Honda-Rückkehr mit McLaren: Die wahren Hintergründe

Von Rob La Salle
Formel 1
Ein wichtiges Signal für die Formel 1: Honda kehrt in den GP-Sport zurück. Motorsport-Chef Yasuhisa Arai spricht über die wahren Hintergründe.

2014 beginnt in der Formel 1 die neue Turbo-Ära, 2015 kehrt Honda in den Grand-Prix-Sport zurück, das ist für die Formel 1 ein wichtiges Signal. Denn Honda ist ein Schwergewichtler: 77 Pole-Positions, 72 GP-Siege, 5 Fahrer-WM-Titel, 6 Konstrukteurs-Pokal-Siege, 174 Podestplätze, fast 5000 Führungsrunden. Erstmals seit der Bekanngabe eines mehrjährigen Abkommens mit McLaren spricht Motorsport-Chef Yasuhisa Arai über die wichtigsten Hintergründe und räumt dabei im Gespräch mit den Kollegen von «Autosport» auch mit einigen Gerüchten um die japanische Firma auf.

Herr Arai, was genau war der Auslöser für die Rückkehr?

Wir haben uns nach dem Ausstieg Ende 2008 genau angesehen, wie sich der Sport entwickelt. Auslöser für die Rückkehr war die Entscheidung, ein neues Motoren-Konzept einzuführen. Wir fanden, die Verbindung aus Formel 1 und Umwelt-relevanter Technik ist eine Inspiration. Die Formel 1 mit dem neuen Reglement stellt einen Hersteller vor eine gewaltige technische Herausforderung.

War erwarten Sie von der Wechselwirkung zwischen Formel 1 und Serienbau?

Wir glauben, es wird einen Technologie-Transfer in beide Richtungen geben. In der Formel 1 werden wir Hitze-Energie speichern und wiederverwenden. Das ist ein Gebiet, das unsere Serienfahrzeug-Techniker mit grossem Interesse betrachten. Ich bin sicher, wir werden solche Formel-1-Lösungen eines Tages in der Serie erleben. Was Hybrid-Technik angeht, haben wir ziemlich viel Erfahrung, hier wird die Formel 1 von der Serie profitieren.

Hand aufs Herz: stieg Honda 2008 wegen anhaltender Erfolgslosigkeit aus?

Nein, das hatte rein wirtschaftliche Gründe. Wir wollten die Formel 1 nicht verlassen, wir wurden von der finanziellen Situation des Unternehmens dazu gezwungen.

Welche Rolle spielt der frühere Ferrari- und FIA-Motorentechniker Gilles Simon bei Honda?

Er ist für uns beratend tätig. Aber er arbeitet weder im Forschungs- und Entwicklungszentrum von Tochigi, noch ist er ins Design oder in exakte Spezifikationen des Triebwerks involviert. Es ging mehr um generelle technische Richtungen. Die Motoren werden in Tochigi entworfen, gebaut und gestetet. Das Werk in Milton Keynes wird einfach unsere Operationsbasis in Europa sein, das bedeutet Wartung der Motoren und letzte Prüfstandsarbeit.

Abgesehen von Simon: ist das Engagement externer Fachkräfte geplant?

Nein, dazu gibt es keine konkreten Pläne. Es könnte passieren, dass wir auf ein bestimmtes Problem stossen und zur Lösung jemanden mit besonderen Kenntnissen heranziehen, aber gegenwärtig suchen wir kein Personal ausserhalb des Konzerns.

Wo genau steht Honda bei der Entwicklung?

Wir stecken in der Design-Phase und arbeiten derzeit an den letzten Details. Dann beginnt der Teilebau. Der Motor an sich sollte im Herbst bereit sein, aber wir sprechen ja von einer kompletten Antriebs-Einheit, also mit Energie-Rückgewinnung. Bis wirklich die ganze Einheit fertig ist, dürfte noch ein Jahr vergehen.

Wieso glauben Sie, dass McLaren der richtige Partner ist?

Wir haben gemeinsam viele Rennen gewonnen, 1988 waren es 15 von 16 WM-Läufen. Wir teilen die gleichen Grundwerte, wir denken ähnlich. Das war auch der Grund, wieso wir uns beim neuen Formel-1-Abenteuer dagegen entschieden haben, ein eigenes Chassis herzustellen – durch die Partnerschaft mit McLaren können wir uns komplett auf jenes Fachgebiet konzentrieren, wo wir am stärksten sind, auf den Motor.

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