurde nie herausgefunden, viele Zeitgenossen bezeichneten den Wagen als aerodynamisch instabil. Miles wurde in Hollywood zur letzten Ruhe gebettet.

Über sich selber hat er gesagt: «Ich bin ein einfacher Mechaniker. Das war immer, was ich machen wollte. Rennfahren, das ist für mich Hobby, Entspannung, so wie ein Anderer vielleicht Golf spielt.»

Damit zur neuen Aufgabe: Das Licht kommt uns vertraut vor, und doch sollten wir den ersten Gedanken vielleicht verscheuchen. Wer ist das? Wo und wann ist das Bild aufgenommen worden?

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