Sir Stirling Moss auf der Suche nach einem Auto

Von Petra Wiesmayer
Formel 1
Sir Stirling Moss fuhr beim City-Grand-Prix in Gröbming, dem Abschluss der jährlichen Ennstal Classic, mit – ohne vorherige Testfahrten.

Die Ennstal-Classic war auch dieses Jahr wieder ein Spektakel für Tausende Zuschauer und Teilnehmer. Bei der Rallye von 200 historischen Autos, die mindestens 40 Jahre auf dem Buckel haben müssen, legen die Fahrer und ihre Beifahrer in knapp 30 Wertungsprüfungen eine Gesamtstrecke von über 830 Kilometern zurück, bei einem Durchschnittstempo von 50 km/h.

Die Fans bekamen an den insgesamt drei Tagen der Rallye Autos wie den Alfa Romeo Giulia TI, Jaguar E-Type, Porsche 911, BMW 328 Mille Miglia Roadster von 1939 oder auch einen Veritas RS von 1948 zu sehen, in denen auch einige Prominenz auf den kurvigen Straßen von Steiermark, Oberösterreich und Salzburger Land unterwegs war.

Den Höhepunkt für viele Zuschauer stellte der City-Grand-Prix in Gröbming dar, die Oldtimer-Rallye, die am Samstag mit der letzten Wertungsprüfung und einem Showrennen alter Rennwagen den Abschluss der Veranstaltung bildete.

Für Sir Stirling Moss, der bei der Ennstal-Classic bereits seit Jahren eine feste Größe ist, ist die jährliche Reise nach Österreich kein Muss, sondern pure Freude. «Ich komme deshalb so gerne zur Ennstal-Classic, weil wir hier wie eine große Familie sind – es ist ein Treffen mit guten Freunden. Außerdem sind die Zuschauer hier so ungemein freundlich», erklärte der 83-jährige Engländer.

Allerdings plagte den Formel 1-Vizeweltmeister von 1955, 56, 57 und 58 dieses Jahr eine Sorge: «Mir hat für die Ennstal-Classic das Testauto gefehlt», grinste er. Ein Auto hatte es Sir Stirling ganz besonders angetan: der Ferrari 750 Monza aus dem Jahr 1955, den er durch die Straßen von Gröbming lenkte. «Dieses Auto hat ein Herz und eine Seele. Ich würde mit diesem Wagen gerne einmal richtig Gas geben, mit Vollgas auf einer Rennstrecke.»

Karl Wendlinger saß in der berühmten «roten Sau» von Mercedes, dem 300 SEL AMG und zeigte sich tief beeindruckt. «Es wundert mich jedes Mal aufs Neue, wie weit die Technik damals schon war», sagte der Tiroler, der noch in der Startaufstellung zum Grand Prix von einem Vertreter des seit 2008 von Jochen Mass geführten «Grand Prix Drivers Club» eingeladen wurde, als neues Mitglied beizutreten. «Nach seinem schweren Unfall in Monaco 1994, als Karl wochenlang im Koma lag, war sein erster Einsatz die Bergwertung Stoderzinken im Rahmen der Ennstal-Classic, das vergessen wir ihm nie», erzählte der Mitorganisator der Ennstal-Classic, Motorsportjournalist Helmut Zwickl.

Vor der Abschluss-Rallye gab es in diesem Jahr auch eine neue Veranstaltung, die Chopard Racecar Trophy, bei denen sich die Stars ein Stelldichein gaben. Sir Stirling Moss, Maria Teresa de Filippis, die erste Frau, die beim Grand Prix von Belgien 1958 bei einem Formel-1-WM-Lauf startete, Karl Wendlinger, Ex-Rallye-Pilot Rauno Aaltonen, Schauspieler Tobias Moretti, Fernsehmoderator Chritian Clerici und viele andere. Das Rennen auf dem Flugfeld Niederlöbarn mit Autos ab dem Jahr 1929 ließ eine Zeit wieder aufleben, in der Autorennen noch auf Flugfeldern ausgetragen wurden.

Christian Clerici, der in seinem Plymouth Dritter der Epoche-2-Wertung (1951-1982) wurde, hatte seinen Spaß. «Es war überraschend gut, überraschend knapp. Unter der Voraussetzung das wir heute in der letzten Etappe den größten Bock geschossen haben. Wir hätten gewinnen können», sagte der Wiener nach der Zieldurchfahrt.

«Wir haben auf der letzten Prüfung sechs Strafpunkte bekommen, das hatten wir auf allen Etappen nicht geschafft. Wir hätten nur einen Zweier schreiben müssen und hätten unsere Epoche gewonnen Die Racecar-Trophy wird in Zukunft unsere Disziplin sein. Ich werde nächstes Jahr meinen Cuda herbringen, da ist es mir egal, wo wir herumfahren, denn einmal hier am Stockerl sein war das Ziel. Nächstes Jahr werden wir nur auf Show fahren.»

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