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MotoGP

Kolumne

Jorge Martin und Aprilia Racing: Die verpasste Riesenchance in der MotoGP

Mit Platz 4 im Großen Preis von Thailand war auch Jorge Martin wichtiger Teil des beeindruckenden Erfolgs von Aprilia. Die Vorstellung des MotoGP-Champions von 2024 wirft auch spannende Fragen auf.

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Jorge Martin (Aprilia) vor Pedro Acosta (KTM) und Marc Marquez (Ducati)
Jorge Martin (Aprilia) vor Pedro Acosta (KTM) und Marc Marquez (Ducati)
Foto: Gold and Goose
Jorge Martin (Aprilia) vor Pedro Acosta (KTM) und Marc Marquez (Ducati)
© Gold and Goose

Der MotoGP-WM-Auftakt in Buriram ließ keine Zweifel darauf aufkommen, dass Aprilia für die Saison 2026 erstmals in der Ausgangslage ist, um nicht nur von einem Titel in der Königsklasse zu träumen. Der Erfolg der RS-GP war trotz der herausragenden Rolle von Marco Bezzecchi mit Pole-Position und GP-Sieg keine Einmann-Show. Alle vier Aprilia-Piloten hielten an der Spitze mit.

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Trackhouse-Pilot Raul Fernandez schafft es in beiden Rennen aufs Podium, Ai Ogura wiederholte seinen starken Debüt-Aufschlag von 2024 und Jorge Martin schaffte es nicht nur sicher ins Q2 – der Martinator lag im Großen Preis auf Podestkurs und machte am Ende mit Platz 4 das Aprilia-Traumergebnis komplett. In der WM-Tabelle spiegelt sich das nach zwei Rennen mit den Rängen 2–5 wider Nie war Aprilia besser aufgestellt.

2025: Jorge Martin verlor eine volle Saison

Der Auftritt von Jorge Martin hat einen besonderen Stellenwert. Dass Martin zu den besten MotoGP-Piloten zählt, das konnte der Spanier in seiner Zeit bei Pramac-Ducati unter Beweis stellen und mit der WM-Krone 2024 bestmöglich dokumentieren. Das Jahr 2025 hinterließ dagegen gewaltige Spuren. Ein Leidensjahr mit Stoff für ein Buch, das den Champion ein komplettes Jahr seiner Karriere kostete. Selbst den wichtigen «Prüfstandstermin» in Sepang, nur wenige Wochen vor dem ersten Rennen 2026, hatte Martin mangels körperlichem Bestzustand auslassen müssen.

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Die sportliche Leistung von Jorge Martin beim Saisonauftakt muss extrem hoch eingeschätzt werden. In einer an Komplexität einzigartigen dichten Klasse gelang es dem Racer aus Madrid, aus dem Stand wieder an die Spitze zu kommen. Eine Leistung, die nicht selbstverständlich ist.

Auch Ikone Marc Marquez gelang es, sowohl bei seinem Wechsel ins Ducati-Lager als auch nach seinem Sturz durch Marco Bezzecchi im Oktober 2025 nach langer Pause sofort wieder an der Spitze aufzutauchen Doch anderen Piloten gelingt das nicht. Jüngstes Beispiel ist Tech3-Pilot Maverick Vinales, der zwar körperlich wieder genesen ist, aber noch nicht in der Lage ist, auf dem gleichen Level wie im Sommer 2025 zu fahren.

Martin und Aprilia: Zwei getrennte Erfolgsgeschichten in einer Box

Zweifelsfrei wäre das sehr überzeugende Comeback des «Martinators» in Thailand nicht ohne konkurrenzfähiges Material zustande gekommen. Dass auch Aprilia eine effiziente Weiterentwicklung der RS-GP betrieben hat, ist offensichtlich, denn auch Piloten wie Raul Fernandez fahren jetzt konstant in den Top-5. Doch spricht man Buriram-Sieger Marco Bezzecchi auf die konkreten Fortschritte der RS-GP an, so kommt wenig Konkretes «Bezz» schob den überschaubaren Start einer Aprilia-Karriere vor einem Jahr vor allem auf sich selbst zurück. Vertrauen und Speed haben sich durch Erfahrung und das Team weiter aufgebaut, so das Credo des Italieners, der seit dem Portugal-GP 2025 alle MotoGP-Rennen gewinnen konnte.

Wie gut die RS-GP bereits vor einem Jahr war, das zeigte Trackhouse-Pilot Ai Ogura. Der Japaner war bereits bei seinem Debüt zweimal in die Top 5 gefahren. Nicht auszumalen, was gewesen wäre, wenn ein gesunder Jorge Martin die Reise zum WM-Auftakt angetreten hätte. Eine Debatte um die Leistungsfähigkeit des Renners aus Noale wäre genauso wenig aufgeflammt wie die konstruierten, vorzeitigen Ausstiegsszenarien seitens des 2024er-Champions. Mit einem siegfähigen Jorge Martin in Rennen 1 wäre es womöglich auch nicht zum Durchmarsch von «MM93» gekommen. Ein spannender Titelkampf 2025 zwischen Marquez und Martin, Ducati gegen Aprilia, das hätte man bereits vor einem Jahr erleben können.

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Die in jeder Hinsicht kurios einzigartige Verbindung von Jorge Martin und Aprilia mit zwei getrennt erscheinenden Erfolgsgeschichten, die sich spät in der gleichen Box zusammenfindet – und die sich zudem nach dieser Saison wieder auflösen wird – ändert nichts an den Tatsachen. Jorge Martin zählt auch 2026 zu den stärksten Fahrern im Feld und ist fahrerisch ein Juwel für jeden Hersteller. Und Aprilia hat es geschafft, eine brillante Basis so zu verfeinern, dass nun alle Piloten der RS-GP davon profitieren.

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Pos

Fahrer

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Team

Start Nr

Runden

Zeit

Bestzeit

Punkte

01

Marco Bezzecchi

Marco Bezzecchi

Aprilia Racing

72

26

39:36,270

1:30,487

25

02

Pedro Acosta

Pedro Acosta

Red Bull KTM Factory Racing

37

26

+5,543

1:30,657

32

03

Raúl Fernández

Raúl Fernández

Trackhouse MotoGP Team

25

26

+9,259

1:30,627

23

04

Jorge Martin

Jorge Martin

Aprilia Racing

89

26

+12,182

1:30,713

18

05

Ai Ogura

Ai Ogura

Trackhouse MotoGP Team

79

26

+12,411

1:31,129

17

06

Fabio Di Giannantonio

Fabio Di Giannantonio

Pertamina Enduro VR46 Racing Team

49

26

+16,845

1:31,016

12

07

Brad Binder

Brad Binder

Red Bull KTM Factory Racing

33

26

+17,363

1:31,088

13

08

Franco Morbidelli

Franco Morbidelli

Pertamina Enduro VR46 Racing Team

21

26

+18,227

1:31,145

8

09

Francesco Bagnaia

Francesco Bagnaia

Ducati Lenovo Team

63

26

+18,340

1:31,050

8

10

Luca Marini

Luca Marini

Honda HRC Castrol

10

26

+19,101

1:31,190

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