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Gerhard Berger: «Vettel gründlich wie Schumacher»

Der Erfolg von Ferrari sei in erster Linie Sebastian Vettel zu verdanken, glaubt der ehemalige Pilot der Scuderia, Gerhard Berger, und es sei auch dem Deutschen zu verdanken, dass man Williams in Schach halte.

Formel 1

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Kaum jemand hätte wohl erwartet, dass Ferrari nach der katastrophalen Saison 2014 in diesem Jahr schon bei Saisonhalbzeit acht Podiumsplätze zu Buche stehen hätte, davon zwei Siege durch Sebastian Vettel. Mit Sieg Nummer 2 in Ungarn bewies der Vierfachweltmeister auch, dass er sich nicht mehr nur auf das Pech anderer verlassen muss, sondern auch aus eigener Kraft die Konkurrenz schlagen kann.

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Ferrari habe über den Winter einen wesentlich größeren Schritt gemacht, als er erwartet hätte, sagt auch Gerhard Berger und das träfe auch auf den neuen Teamchef Maurizio Arrivabene zu, "der einen viel besseren Job macht, als jeder gedacht hätte. Klar, es ist noch ein weiter Weg zu Mercedes. Aber man muss bedenken, von wo sie kamen."

Dieser Erfolg sei zum großen Teil ein Verdienst von Sebastian Vettel, der das Team wieder auf die Siegerstraße geführt habe, glaubt Berger, der von 1987 bis 1989 und von 1993 bis 1995 für die Roten am Start war. "Er hat seine gründliche Arbeitsweise, die auch Michael Schumacher hatte, zu Ferrari gebracht und das tut Ferrari gut. Er versucht seine Emotionen zu unterdrücken und immer sachlich zu bleiben. Das bringt das Team letztendlich nach vorne", erklärte Berger bei F1-Insider.com.

"Und wenn er die Chance wittert, aufs Podium fahren zu können oder sogar zu gewinnen, dann schlägt er fehlerlos und erbarmungslos zu. Das war bei den Siegen in Malaysia und Ungarn oder bei seinem dritten Platz in Silverstone. Das wiederum gibt Ferrari eine gewisse Dynamik", fuhr der Tiroler fort.

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Mit einem Sebastian Vettel im Team wäre auch Williams noch weiter vorne, ist Berger sicher. Williams sei technisch sehr stark, aber: "Sebastian Vettel macht da den Unterschied. Vom Gesamtpaket her, also von der Summe Technik und Fahrer, ist Ferrari weit vor Williams. Hauptsächlich durch Vettel. Ich behaupte, dass Williams mit einem Vettel schon ein Rennen gewonnen hätte."

In Silverstone hätte man Bottas, der klar schneller war als Massa, freie Fahrt geben müssen, so Berger. "Dann hätte man Siegchancen sogar gegen die Mercedes gehabt. Ein Vettel hätte sich in dieser Situation anders als Bottas doch gar nicht um den Boxenfunk gekümmert, sondern seine Siegchance gesehen und ergriffen."

Das mit dem "Gewinnen wollen" müsse man in Grove eben noch lernen, aber ebenso wie er von der Leistung von Ferrari etwas überrascht wurde, hätte der 55-Jährige auch nicht erwartet, dass Williams sich wieder so weit nach vorne kämpft. "Ich finde es beeindruckend, wie Claire Williams, die Tochter von Teamgründer Sir Frank, wieder ein Spitzenteam aus ihrer Mannschaft gemacht hat."

Das alles dominierende Team sei aber immer noch Mercedes, gibt Berger zu. "Das fängt mit dem komplexen Motor an, der allen anderen weit überlegen ist. Es hat sich gezeigt, welches Potenzial ein Premiumhersteller wie Mercedes mit dieser Art von Antriebssträngen hat. Und Mercedes war – im Gegensatz zu Renault etwa – auch bereit, das notwendige Budget auszugeben." Außerdem habe man sich bei Mercedes nicht "auf dem besten Motor ausgeruht, sondern auch ein sehr, sehr gutes Auto gebaut. Und: Mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg hat man zwei absolute Spitzenfahrer."

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Welcher der beiden am Ende die Nase im WM-Kampf vorne haben, wagt Gerhard Berger nicht zu prophezeien, auch wenn er Hamilton etwas die größeren Chancen einräumt. "Lewis hat einen kleinen Vorsprung, aber der reicht nicht aus, um sich auch nur die kleinsten Fehler zu erlauben", sagt er.

"Nico ist in Ungarn kein gutes Rennen gefahren. Aber insgesamt scheint er sich im Vergleich zum schwachen Saisonstart wieder gefangen zu haben. Besonders in Österreich hat man das gesehen. Dort hat er aus eigener Kraft gewonnen und nicht nur, weil Lewis etwas geschwächelt hat. Wenn Lewis perfekt fährt, wird er die Nase vorne haben. Wenn nicht, dreht Nico das Duell zu seinen Gunsten um."

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