Singapur-GP mit Funk-Verbot: Was sagen die Fans?

Von Mathias Brunner
Formel 1

Nicht alle Rennsportanhänger sind vom teilweisen Verbot des Funksprechverkehrs (ab dem Singapur-GP in Kraft) hell begeistert. Drei Viertel der Fans lehnen Funkstille ab.

Es war abzusehen – das gibt noch viel zu reden. Die Regelhüter haben auf die sich mehrenden Stimmen reagiert, wonach offenbar ein Formel-1-Fahrer nicht mehr alleine in der Lage ist, seinen Rennwagen zu beherrschen. Immer mehr und noch mehr Informationen wurden ihm über Funk eingespielt, bis hin zum Punkt, an dem zahlreiche Fans fanden – bei allem Respekt, aber kann der Pilot auch mal selber etwas entscheiden?

Die Verantwortlichen sind der gleichen Meinung: Der Heldenglanz geht ein wenig verloren, wenn sich ein Fahrer ständig über Einstellungen von Differenzial, Getriebe oder Motor erkundigt oder darüber, wo sein Stallgefährte eine Zehntelsekunde schneller ist. Die Fans wollen das nicht hören.

Vor dem Singapur-GP hat die FIA daher ein teilweises Funkverbot verhängt. Was im Detail erlaubt und was verboten ist, das sehen Sie nochmals in unserer Story HIER.

WM-Leader Mercedes hat inzwischen unter seinen Fans eine Umfrage gemacht. Ergebnis: 75 Prozent der Fans wollen durchaus Sprechfunk zwischen Kommandostand und Rennfahrern, aber viele sind der Meinung – also fahren sollten die Herren Piloten dann bitteschön gefälligst selber.

Insofern scheint der Schritt der FIA auf Verständnis zu stossen, selbst wenn Vieles im Detail noch geklärt werden muss.
Längst kursieren im Internet Bilder, welche das teilweise Verbot tüchtig durch den Kakao ziehen. Wenn etwa Lewis Hamilton daran erinnert wird, bitte an die Gefühle von Nico Rosberg zu denken ...

Aber was sagen nun die Fans?

Wie zu erwarten, sind die Geschmäcker verschieden. Einige Stimmen verdienen Erwähnung, gerade eben weil sie aufzeigen: Das hier ist keine Schwarz- und Weiss-Frage, hier gibt es viele Grautöne, die es zu beachten gilt. Hier ein Auszug aus den Wortmeldungen, die der Mercedes-Rennstall gesammelt hat.

Amy Kirkland: «Formel 1 ist doch Teamwork, ganz ohne Funkverkehr würde ein wichtiges Element fehlen. Zudem finde ich es spannend, wenn die Fahrer besorgt klingen!»

Matt: «Ich mag Funkverkehr, weil er die enge Kooperation zwischen Fahrer und Renningenieur zeigt.»

Arutyun Arutyunyan: «Funkverkehr muss bleiben. Oder würden wir einem Fussballtrainer auch sagen, er darf seinen Spielern keine Anweisungen mehr aufs Feld rufen?»

Guy’s World: «In der MotoGP und vielen weiteren Rennsportarten geht es auch ohne! Das ist doch alles nur Müll.»

Shana Green: «Ich kann mich nicht entscheiden. Ich finde den Funk unterhaltsam, aber ich würde auch gerne herausfinden, was passiert, wenn wir keinen mehr haben.»

Mika Duma: «Die Fahrer sollen selber herausfinden, wo’s lang geht.»

John_R51: «Der Funk erlaubt Einsicht in einen Sport, in dem schon viel zu viel geheim ist.»

Reginald: «Funkverkehr zu hören, das schliesst den Zuschauer viel mehr ein.»

Kevin Smith: «Der Sprechfunk ist einer der Schlüssel, um die Formel 1 unter die Haut gehen zu lassen. Schweigen wäre der falsche Weg.»

Kylie: «Die Fans verdienen es zu hören, was vor sich geht. Immerhin bezahlen wir die Rechnungen.»

Jack Hannaford: «Infos über den Spritverbrauch gehören vielleicht zu dieser neuen Formel 1, aber es braucht nun wirklich keine Infos über einen Bremspunkt und dergleichen.»

Serjio Chris: «Ich finde grundsätzliche jeder Regeländerung in der laufenden Saison schlecht.»

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