Williams: Hat Felipe Massa Kanada-Sieg verspielt?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Felipe Massa hatte Glück im Unglück – keine Verletzungen!

Felipe Massa hatte Glück im Unglück – keine Verletzungen!

Wenige Runden vor Schluss des turbulenten Kanada-GP war Felipe Massa der schnellste Mann auf der Bahn. Aber statt eines Podestplatzes gab es einen Riesenschreck für den Brasilianer.

Nach der Hälfte dieses atemraubenden Kanada-GP schien alles für Williams und Felipe Massa zu laufen. Die führenden Mercedes von Nico Rosberg und Lewis Hamilton waren angeschlagen, Felipe Massa lag im ebenfalls Mercedes-motorisierten Williams gut 17 Sekunden dahinter, holte aber mit Siebenmeilenstiefeln auf – um ein bis zwei Sekunden konnte der Brasilianer schneller fahren. Felipe witterte seinen ersten Sieg seit Brasilien 2008!

Als sich die Silberpfeile neue Reifen abholten, führte Massa, und Sky-TV-Experte Martin Brundle vermutete: «Wenn er seine Reifen schont, kann er vielleicht mit nur einem Stopp durchfahren. In Monaco ist der mit der superweichen Mischung auch 45 Runden gefahren.»

Aber Massa holte selber neue Reifen – der Reifenverschleiss an der Hinterachse war zu hoch gewesen. Massa fiel zurück auf Rang 7.

Dann kündigte sich wie in Malaysia ein Team-interner Kampf an: Felipe lief auf Valtteri Bottas auf.

In Sepang hatte es nach einem harten Kampf böse Worte gegeben, seither hat Williams festgehalten: keine Stallorder mehr. Hier war es jedoch anders – der Finne kämpfte mit schwächelnden Bremsen und hohen Motortemperaturen, weil der Williams zu lange hinter dem Force India von Nico Hülkenberg feststeckte. Also liess er Massa anstandslos vorbei, als das Team via Funk kurz anklopfte.

Nun lag Massa nur 5,9 Sekunden hinter Leader Rosberg, mit den frischesten Reifen aller Konkurrenten, es waren noch zwölf Runden zu fahren.

Martin Brundle: «Zu diesem Zeitpunkt war ich davon überzeugt, dass Felipe gewinnen würde. Er hatte das schnellste Auto.»

Nur noch Rosberg, Pérez, Ricciardo und Vettel standen Massa vor der Sonne, doch an Sebastian biss sich der Brasilianer die Zähne aus. Massa ging die Zeit aus, dann knallte es mit Sergio Pérez.

Statt eines Sieges steckte Massa in einem Reifenstapel.

Felipe wurde (wie Sergio Pérez) vom Pistenkrankenhaus ins Spital Sacre-Coeur von Montreal gebracht, aber beide konnten nach kurzer Zeit entlassen werden.

Felipe Massa: «Ich habe mir Sergio im Medical-Centre an der Strecke gekrallt und ihm gesagt, dass ich von ihm enttäuscht bin. Ich sagte zu ihm – du musst noch eine Menge lernen. Das ist nicht das erste Mal, dass er in einer Bremszone die Fahrspur verlassen hat. Die Strafe für ihn ist nicht hart genug, wir sind da mit 300 Sachen unterwegs! Bei 300 km/h willst du keinen Unfall haben. Und Vettel hätte in den ganzen Schlamassel noch mit hineingezogen werden können. Es war saugefährlich.»

Techniker Rob Smedley: «Sehr bedauerlich, Massa hätte sich Pérez gewiss geschnappt. In freier Fahrt waren unsere Autos seht gut, hinter anderen Autos weniger. Heute hätte mehr drin sein müssen.»

Der letzte Sieg von Williams geht auf Barcelona 2012 mit Pastor Maldonado zurück.

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