Teures Notfallprogramm: Wie die Dorna den GAU zum Saisonstart verhindert
Um ein Debakel wie 2024 zu verhindern, als die Reifen für die letzten SBK-Vorsaisontests in Australien zu spät ankamen, hat Promoter Dorna zusammen mit Pirelli einen Notfallplan aktiviert.
Vier Tage vor dem letzten Vorsaisontest 2024 wurde den Teams der Supersport- und Superbike-WM von Promoter Dorna mitgeteilt, dass sich der Testplan auf Phillip Island grundlegend verändert, weil die Reifen von Alleinausrüster Pirelli nicht rechtzeitig ankamen.
Während das Material der Teams per Luftfracht nach Australien geht, werden die Reifen auf dem deutlich günstigeren Seeweg transportiert. Sie werden für gewöhnlich im Oktober des Vorjahres für den Saisonauftakt Ende Februar produziert und verlassen die Pirelli-Fabrik in Italien Anfang November. Das Containerschiff fährt regulär durchs Mittelmeer nach Osten, nimmt den Suezkanal in Ägypten und schippert durchs Rote Meer. Anschließend geht es über den Indischen Ozean nach Australien.
Rebellen und Piraten erschweren die Schifffahrt
Damals wurde das Schiff Anfang Dezember in Ägypten gestoppt, durch das Mittelmeer zurückgeschickt und musste von dort um ganz Afrika herum nach Australien schwimmen. Verantwortlich für das Logistik-Desaster waren die jemenitischen Huthi-Rebellen, die das südliche Rote Meer und den Golf von Aden unsicher machen.
Viel geändert hat sich seither nicht, Piratenangriffe sind immer noch an der Tagesordnung und große Redereien wie Maersk meiden den Suezkanal. Es wird damit gerechnet, dass sich die Lage bis Sommer 2026 normalisiert, doch treffend vorhersagen kann das niemand.
Unvorhergesehenes logistisches Problem
Bevor am letzten Februar-Wochenende in Australien der WM-Auftakt 2026 stattfindet, wird am Montag und Dienstag (16./17.) zuvor getestet. Am 10. Februar teilte die Dorna mit, dass sich der Transport der Reifen «aufgrund eines unvorhergesehenen logistischen Problems» verzögere, das «außerhalb des operativen Einflussbereichs von Pirelli» liegt.
Detaillierte Informationen bezüglich der Verzögerungen liegen nicht vor, verantwortlich sind nach Recherche von SPEEDWEEK.com überfüllte Häfen und langsame Abwicklungen – die Containerlieferung ist bereits über einen Monat im Rückstand.
Wie die Blamage verhindert wird
Um eine Blamage wie 2024 zu verhindern, aktivierten Dorna und Pirelli umgehend ein teures Notfallprogramm. Pirelli stellt eine zusätzliche Lieferung von Reifen zur Verfügung, um den reibungslosen Ablauf der Testfahrten zu gewährleisten. Diese Reifen werden von der Dorna per Luftfracht direkt nach Phillip Island transportiert, um mögliche Auswirkungen auf die Vorbereitungen der Teams zu minimieren.
«Auch wenn möglicherweise nicht alle ursprünglich für den Test vorgesehenen Reifen zur Verfügung stehen, arbeiten Dorna und Pirelli eng zusammen, um sicherzustellen, dass die Teams und Fahrer Zugang zu einer umfassenden und repräsentativen Reifenauswahl für ihre geplanten Aktivitäten haben», so eine Dorna-Mitteilung.
Die Zuteilung der Rennreifen bleibt unverändert, da die Seefracht voraussichtlich rechtzeitig vor dem Wochenende 20. bis 22. Februar im Hafen von Melbourne eintreffen wird.
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