Triumphs komplett neue Speed Twin für 2028: Vorläufer einer ganzen Familie
Triumph arbeitet an einer völlig neu konzipierten Modellfamilie seiner Retro-Twins. Deren erstes Mitglied wird die kommende Speed Twin 1200 – sie ist uns bei ersten Testfahrten vor die Linse gefahren.
Es ist erst wenige Tage her, dass Triumph die Speed Twin 1200 Café Racer Edition vorgestellt hat. Zum jetzigen Zeitpunkt stellt sie die Spitze dar dessen, was die Briten in ihrer Retro-Baureihe anzubieten vermögen. Das Rezept ist dabei, passend zum Segment und durchaus gewollt, betont klassisch. Die Familie der Zweizylinder-Modelle besteht dabei aus bis zu acht Modellen aller Spielarten. Eine Vielfalt, die nur BMW mit R12 und R18 übertrifft. Sie alle eint die gleiche Basis: ein wassergekühlter Zweizylinder, der mit Kühlrippen den Look des klassisch luftgekühlten Twins imitiert, den die Briten in der Vorgängergeneration verbaut haben. Diese war für Triumph vor allem im Export wichtig – die luftgekühlte Bonneville war zwischenzeitlich die weltweit meistverkaufte Triumph. Entsprechend groß waren die Fußstapfen für die aktuelle Generation der Retro-Familie. Das aktuelle Aggregat gibt es, je nach Modell, in zwei Hubraum- und mehreren Leistungsstufen. Als Rahmen kommen zwei Stahlrohr-Lösungen zum Einsatz, die den Motor tragen – auch hier ein klassisches Rezept.
Der Twin wird tiefgreifend überarbeitet
Unterdessen arbeiten die Ingenieure in Hinckley bereits an der nächsten Generation der Retro-Twins, und diese wird, so legen es erste auf Testfahrten fotografierte Prototypen nahe, abermals einen Sprung machen. Kern bei dieser wird das neue Rahmenkonzept – zwar weiterhin aus Stahl, doch, wie beispielsweise bei den Trident-Modellen als Perimeterrahmen ausgeführt, der hier den Reihenzweizylinder trägt. Auf unseren Fotos ist, zu erkennen am Kühler, die kommende Speed Twin 1200 zu sehen. Der Twin, so viel ist bereits jetzt zu sehen, wird tiefgreifend überarbeitet, vor allem im Bereich der Auspuffanlage: Beide Abgaskrümmer münden in einen, dem Aggregat vorgelagert montierten, einzelnen Sammler, aus dem die beiden Auspuffrohre wieder austreten. Die beiden daneben verlaufenden Rohre am Prototyp sind teilweise noch provisorisch, wie sich an der Verfärbung durch die Abgashitze erkennen lässt. In künftigen Entwicklungsschritten wird der Abgastrakt mutmaßlich eleganter integriert werden. Diese Konstruktion bietet den Ingenieuren künftig mehr Möglichkeiten, auch auf künftige Emissionsvorschriften leichter reagieren zu können und schafft vor dem Hinterrad Platz für die neue Federumlenkung und eine neue Alu-Schwinge. Durch die neue Konstruktion wird zudem auch der Hinterradführung mehr Platz eingeräumt und ist komplexer ausgearbeitet. Die Showa-Upside-Down-Gabel am Vorderrad dürfte dem sportlichen Fokus der Speed Twin 1200 geschuldet sein, ebenso wie die Brembo-Bremsen und Aluguss-Felgen des Testträgers.
Viele Details am gezeigten Prototyp sind nicht final: So ist die Ergonomie noch provisorisch. Diese Entwicklungsstufe wird, unter anderem, dafür verwendet, genau solche Details weiterzuentwickeln. Aus diesem Grund ist auch der Heckrahmen ebenfalls noch ein Provisorium und mit ihm die Sitzbank. Die technische Basis wird sich die Speed Twin 1200 auch künftig mit dem Rest der kommenden Retro-Twin-Familie teilen – wohl abermals mit der Speed Twin 1200 als Speerspitze. Bonneville, Bobber und kleinere Speed-Twin-Modelle kann man hingegen auch künftig wieder simpler ausstaffiert und mit anderen Bremsen und Vorderradgabeln erwarten, auch unterschiedliche Leistungsstufen, die sich nur unwesentlich von der aktuellen Bandbreite unterscheiden dürften, sind zu erwarten. Derzeit leistet die schwächste Speed Twin 900 65 PS, bei der Speed Twin 1200 stehen 105 PS im Datenblatt. Der frühe Entwicklungsstand des gezeigten Prototyps lässt darauf schließen, dass noch mindestens zwei Jahre ins Land gehen werden, bis mit der Serieneinführung der kommenden Retro-Familie zu rechnen ist.
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