Alain Prost: «Das sind die Fehler der Formel 1»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Alain Prost in Monaco

Alain Prost in Monaco

Der vierfache Weltmeister Alain Prost (59) spricht über sinkende Zuschauerzahlen, den umstrittenen Motorenlärm der Antriebseinheiten und die Fehler der Formel-1-Mächtigen.

Alain Prost verdiente sich in der Formel 1 den Spitznamen «Professor», weil er sich mehr Gedanken über seinen Sport machte als die meisten seiner Konkurrenten. Wie fast kein Zweiter konnte er sich seine Rennen klug einteilen – Reifen und Bremsen schonen, Sprit sparen, das waren schon vor 30 Jahren grosse Themen. Die neue Formel 1 hätte gut zum früheren Star von McLaren, Ferrari und Williams gepasst.

Und doch hat der Champion der Jahre 1985, 1986, 1989 und 1993 seine liebe Mühe mit dieser neuen Formel 1: «Die ganze Diskussion über den angeblich mangelhaften Sound der Motoren, das ist für mich nur eine Ausrede. Tatsächlich liegt es ganz woanders im Argen. Die Leute spüren nicht mehr die gleiche Verbundenheit zur Formel 1, offenbar hat der Sport auch ein Problem damit, junge Fans anzuziehen – dabei wäre die Faszination durchaus da, denn nie spielte die Elektronik eine grössere Rolle. Mir fehlt auch der menschliche Aspekt: es wird mir zu oft von der Strategie gesprochen und davon, dass die Rennen am Kommandostand entschieden werden. Dabei sollten doch die Fahrer im Mittelpunkt stehen.»

«Seit Jahren ist in der Formel 1 der falsche Weg beschritten worden. Vor allem in Sachen Aerodynamik, denn die ist ein Aspekt, welche mit dem Serienauto nun überhaupt nichts zu schaffen hat. Die Formel-1-Mächtigen haben es darüber hinaus verpasst, den Fans zu erläutern, wieso wir überhaupt neue Antriebseinheiten haben. Mehr Nähe zu Serienmotoren zu erzeugen, das kommt doch gar nicht rüber. In dem Punkt wird schwer versagt.»

Und hat sich Prost selber mit dem Sound angefreundet?

Der 51fache GP-Sieger antwortet: «Ich bin da ein wenig hin und her gerissen. An sich gefällt mir der Sound, aber gerade beim historischen Grand Prix von Monaco, vor vierzehn Tagen, habe ich hier im Fürstentum gehört, was ich wirklich vermisse – die Motoren klangen höchst unterschiedlich. Zu meiner Zeit hatten wir den Turbo von Renault, den V8 von Cosworth, dazu den V12 von Ferrari, das waren einfach ganz andere Geräuschkulissen.»

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