Alexander Rossi (Manor): Interesse-Turbo für die USA

Von Mathias Brunner
Formel 1
Alexander Rossi als GP2-Sieger in Belgien

Alexander Rossi als GP2-Sieger in Belgien

​Erstmals seit Sommer 2007 und Scott Speed haben die USA wieder einen Grand-Prix-Piloten – Alexander Rossi (23) aus Nevada City, neuerdings in Diensten von Manor-Marussia.
Alex, wie kurzfristig ist dieser Deal zustande gekommen?

Sehr kurzfristig. Am Dienstagmorgen habe ich einen Flug gebucht, und wenige Stunden später sass ich im Flieger Richtung Singapur! Die Gespräche hatten kurz nach Monza begonnen. Ich fühle mich im Team aber nicht als Neuling, wir waren ja schon 2014 zusammen. Seither ist der Kontakt nie abgerissen, aber um ehrlich zu sein, hätte ich nicht damit gerechnet, dass ich 2015 Formel-1-WM-Läufe fahren kann.

Was bedeutet das für deine Karriere?

Ich habe seit ein paar Jahren meinen Fuss in der Tür, mit Testfahrten und Freitagseinsätzen, aber was mir bislang entging, das sind eben Rennen. Es fühlt sich unwirklich an, dass es nun endlich passiert. Es ist meine Chance zu zeigen, dass ich einen Platz im Startfeld verdiene. Mein Ziel besteht darin, 2016 Vollzeit Formel 1 zu fahren. Ich will in meinen fünf Rennen für Manor-Marussia beweisen, dass ich das kann.

Was hast du dir für hier vorgenommen?

Ich bin seit Belgien 2014 nicht mehr im Auto gewesen, ich muss mich zuerst mal akklimatisieren, aber ich erwarte, dass ich schnell auf einem guten Niveau bin. Am Freitagabend werde ich genauer wissen, was ich erreichen kann. Aber ich mach mir keinen übermässigen Druck.

Wird es nicht seltsam sein, dem Feld hinterherzufahren, wo du doch in der GP2 ein Spitzenmann bist?

Ich bin hier, um einen Job zu erledigen. Ich bin dankbar für diese Chance, da muss man sich eben der Situation anpassen. Ich weiss, dass ich nur einen echten Gegner habe, meinen Stallgefährten, die anderen werde ich wohl vor allem im Rückspiegel nahen sehen. Aber ich habe damit kein Problem. Ich bin hier zum Glück 2013 mit dem GP2-Renner gefahren und bin froh um diese Erfahrung. Ich halte die GP2 für eine gute Sprungbrettklasse für die Formel 1, ein Grand-Prix-Auto ist unterm Strich auch nur ein Rennwagen. Ich mache mir keine Sorgen. Es wird nur darum gehen, mich an den Manor-Marussia zu gewöhnen.

Werden wir dank dir neue Sponsoren auf dem Auto sehen?

Diese Frage wird in Austin beantwortet …

Hast du je daran gezweifelt, dass dein Tag kommen würde?

Nein, ich habe immer daran geglaubt. Klar gab es viele Situation, in welchen es gut aussah, und dann hat es wieder nicht geklappt. Die GP2-Saison 2015 hat meiner Karriere frischen Schwung verliehen, ich konnte zeigen, welches Potenzial ich habe.

Was bedeutet ein amerikanischer Pilot für die Formel 1?

Das wird hoffentlich ein echter Turbo für das Interesse, und ich würde mir gerne Texas hat das Interesse in meiner Heimat neu entfacht, wir stehen vor dem Debüt eines US-amerikanischen Rennstalls, dank Gene Haas, da war ein US-amerikanischer Fahrer nur das letzte Teilchen im Puzzle.

Wieso hast du die Startnummer 53 gewählt?

Die 53 war meine zweite Wahl. Eigentlich wollte ich mit der 16 fahren, eine Nummer, die ich bei vielen Kartrennen verwendet hatte. Aber das ist eine Reservenummer von Red Bull Racing, wie sich herausgestellt hat. Also wählte ich die 53, aus der ich ein cooles Logo machen kann.

Du weisst aber schon, dass du Disney dafür bezahlen musst? (Weil der legendäre Rennkäfer die 53 trug, M.B.)

(Lacht) Hoffentlich nicht! Aber ich kann mich daran erinnern, dass ein gewisser Käfer mit der 53 in Monaco gewonnen hat. Das ist doch kein schlechtes Omen.

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