FIA: Ferrari (Vettel) & Mercedes (Hamilton) im Visier

Von Mathias Brunner
Die FIA nahm einen Ferrari und einen Mercedes unter die Lupe

Die FIA nahm einen Ferrari und einen Mercedes unter die Lupe

Zum zweiten Mal in diesem Jahr haben die FIA-Regelhüter den Rennställen in Sachen Motor besonders genau auf die Technik geschaut: dieses Mal ging es um das Ölsystem.

SPEEDWEEK.com-Leser wissen: Um die Einhaltung der erlaubten Benzindurchflussmenge zu kontrollieren, hat die FIA das Messsystem verschärft. Die Unterstellung des Tricksens mit dem Spritsystem basierte darauf, dass jenseits des früheren, einzigen Messpunkts, also des Durchflussmessers, Sprit gesammelt werde. Aus diesem Zwischenlager könnte anschliessend kurzfristig mehr Kraftstoff abgerufen werden, wenn es wünschenswert ist – bei einem Angriff auf einen Gegner, beim Verteidigen seiner Position, im Abschlusstraining, wenn eine schnelle Runde gefragt ist, aus engen Ecken heraus. Bei solchen Spitzen würde die erlaubte Durchflussmenge (100 Kilo Kraftstoff pro Stunde) für wenige Sekunden überschritten.

Die FIA hatte unmittelbar nach dem Abschlusstraining zum Spanien-GP Kontrollen angekündigt, nach dem Rennen sind solche Stichproben tatsächlich durchgeführt worden. Die FIA-Techniker suchten nach Unregelmässigkeiten im Benzindrucksystem. Inspiziert wurden nach dem Rennen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya je ein Fahrzeug aller vier in der Formel 1 vertretenen Motorenhersteller – Renault (der Red Bull Racing-Renner von Daniel Ricciardo, der Australier wurde Siebter), Ferrari (das Auto des drittplatzierten Sebastian Vettel), Honda (Jenson Button, auf Rang 16 eingelaufen) sowie der Silberpfeil von Sieger Nico Rosberg. Die Regelhüter waren zufrieden: es gibt keinen Sünder.

Nun ist klar: es hat neue Kontrollen gegeben, allerdings mit einem anderen Schwerpunkt. Dieses Mal stand im Zentrum der Untersuchungen das Ölsystem – gefahndet wurde nach leistungssteigernden Zusatzstoffen, der möglicherweise in einem Zusatztank versteckt wird.

In Montreal haben die Regelhüter des Automobil-Weltverbands Proben aus Haupt- und Zusatzöltank der Autos von Lewis Hamilton (Mercedes) und Sebastian Vettel (Ferrari) entnommen, einmal nach dem zweiten freien Training zum Kanada-GP, einmal nach dem Abschlusstraining.

Dabei konnten die Spezialisten der FIA keine verdächtigen Abweichungen der Norm in Sachen Zusammensetzung oder Zähflüssigkeit des Öls feststellen. Die FIA bilanziert: «Auf Basis unserer Ergebnisse kann geschlossen werden, dass kein Zusatztank für leistungssteigernde Zusatzstoffe missbraucht wird.»

Die Spezialisten des Automobilverbands behalten sich jedoch vor, die Stichproben bei den kommenden Rennen auszuweiten.

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