Formel 1

Binotto (Ferrari): «Titel ging schon 2018 verloren»

Von - 04.12.2019 16:00

​Diese Aussage aus Abu Dhabi verblüfft: «Wir haben den WM-Titel 2019 schon in der Saison 2018 verloren.» Das sagt der Italiener Mattia Binotto. Der Teamchef von Ferrari begründet, was er damit meint.

Ferrari ist zum dritten Mal in Folge Zweiter im Konstrukteurs-Pokal geworden, hinter Dauer-Weltmeister Mercedes-Benz. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto verblüfft in Abu Dhabi mit der Aussage: «Der Titel 2019 ging schon 2018 verloren.»

Nach einem Wintertestbeginn, der Euphorie auslöste, fiel Ferrari in Australien auf den Boden der Tatsachen zurück: keine Chance gegen die Silberpfeile. In Bahrain hätte Charles Leclerc gewinnen müssen, aber zum Schluss des Rennens hin liess ihn sein Ferrari im Stich. Und so begann ein stetes Auf und Ab. Der erste Sieg wurde erst nach der Sommerpause eingefahren, mit dem jungen Monegassen Leclerc in Spa-Francorchamps, es folgte gleich der zweite Triumph, vor den Tifosi in Monza. Dann gewann Sebastian Vettel in Singapur. Ferrari schien der Durchbruch gelungen zu sein, stattdessen kam wieder ein Hänger, und in Abu Dhabi war Mercedes so überlegen wie vor neun Monaten in Melbourne.

Wenn ein Rennstall aus neun Pole-Positions pro Saison nur drei Siege macht, dann ist das immer ungenügend, WM-Kampf ungeachtet. Mattia Binotto ist der Überzeugung: «Ich glaube wir haben diese WM im vergangenen Jahr verloren, als wir diesen Rennwagen entwarfen. Unterm Strich kann das keiner schönreden – wir waren zum Saisonbeginn nicht anhaltend konkurrenzfähig. Und das hatte Gründe. Also war unser Projekt einfach nicht gut genug.»

«Wenn wir uns anschauen, welche Fortschritte uns im Laufe der Saison gelungen sind, dann drängt das die Tatsache auf: Die Ausgangslage war ungenügend.»

Die Standfestigkeit auch – wenn wir an den Motordefekt von Leclerc in Bahrain denken, an die Schwierigkeiten in den Qualifyings von Österreich und Deutschland, an den Motorschaden bei Vettel in Sotschi oder jenen bei Leclerc in den USA.

Binotto weiter: «Es war eine sehr intensive Saison, wir haben umstrukturiert. Dazwischen haben wir versucht, den Wagen schneller zu machen, und gewisse Fortschritte waren offensichtlich. Wir kennen unsere Schwachstellen gemessen an den Autos der Konkurrenz, und wir werden alles Menschenmögliche tun, um die aus der Welt zu schaffen. Wir stehen vereint, wir sind konzentriert, wir arbeiten unermüdlch und gut, wir sind bis in die Haarspitzen motiviert. Wo uns das alles mit dem kommenden Wagen im Testwinter 2020 hinbringt, weiss noch keiner.»


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