Felipe Massa & Valtteri Bottas: Hockenheim-Sieg?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Valtteri Bottas in Silverstone

Valtteri Bottas in Silverstone

Endlich bestätigt der Traditionsrennstall, was sich im Winter angedeutet hatte: Felipe Massa und Valtteri Bottas sitzen in einem hervorragenden Auto. Williams ist hinter Mercedes die zweite Kraft.

Scheinbar aus dem Nichts schuf Williams auf dem Red Bull Ring die Sensation: erste Startreihe, mit GP-Veteran Felipe Massa vor dem jungen Valtteri Bottas. Im Rennen fuhren der Brasilianer und der Finne die Ränge 4 und 3 ein, hinter den Silberpfeilen von Rosberg und Hamilton. Der Aufwärtstrend bei Williams setzte sich in Silverstone fort: Rang 2 für den verblüffenden Bottas.

In der Markenwertung liegt Williams nur noch zwei Zähler hinter Ferrari (103:106 Punkte), auf Rang 4 des Konstrukteurs-Pokals.

Nicht übel für einen Rennstall, der vor einem Jahr in der grössten Krise seiner Geschichte steckte: vor zwölf Monaten war Williams noch ohne Punkt, erst in Ungarn eroberte Pastor Maldonado mit Ach und Krach einen zehnten Platz, und es dauerte bis zum zweitletzten Rennen der Saison in Austin, bis Valtteri Bottas mit Rang 8 die Bilanz noch ein wenig aufhübschen konnte. Hinter Williams auf Rang 9 lagen Ende 2013 nur noch die punktelosen Hinterbänkler Marussia und Caterham.

Wie schnell sich in der Formel 1 das Blatt wenden kann: Nun ist Williams das Team der Stunde, und Red Bull Racing sowie Ferrari müssen sich warm anziehen. Williams scheint derzeit hinter den überlegenen Mercedes zweite Kraft zu sein.

Das sieht auch Rob Smedley so, der leitende Ingenieur von Williams, der Massa von Ferrari nach England gefolgt ist.

Rob ist vor dem Hockenheim-GP bester Dinge: «Einen richtigen Durchhänger hatten wir nie, wir haben nur selten das Beste aus unseren Möglichkeiten gemacht. Einige Male waren wir daran selber schuld, aber es hat auch Situationen gegeben, da waren wir schuldlos – wie in Melbourne oder Silverstone, wo Massa durch Kobayashi oder Räikkönen aus dem Rennen gerissen worden ist.»

«Für mich war im Winter auch klar, dass Williams wieder den Tritt finden würde. Man muss nur den Leuten eine Richtung vorgeben und dann in allen Bereichen Vollgas geben. Gewiss, gemessen an den Top-Teams fehlte es uns etwas an Ressourcen, also müssen wir mit den vorhandenen Mitteln eben clever haushalten. Und das tun wir derzeit recht gut. Diesen Weg müssen wir weiter beschreiten, auch am kommenden Wochenende in Deutschland.»

Williams hat tatsächlich hervorragend gearbeitet: Im Winter und zu Beginn der Saison galt der Martini-Renner als hervorragend auf Stop-and-go-Kursen – also auf Strecken mit vielen Geraden und mit vielen Beschleunigungspunkten aus langsamen Ecken heraus. Da konnten Massa und Bottas die gute Traktion des Chassis und die Bärenkraft der Mercedes-Antriebseinheit voll ausspielen.

In langen, schnellen Bögen waren die Autos von Red Bull Racing und Ferrari jedoch aerodynamisch effizienter. Inzwischen hat Williams seine Stärken konserviert (Massa war zum Schluss des Kanada-GP und vor dem spektakulären Unfall mit Pérez der schnellste Mann auf der Bahn), kann nun aber auch in schnellen Kurven wie in Silverstone locker mithalten. Grund dafür war ein Evo-Paket mit einer überarbeiteten Kühlung, das erlaubte die Verwendung von noch kompakteren Seitenkästen und eine Heckpartie, die flacher abfällt. Was wiederum den Heckflügel besser anströmt.

Der Wagen liegt hervorragend auf der Bremse und hat bei Topspeed-Messungen regelmässig die Ameisenbärnase vorn. Das sind hervorragende Voraussetzungen für den kommenden Hockenheim-GP: Die Pistencharakteristik im Badischen ist mit jener von Montreal und Spielberg eher zu vergleichen als mit Silverstone.

Valtteri Bottas lacht: «Ich sagte dem Team nach der Zieldurchfahrt in England – Dritter in Österreich, Zweiter in England, also ...»

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