Villeneuve: Sehnsucht nach F1

Von Peter Hesseler
Formel 1
Villeneuve mit Patrick Head von Williams

Villeneuve mit Patrick Head von Williams

Der ehemalige Weltmeister erklärt offen seinen Comeback-Wunsch, seine Sucht nach Tempo und Wettbewerb, lobt Button und kritisiert die Harmonie unter den GP-Piloten.

Jacques Villeneuve hat Heimweh nach der Formel 1. Der kanadische Weltmeister von 1997 (mit Williams) gesteht in Sportbild-Online: «Das neue Reglement mit weniger Aerodynamik und vor allen Dingen den Slickreifen ist genau das, was ich immer mochte. Die Autos rutschen dann mehr, das macht einen Heidenspaß. Zehn Jahre habe ich praktisch darauf gewartet - vergeblich.»

Villeneuve wurde 2006 nach mehreren schwachen Leistungen bei BMW-Sauber durch den damaligen Ersatzfahrer Robert Kubica abgelöst, 2009 kamen die Slicks zurück.

Der elfmalige GP-Sieger versuchte sich nach Ende seiner GP-Karriere in der NASCAR (USA) und bei den Speedcars, wo ausgemusterte F1-Fahrer wie Jean Alesi und Heinz-Harald Frentzen nicht ganz ernst gemeinte Rennen austragen. Aber beides ohne Erfolge.

In Villeneuve (38) aber scheint noch Feuer zu lodern. Er kann sich eine Rückkehr in den GP-Sport durchaus vorstellen: «Ich bin nicht zurückgetreten. Ich bin geboren, um Rennautos zu fahren. Alles, was ich bisher machte, hat mit Geschwindigkeit zu tun - ob beim Skifahren oder jetzt zu Hause in Montreal beim Motocross -oder Kartfahren. Ich versuche immer, am Limit zu sein und nehme Risiken auf mich. Wenn du einmal Formel 1 gefahren bist, kannst du es immer wieder machen, solange du fit bist. Am Ende hast du ein Lenkrad und Pedale, mehr nicht.»

Am meisten vermisst er den Wettbewerb, den Kampf mit anderen Fahrern, das Tempo: »Es ist die ewige Herausforderung. Andere wollen auf die höchsten Berge klettern, ich will mit den schnellsten Autos am Limit fahren. Ich spüre dieses Verlangen mehr als je zuvor.»

Und dann macht der Franko-Kanadier noch Werbung in eigener Sache: «Das Problem ist, dass es in der Formel 1 keine Krieger mehr gibt. Alonso ist noch so ein Typ, aber sonst? Heute sagen die nichts mehr, geben nur Dinge wider, die zuvor von irgendwelchen PR-Leuten vorgekaut wurden. Es gibt keine Fights mehr, die haben sich alle lieb. So kam es mir im vergangenen Jahr jedenfalls vor, als Hamilton gegen Massa um den Titel kämpfte. Man hat nicht mehr den Eindruck, dass sich die Typen hassen, die da um den Sieg kämpfen. Das war anders, als ich mit Michael Schumacher oder Eddie Irvine kämpfte. Von Sympathie war da auf der Strecke und auch daneben gar nichts zu spüren.»

Und über seinen ehemaligen Teamkollegen, den aktuellen WM-Führenden Jenson Button von BrawnGP, sagt Villeneuve: «Er war immer schnell, jetzt hat er das Auto, mit dem er sein Potenzial zeigen kann. Jenson macht keine Fehler, überhaupt keine. Lewis Hamilton machte sogar Fehler, als er die WM gewann. Ich denke, Jenson ist stärker als Lewis im mentalen Bereich. Er kann besser mit Druck umgehen.»

Und zum deutschen Shooting-Star Sebastian Vettel: «Ich kenne ihn nicht persönlich, aber ich mag, was ich bisher gesehen habe. Er ist anders. Er gibt erfrischende Interviews. Er ist schnell und scheint sehr stark im Kopf zu sein. Das ist beeindruckend.»

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