Jacques Villeneuve spricht über den Tod seines Vaters

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Formel-1-Star Jacques Villeneuve blickt auf jenen Tag zurück, an dem sein Vaters Gilles zurück. Der 1997er-Weltmeister sagt: «Auf traurige Art und Weise war es gut für mich, dass mein Vater gestorben ist.»

Die Formel 1 ist in diesen Tagen in Montreal zu Gast, wo Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Co. auf dem Circuit Gilles Villeneuve um Ruhm und WM-Punkte kämpfen. Die Rennstrecke auf der Ile Notre Dame wurde 1982 nach dem Tod Gilles Villeneuves zu Ehren des kanadischen GP-Stars umbenannt. Der Vater des 1997er-Weltmeisters Jacques Villeneuve starb nach 67 GP-Einsätzen beim Abschlusstraining des Belgien-GP 1982, in dem er mit dem langsam fahrenden Jochen Mass kollidierte.

An diesen Tag kann sich Jacques Villeneuve noch gut erinnern. Im Gespräch mit den Machern der CNN-Sendung «The Circuit» erinnert sich der heute 44-Jährige daran zurück. An jenem Freitag durfte sich der junge Jacques zu seiner eigenen Überraschung ein Video-Game aussuchen, weil seine Mutter seinem Drängeln vor dem entsprechenden Geschäft für einmal nachgab.

Der damals Elfjährige kam strahlend nach Hause, doch bald darauf klingelte das Telefon. Seine Mutter ging ran, und Jacques erinnert sich: «Ich fühlte etwas, ich konnte spüren, dass etwas nicht stimmte.»

«Als er starb, übernahm ich die Rolle des Mannes im Haus, und das gab mir die Kraft und Stärke, die mich später zu jenem Rennfahrer gemacht hat, der ich geworden bin», ist Villeneuve heute überzeugt. «Auf traurige Art und Weise war es also gut für mich, dass mein Vater gestorben ist.»

Jacques Villeneuve, der heute selbst Vater von drei Söhnen ist, gesteht: «Ich hatte ihn damals schon etwa zwei Jahre lang nicht mehr zu Gesicht bekommen. In dieser Zeit war er faktisch kein Vater. Ich lebte eineinhalb Jahre lang auch nicht zuhause, sondern in den Bergen bei Freunden, weil ich dort auch zur Schule ging.»

Kein Familienleben

Gewohnt offen erklärt der elffache GP-Sieger: «Es herrschte damals kein Familienleben mehr bei uns, er verschwand jeweils für zwei Monate. Und wenn er zurückkehrte, war er auch nicht wirklich da, denn er kam nach Hause, um auf seinem Boot zu spielen. Es war auch jene Generation, in der die Töchter sehr viel beliebter waren als die Söhne, alles war also irgendwie eigenartig.»

Trotzdem schaute er zu seinem Vater auf. Villeneuve erklärt: «Er war mein Held. Aber irgendetwas lief auch falsch, und darauf bin ich nur gekommen, weil meine Mutter und andere Leute mir davon erzählt haben. Nach seinem Tod war es natürlich schwierig, die ersten beiden Wochen waren wirklich hart, denn plötzlich sieht man: Okay, es wird nie mehr wie vorher sein, jemand ist unwiderruflich weg. Vor allem, wenn dieser Jemand ein Mensch ist, zu dem man aufschaut, nicht als Vater, aber…»

Zum Schluss fügt Villeneuve an: «Es ist schon eigenartig, meist ist es doch so, dass die Bewunderung umso grösser ist, wenn man von diesem Menschen keine Liebe erfährt. Als Kind will man seine Eltern beeindrucken, man wünscht sich Respekt und all' das. Aber im Grunde ist man nie gut genug.»

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