Daniel Ricciardo: «Sebastian Vettel lernte von mir»

Von Otto Zuber
Formel 1
Daniel Ricciardo: «Man muss dankbar sein und alles in einem grösseren Kontext betrachten»

Daniel Ricciardo: «Man muss dankbar sein und alles in einem grösseren Kontext betrachten»

Daniel Ricciardo überraschte die Formel-1-Welt mit seinem starken Einstand im Weltmeister-Team Red Bull Racing. Der fröhliche Australier blickt im Halbzeit-Interview auf die ersten zehn WM-Läufe zurück.
Daniel Ricciardo, viele Fans, Journalisten und Formel-1-Experten waren überrascht von deinem starken Start mit Red Bull Racing. War es ein Vorteil, die Saison ohne grossen Erwartungsdruck zu beginnen?

Es war sicher kein Nachteil. Das Team war da vorbildlich, ich konnte ganz ohne Druck in die Saison starten. Niemand verlangte von mir, von Anfang an in die Top-3 zu fahren. Ich konnte mich in aller Ruhe an ihre Arbeitsweise gewöhnen und ich denke, mit diesem Ansatz hat das Team zu meinem erfolgreichen Start beigetragen.

Wie fühlt es sich an, neben einem vierfachen Formel-1-Champion zu fahren? Steht er dir ab und zu mit Ratschlägen zur Seite?

Das war bisher ganz gut, ich kann viel von ihm lernen und es ist natürlich auch schön, dass ich hinter die Kulissen seiner Arbeitsweise blicken kann. Auch im Auto lerne ich viel von ihm, es ist also ganz sicher kein Nachteil. Ich denke, er hat in den vergangenen Rennen auch ein bisschen was von mir gelernt. Es ist cool, wir treiben uns gegenseitig an.

Du hast in diesem Jahr schon mehrmals das Podesttreppchen erklimmt und in Kanada auch deinen ersten GP-Sieg erobert. Welches Rennen hat dir in diesem Jahr am besten gefallen?

Das war natürlich Kanada, definitiv. Ich fuhr zum Sieg, deshalb ist das auch mein Lieblings-GP. Das Rennen war sehr spannend, vor allem am Ende, das war einfach super. Ich habe das Glück, dass ich in diesem Jahr schon einige Grands Prix erlebt habe, die viel Spass gemacht haben. Das Rennen in Bahrain war super, oder der GP auf dem Hockenheimring auch. Das war bisher eine gute Saison mit mehr Höhen als Tiefen.

Du scheinst immer fröhlich zu sein, was ist das Geheimnis deiner guten Laune?

Ich finde, man muss dankbar sein und alles in einem grösseren Kontext betrachten. Ich war mit dem Qualifying-Resultat beispielsweise nicht zufrieden, doch am Ende muss man auch sagen: Ich gehe heute vom vierten Startplatz ins Rennen, ich fahre für eines der besten Formel-1-Teams der Welt und viele Leute würden für meinen Job töten. Man muss also alles relativieren, und das hilft sicher.

Du scheinst dich mit deinem neuen Renningenieur Simon Rennie gut zu verstehen, wie auch mit all den anderen Jungs in der Box. War die Eingliederung ins Team so einfach, wie sie von Aussen scheint und welcher Teil deiner Arbeit gefällt dir am besten?

Das macht das Leben leichter, ich habe mich immer gut mit meinen Teams verstanden. Bei Toro Rosso war es auch super, aber es ist natürlich einfacher, wenn wir alle die gleiche Sprache sprechen – bei Red Bull Racing ist Englisch die erste Sprache. Es ist einfacher, eine freundschaftliche Beziehung zu den Mechanikern und Ingenieuren aufzubauen. Die Jungs sind sehr lustig und ich fühle mich sehr willkommen.

Du warst Teil des Red Bull Junior Teams. Ist es ein grosser Vorteil, dass du seit Jahren mit der Red Bull-Familie verbunden bist?

Natürlich war das eine Hilfe. Es hat mir geholfen, mich ins Programm einzufinden und alles zu verstehen. Dass ich meine erste GP-Erfahrung bei Toro Rosso und auch kurze Zeit als Red Bull Racing-Reservist sammeln durfte war natürlich gut, denn ich kannte einige Jungs im Team und auch das ganze System schon bevor ich zu Red Bull Racing wechselte.

Was würdest du an deiner bisherigen Saison ändern, wenn du könntest und warum?

Ich bin mir nicht sicher, natürlich hätte ich gerne meinen zweiten Platz von Australien zurück.

Zu Saisonbeginn hattest du gesagt, dass es ein Privileg sei, Rad an Rad mit Stars wie Fernando Alonso, Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton und Sebastian Vettel zu fahren, um nur einige zu nennen. Wie fühlt es sich an, wenn man in der Startaufstellung von Weltmeistern umgeben ist? Du machst ihnen das Leben nicht gerade leicht…

Ja, das ist wirklich gut für mich, denn mein Ziel für dieses Jahr war es, mich als Spitzenkandidat zu etablieren und mit den erfahrenen Jungs vorne mitzuhalten. Ich wollte beweisen, dass ich auch einer dieser Kerle da vorne bin, mit dem man sich Messen kann. Und ich bin natürlich sehr glücklich darüber, dass mir das gelungen ist. Das ist eine grosse Befriedigung.

Deine Fangemeinde scheint auf der ganzen Welt zu wachsen. Egal, in welchem Land die Formel 1 antritt, überall sind Daniel Ricciardo-Fans anzutreffen. Welche Message hast du an deine Anhänger?

Nur eine: Seid happy!

Natürlich ist der WM-Titel das Ziel eines jeden Formel-1-Fahrers, aber was hast du dir für die zweite Saisonhälfte vorgenommen?

Ich will noch einen Sieg einfahren. Je mehr, desto besser – ich will dieses Gefühl noch einmal erleben.

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