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René Arnoux: «Alonso hatte vor dem Crash ein Problem»

McLaren hat die Unfallursache von Fernando Alonso ausführlich erklärt. Viele glauben die Windbö-Theorie. Andere sind weiter der Überzeugung: die Wahrheit wird uns vorenthalten.

Formel 1

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McLaren-Chef Ron Dennis gab sich in Barcelona sichtbar Mühe: Er versuchte, bis ins letzte Detail zu erklären, was die Unfallursache von Fernando Alonso beim zweiten Barcelona-Test war – eine Windbö. Das Verblüffende dabei: die Spekulationen unter Fans und Fachleuten ebbten daraufhin keineswegs ab.

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Und auch heute noch sind sich nicht einmal Racer einig darüber, was an jenem 22. Februar auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya passiert ist.

Toro-Rosso-Fahrer Carlos Sainz jr stützt die Erklärung McLarens. "Ich bin mir sicher, dass der Unfall so passiert ist, wie McLaren ihn beschrieben hat. Es war ein sehr unglücklicher Vorfall. Der Sonntag war ein extrem ungemütlicher Tag, der durch den Wind extrem erschwert wurde. In einer Runde blies er mit 30 km/h, in der anderen auf einmal mit 80 km/h. man konnte sich auf nichts einstellen. Ich hatte einen ganz ähnlichen Unfall wie Fernando, und zwar aus dem gleichen Grund", so Sainz.

Andere überzeugt das nicht die Bohne, und die Tatsache, dass Fernando Alonso seine Teilnahme am Australien-GP abgesagt hat, bestärkt sie nur im Glauben – da ist noch irgend etwas, was man uns vorenthält.

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Menschen, welche diese Ansicht vertreten, sind durchaus keine weltfremden Spinner, die Rennwagen bislang nur aus dem Fernsehen oder von der PlayStation kennen.

René Arnoux ist beim Genfer Autosalon anzutreffen. Natürlich in der Nähe von Ferrari, denn einige seiner schönsten Erfolge hat der 149fache GP-Teilnehmer für Ferrari errungen, 1983 wurde er für Ferrari WM-Dritter. Der heute 66-Jährige war einer der schnellsten Männer im Geschäft (18 Pole-Positions), und mit seiner Meinung hat er sich nie versteckt.

Der Franzose ist davon überzeugt: "Die Absage aufgrund einer Empfehlung der Ärzte hat mich nicht im mindesten überrascht – denn ich bin davon überzeugt, dass Fernando schon vor dem Unfall ein physisches Problem hatte."

Davon war auch unmittelbar nach dem Crash die Rede gewesen. Zunächst hiess es, vielleicht habe Alonso einen elektrischen Schlag bekommen (was McLaren-Chef Dennis dementiert hat) oder dem Spanier sei es schwarz vor Augen geworden (was McLaren-Chef Dennis nicht dementieren konnte, weil Fernando selber nichts mehr vom Unfall weiss).

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Arnoux findet: "Ich bin selber Formel 1 gefahren, ich weiss, wovon ich rede. Der Aufprall war seitlich, eher ein Streifschuss, das rechtfertigt nicht die Schäden. Nein, ich glaube fest daran, dass sich Alonso am Lenkrad unwohl gefühlt haben muss. Das mit der Winbö wurde dann als willkommene Ausrede benutzt."

René Arnoux war nicht bei den Testfahrten dabei, dass er Insider-Informationen aus McLaren-Kreisen hat, bezweifeln wir. Zur Behauptung, Alonso sei vor dem Unfall schon ohne Bewusstsein gewesen sagte McLaren-Chef Ron Dennis vor vier Tagen: "Wie sollen wir das wissen? Alles, was wir anhand der Daten aus dem Auto sehen können, waren ganz normale Vorgänge – herunterschalten, lenken, bremsen. Da gibt es nichts Abnormales zu entdecken. Jenson Button hat sich die ganzen Daten angeschaut und gesagt: "Nun, das hier ist ein wenig seltsam." Aber es kann durchaus seltsam sein, wenn ein Fahrer mit den Auswirkungen einer Windbö kämpft. Wir können endlos spekulieren, aber wir als Team halten uns an die Fakten."

René Arnoux überzeugt das alles nicht: "Der Wind ist das Alibi. Das wirklich Schwierige kommt für Alonso erst noch."

Was er damit meint, sagt der siebenfache GP-Sieger nicht. Was er unterstellt, ist: Wenn es ein medizinisches Problem bei Alonso gab, ist es dann wirklich gelöst?

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