FIA in der Kritik

Von Peter Hesseler
Formel 1
Jean Todt (re.) wirkte zuletzt etwas ziellos

Jean Todt (re.) wirkte zuletzt etwas ziellos

Unklare Haltung zur Bahrain-Frage fällt dem Weltverband jetzt auf den Kopf – besonders die Briten sind sauer.

Das war zu erwarten. Nach einer Woche ohne klare Position seitens des Weltverbands FIA hinsichtlich ihrer Haltung zu einer Absage des Bahrain-GP hagelt es nun Kritik.

FIA-Präsident Jean Todt hatte Journalisten anhand der Aufstände mit mehreren Todesopfern im Königreich am Golf lediglich mitgeteilt, man solle nicht überreagieren, es bestehe kein Grund zur Beunruhigung.

Dann nahmen die Scheichs ihm und F1-Promoter Bernie Ecclestone, der eine deutlich bessere Figur machte, die Entscheidung ab und strichen den Grand Prix von ihrer Landkarte – für’s Erste.

Nun mokiert sich besonders die britische Presse über die ziellose Haltung der FIA, die die Absage letztlich doch «unterstützt», wie es hiess, anscheinend schweren Herzens auch akzeptiert, aber eine offizielle eigene Mitteilung der Absage oder der Verschiebung des Rennens bisher schuldig blieb.

Als «irrelevant» und «peinlich» werden die Einlassungen der FIA auf der Insel gegeisselt. «Sie leben noch», schrieb ein britischer Kollege anerkennend, als die FIA sich endlich geäussert hatte. Einen »erstaunlichen Mangel» an Führung hat ein britischer Kollege bei der FIA ausgemacht. Und ein anderer fragte: «Wo ist Max Mosley?» Der im Vorjahr abgetretene Langzeit-Präsident des Automobil-Weltverbands hätte sich vermutlich früher und klarer positioniert.

Jean Todt ist 14 Monate im Amt. In dieser Angelegenheit wirkte er hilflos, wenn nicht überfordert.

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