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Red Bull Racing: Daniel Ricciardo – Bremsprobleme

Und wieder verlor Daniel Ricciardo wertvolle Trainingszeit wegen Problemen mit den Bremsen: auch mit geändertem Material (Wechsel von Hitco auf Brembo) überhitzte die Bremse.

Formel 1

Im Artikel erwähnt



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Was ist nur mit Red Bull Racing und den Bremsen los? Erneut musste Daniel Ricciardo, WM-Dritter 2014 und dreifacher GP-Sieger, einen Teil seines freien Trainings herschenken, weil die Bremsen schlappmachten. Gestern schon gab es am Wagen seines Stallgefährten Daniil Kvyat Ungemach mit der Bremsen – ein Schlauch hatte sich gelöst, die Bremsflüssigkeit lief aus, ohne Druck im Bremssystem fiel das Pedal durch und der junge Russe fuhr, nur vom vorderen Bremskreis verzögert, im Zeitlupentempo von der Bahn.

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Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner macht sich Sorgen: "Wir müssen das nun endlich in den Griff bekommen. Zum Glück haben wir das Problem heute Morgen im Dauerlauf entdeckt, das gibt uns immerhin die Zeit, daran zu arbeiten."

Anders gesagt: in den kurzen Einsätzen des Abschlusstrainings wäre man beim vierfachen Weltmeister Red Bull Racing vielleicht auf das erneute Problem gar nicht aufmerksam geworden.

Bereits beim Malaysia-GP hatte es bei RBR grosse Probleme mit den Bremsen gegeben. Während des Rennens fiel den TV-Zuschauern auf, wir ungewöhnlich viel Kohlefaserstaub bei jedem Bremsmanöver aus den Autos von Ricciardo und Kvyat rauchte.

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Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko: "Bei Ricciardo war das Problem grösser als bei Kvyat. Diese Probleme waren vor der Safety-Car-Phase nicht da, da konnten wir auf Williams und Massa aufholen. Die Schwiergkeiten begannen dann, als unserer Auto in Verkehr gekommen sind. Die Bremsen haben überhitzt. Und es ist nicht gelungen, sie auf eine normale Betriebstemperatur herunter zu bringen. Bei Ricciardo war das Ganze deshalb krasser, weil er in der zweiten Kurve mit dem Auto von Rosberg kollidiert war. Teile des Frontflügels, die der Bremskühlung helfen, haben sich verformt oder sich gleich ganz weggeflogen."

"Wir haben dann das Rennen auf Ankommen ausgelegt. Die Fahrer sind in die Kurven hineingerollt und haben die Bremsen nur noch minimal verwendet. Das war der Grund, wieso wir so weit hinten ins Ziel gekommen sind."

Kvyat wurde in Sepang Neunter, Ricciardo Zehnter.

Hintergrund der Bremsprobleme: Red Bull Racing – jahrelang erfolgreich mit Brembo unterwegs – wollte vor der Saison 2014 auf Material von Hitco wechseln, doch Sebastian Vettel kam mit diesen Bremsen nicht zurecht. Nun ein neuer Versuch, der ist in Sepang missraten, gemäss Dr. Marko will man nun beim bewährten Brembo-Material bleiben.

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Doch auch damit sich Probleme nicht ungewöhnlich. Die Fahrer wechseln generell zwischen den verschiedenen Scheibentypen hin und her, je nachdem was sie in Sachen Zupacken der Bremse, Gefühl beim Modulieren oder Bremspedaldruck am angenehmsten finden oder weil eine Pistencharakteristik besser zu einer bestimmten Scheiben- und Zangenkombination passt.

Im Abschlusstraining zum Deutschland-GP 2014 in Hockenheim war im Mercedes des späteren Weltmeisters Lewis Hamilton eine Brembo-Bremsscheibe gebrochen, der Brite kam beim Einschlag in die Reifenstapel des Motodroms zum Glück mit Prellungen davon.

Die Mercedes gingen daraufhin mit französischen Scheiben von Carbone Industrie ins Rennen, an der Hinterachse blieben Brembo-Scheiben drin.

Nach einer tiefen Analyse von Brembo und Mercedes samt entsprechenden Experimenten zeigte sich vielmehr: es handelte sich um eine unerwartete Interaktion zwischen der Struktur des Bremsmaterials und der ganz besonderen Anordnung der Bremse im Silberpfeil.

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Auch Nico Rosberg war beim Barcelona-Test eine Bremsscheibe explodiert. Rosberg zu SPEEDWEEK.com: "Das war besonders ärgerlich, denn endlich hatte ich eine Bremskonfiguration gefunden, in der ich mich als Fahrer voll einbringen konnte. Nach dem Unfall war klar – aus Sicherheitsgründen darf ich diese Scheiben nicht weiter verwenden."

Hamilton und Rosberg sind auch nicht die Einzigen, die sich 2014 mit Brembo-Scheiben schwer taten. Kimi Räikkönen hatte ebenfalls Probleme, für die Bremse das richtige Gefühl aufzubauen. Im Unterschied zu Lewis oder Nico konnte er aber nicht wechseln: Nach zwei Jahren Lotus und Hitco-Scheiben muss er bei Ferrari damit leben, was er bekommt – Brembo ist fester Partner von Ferrari.

Zurück zu Red Bull Racing und Shanghai: Weil andere Rivalen in China keine Problemen haben, drängt sich der Verdacht auf – bei RBR ist das Problem hausgemacht.

Der frühere Formel-1-Fahrer Johnny Herbert vermutet: "Das haben wir bei Red Bull Racing in der Vergangenheit schon ein paar Mal gesehen – beim Versuch, alle Möglichkeiten auszureizen und das Maximum aus jedem Teil zu kitzeln, gehen sie zu weit. Kein anderes Team kühlt die Bremsen so an der Grenze. Das Zusammenspiel der Hinterradbremse mit dieser neuen Turbo-Generation ist äusserst heikel. Das muss ideal ausbalanciert sein. Wenn die Energierückgewinnung beim Bremsen nicht wie geplant mithilft, ist die Bremse schnell einmal überfordert."

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